Wenn jede Lüge sichtbar wird: In Falsus verbindet heute Rhythmusspiel und düstere Zukunft

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Lügen zwecklos, Rhythmus Pflicht

📰 Was ist los?
In Falsus erscheint heute auf Steam. Das neue Spiel von lowiro verbindet Rhythmusmechaniken mit mehr als 70 Songs, Kartencrafting und einer Visual-Novel-Geschichte um fünf Schülerinnen in einer nahen Zukunft.

🐛 Was denken wir?
Die Mischung ist ungewöhnlich genug, um Aufmerksamkeit zu verdienen. Vor allem die Idee einer Welt, in der Emotionen und Lügen technisch sichtbar werden, gibt dem Rhythmusspiel einen echten erzählerischen Haken statt bloßer Anime-Dekoration.

In den meisten Science-Fiction-Welten besteht die größte Sorge bei einem Halsgerät darin, dass es explodiert, überwacht oder zumindest sehr unangenehm piept. In Falsus macht die Sache persönlicher: Hier verraten die Geräte Gefühle und Lügen.

Eine Schülerin aus In Falsus steht in einer futuristischen Umgebung und trägt das auffällige Halsgerät der Spielwelt.
In In Falsus zeigen die Halsgeräte Gefühle und Lügen offen an – Privatsphäre gehört in dieser Zukunft offenbar nicht zum Standardumfang. © lowiro

Das neue Spiel von lowiro, den Machern von Arcaea, erscheint heute, am 9. September 2026, für PC via Steam. In Falsus verbindet Rhythmusspiel, Visual-Novel-Erzählung und ein umfangreiches Kartensystem mit einer nahen Zukunft, in der fünf Schülerinnen in ein geheimnisvolles Programm geraten und dabei mit einer Seite ihrer Welt konfrontiert werden, die ihnen bislang verborgen war.

Der eigentliche Clou liegt darin, dass Musik, Handlung und Progression ausdrücklich miteinander verknüpft werden. Songs sind hier nicht bloß Bühnen für Punktejagd, sondern Teil der erzählten Begegnungen.

🎵 Mehr als 70 Songs und vier Schwierigkeitsgrade

Das Herzstück bleibt trotzdem das Rhythmusspiel. Über 70 Songs sind enthalten, mehr als 40 davon eigens für das Spiel produziert. Beteiligt sind zahlreiche Künstler aus der japanischen und internationalen Indie-Musikszene.

Gespielt wird mit Maus und Tastatur über ein räumlich wirkendes Field, auf dem Noten aus verschiedenen Richtungen ankommen. Vier Schwierigkeitsgrade sollen sowohl Einsteiger als auch erfahrene Rhythmusspieler abholen.

Der Anspruch scheint dabei durchaus ernst gemeint. Schon die Demo machte deutlich, dass In Falsus deutlich näher an Arcade-Rhythmusspielen liegt als an einem gemütlichen Musikspiel für zwischendurch.

Wer also dachte, fünf Teenagerinnen und hübsche Anime-Illustrationen bedeuteten automatisch Entspannung, dürfte spätestens beim ersten Notengewitter neu kalkulieren.

🎬 So funktionieren Rhythmusspiel und Kartenbau gemeinsam

Der offizielle Gameplay-Trailer zeigt das räumliche Notenfeld, verschiedene Rhythmuspassagen und das Card-Integration-System. Besonders gut wird dabei sichtbar, dass In Falsus seine Kartenmechanik tatsächlich mit dem Musikspiel verzahnt und nicht einfach als Menüsystem danebenstellt.

🃏 Karten verändern den Rhythmuslauf

Die zweite große Ebene bildet das Kartensystem. Nach erfolgreich absolvierten Songs erhalten Spieler Materialien namens Iota, die in sogenannte Blueprints eingesetzt werden.

Aus diesen Rastern entstehen Karten mit unterschiedlichen Werten und Effekten. Je nachdem, wie Materialien angeordnet werden, verändern sich Boni und mögliche Builds. Bis zu fünf Karten können gleichzeitig ausgerüstet werden und wirken sich auf kommende Songs und Begegnungen aus.

Dadurch entsteht eine ungewöhnliche Schleife: Musik spielen, Materialien sammeln, Karten bauen, neue Vorteile schaffen und anschließend in schwerere Begegnungen zurückkehren.

Das ist deutlich interessanter als ein gewöhnlicher Fortschrittsbalken. Zumindest solange man nicht irgendwann mehr Zeit mit dem Optimieren von Karten verbringt als mit dem eigentlichen Musikhören.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

👁️ In dieser Welt darf niemand wirklich lügen

Die Geschichte läuft parallel aus den Perspektiven von fünf Protagonistinnen. Nia Cana, Mei Alder, Ayame Takatsuki, Iris Leal und Story Étienne besuchen unterschiedliche Schulen und führen zunächst getrennte Leben, bevor ihre Wege durch das geheimnisvolle Programm zusammenlaufen.

Das gesellschaftliche Grundprinzip der Welt ist dabei ziemlich unangenehm. Menschen tragen Halsgeräte, die Emotionen und Täuschungen sichtbar machen. Niemand kann also vollständig verbergen, was er fühlt oder ob er lügt.

Genau daraus entwickelt In Falsus seine dystopische Spannung. Vertrauen bekommt in so einer Gesellschaft eine vollkommen andere Bedeutung, wenn technische Systeme permanent kontrollieren, ob jemand gerade die Wahrheit sagt.

Und wer glaubt, Ehrlichkeit löse automatisch alle sozialen Probleme, hat vermutlich noch nie erlebt, wie schnell eine Freundschaft endet, wenn plötzlich wirklich jede Meinung ungefiltert sichtbar wird.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎙️ Vollständig japanisch vertont

Die Visual-Novel-Passagen werden vollständig auf Japanisch vertont. Die fünf Hauptfiguren besitzen eigene Handlungswege, die frei ausgewählt werden können und sich im Laufe der Geschichte miteinander verbinden.

Dabei sollen Musik, Sounddesign und Themen direkt auf die jeweiligen Ereignisse reagieren. Begegnungen mit wichtigen Figuren sind an bestimmte Songs gekoppelt, wodurch Geschichte und Rhythmusmechanik enger zusammenrücken.

Das ist wahrscheinlich der Punkt, an dem In Falsus entscheidet, ob sein ungewöhnlicher Mix wirklich funktioniert. Karten, Visual Novel und Rhythmusspiel klingen einzeln interessant; spannend wird es erst, wenn sie sich tatsächlich gegenseitig tragen.

💻 Heute auf Steam, aber ohne deutsche Texte

In Falsus erscheint heute ausschließlich für PC. Unterstützt werden Englisch, Japanisch sowie vereinfachtes und traditionelles Chinesisch. Eine deutsche Übersetzung gibt es zum Start nicht.

Für ein Spiel mit starkem Visual-Novel-Anteil ist das kein unwichtiger Punkt. Wer der Geschichte folgen möchte, muss also auf Englisch oder eine der asiatischen Sprachfassungen zurückgreifen.

Inhaltlich bleibt das Konzept trotzdem reizvoll: eine dystopische Welt, fünf miteinander verbundene Figuren, mehr als 70 Songs und ein Fortschrittssystem, das Rhythmusspiel mit Kartenbau verzahnt.

Und wenn das alles irgendwann zu kompliziert wird, bleibt wenigstens eine Sache einfach: Die Lüge, dass man nur noch einen Song spielt, dürfte das Halsgerät sofort erkennen.

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Das Sterneorakel von Elyra sieht in deine Zukunft. DIe Sternengöttin vor blauem Hintergrund.