I Love Paris: Wenn Vampire plötzlich Popstars werden
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🧛 Mehr Follower, mehr Fangzähne – die Karriere läuft!
📰 Was ist los?
In I Love Paris verwandelt sich eine erfolglose Musikerin in einen Vampir und versucht, ihre neuen Fähigkeiten für den großen Durchbruch zu nutzen. Nicky Murphys Horrorkomödie verbindet Mockumentary, Musikfilm und eine Satire auf Ruhmsucht und Selbstvermarktung. Nach dem Publikumspreis beim Fantasia Festival feiert der Film am 30. Oktober seine Deutschlandpremiere in Konstanz.
🐛 Was denken wir?
Die Idee ist herrlich böse. Vampirismus und die moderne Aufmerksamkeitsökonomie passen erstaunlich gut zusammen, denn in beiden Fällen geht es gelegentlich darum, möglichst viel aus anderen Menschen herauszuholen. Besonders interessant finden wir, dass Hauptdarstellerin Aminata Thiboult selbst Musikerin ist und am Abend der Deutschlandpremiere sogar ein Konzert gibt. Das macht diesen ungewöhnlichen kleinen Horrorfilm noch reizvoller.
Paris ist jung, ehrgeizig und fest entschlossen, im Musikgeschäft ganz groß herauszukommen. Leider interessiert sich die Branche herzlich wenig für ihre Ambitionen. Das Publikum bleibt überschaubar, die Konkurrenz ist erbarmungslos und der ersehnte Durchbruch lässt auf sich warten. Doch dann gerät die aufstrebende Sängerin an einen Vampir. Kurz darauf besitzt sie zwei Dinge, von denen andere Musiker nur träumen können: praktisch unbegrenzt Zeit für ihre Karriere und einen ziemlich ausgeprägten Appetit auf Menschenblut.

Die französisch-australische Horrorkomödie I Love Paris verwandelt den Vampirmythos in eine bissige Satire über Popkultur, Selbstvermarktung und die verzweifelte Sehnsucht nach Berühmtheit. Regisseur Nicky Murphy erzählt seine Geschichte als Mockumentary, also als fiktive Dokumentation, in der Kameras den zunehmend absurden Alltag einer Möchtegern-Berühmtheit begleiten. Nach mehreren internationalen Festivalauftritten feiert der Film am 30. Oktober 2026 seine Deutschlandpremiere beim SHIVERS Film Festival in Konstanz.
🎤 Für die große Karriere ist kein Opfer zu groß
Paris träumt davon, eine erfolgreiche Musikerin zu werden. Ihr Leben wird von einer Dokumentarkamera begleitet, die ihre Versuche festhält, sich im hart umkämpften Musikgeschäft einen Namen zu machen.
Doch die erhoffte Aufmerksamkeit bleibt aus. Zwischen kleinen Auftritten, Selbstinszenierung und dem Wunsch nach Anerkennung sucht sie nach einem Weg, endlich aus der Masse hervorzustechen.
Als Paris nach einer Begegnung mit einem Vampir selbst zur Blutsaugerin wird, betrachtet sie ihre Verwandlung bald als unerwartete Karrierechance. Schließlich besitzt die Unsterblichkeit gewisse Vorteile für jemanden, der unermüdlich an seinem großen Durchbruch arbeiten möchte.
Allerdings bringen die neuen Fähigkeiten auch unangenehme Begleiterscheinungen mit sich. Der Hunger nach Blut lässt sich nur schwer mit gewöhnlichen Alltagsverpflichtungen vereinbaren, während die Notwendigkeit, Sonnenlicht zu vermeiden, den Terminkalender erheblich einschränkt.
Paris versucht trotzdem, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Ruhm ist schließlich Ruhm, selbst wenn der Weg dorthin gelegentlich eine Leiche hinterlässt.
🎬 I Love Paris – Offizieller Trailer
Eine ehrgeizige Musikerin, ein verhängnisvoller Vampirbiss und die Jagd nach Ruhm: I Love Paris verbindet schwarzen Humor, Popkultur und blutigen Horror.
📱 Vampirismus im Zeitalter der Selbstvermarktung
I Love Paris setzt auf eine bewusst rohe Bildsprache. Verwackelte Kamerabilder, scheinbar spontane Gespräche und dokumentarisch wirkende Alltagsszenen verleihen der Geschichte den Charakter eines überdrehten Vlogs.
Die eigentliche Satire richtet sich gegen eine Kultur, in der Sichtbarkeit beinahe zum Selbstzweck geworden ist. Paris möchte bekannt werden, bewundert werden und irgendwann zu jenen Menschen gehören, deren bloße Anwesenheit öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt.
Ihre Verwandlung zur Vampirin liefert dafür eine ziemlich groteske Metapher. Während sie nach musikalischem Erfolg strebt, beginnt sie im wörtlichen Sinne, anderen Menschen etwas Lebenswichtiges zu nehmen.
Dass ein Vampir seine Opfer aussaugt, ist ein vertrautes Motiv. Im Umfeld von sozialen Netzwerken, Musikmarketing und unersättlicher Selbstoptimierung erhält es eine zusätzliche Bedeutung. Regisseur Nicky Murphy kombiniert diese Idee mit schwarzem Humor, überzeichnetem Ehrgeiz und einer gehörigen Portion Pariser Nachtleben.
🩸 Zwischen What We Do in the Shadows und Underground-Musikfilm
Die Verbindung aus Vampirkomödie und vorgeblicher Dokumentation erinnert zunächst an What We Do in the Shadows, den neuseeländischen Kultfilm von Taika Waititi und Jemaine Clement.
Doch I Love Paris verlegt den Schwerpunkt in eine andere Umgebung. Hier stehen das Musikgeschäft, der Pariser Underground und die Mechanismen moderner Berühmtheit im Vordergrund.
Die Geschichte begleitet eine Musikerin, die ihren vampirischen Zustand zunehmend für ihre Karriere ausnutzen möchte. Zwischen Clubs, Studios und nächtlichen Eskapaden verschwimmen die Grenzen zwischen künstlerischem Ehrgeiz und moralischem Absturz.
Besonders interessant ist dabei die Frage, wie weit jemand für öffentliche Anerkennung gehen würde, wenn plötzlich kaum noch gewöhnliche menschliche Grenzen gelten.
Der Film verbindet dokumentarisch wirkende Aufnahmen mit blutigen Horrormomenten und schwarzem Humor. Gerade der Wechsel zwischen vermeintlich authentischem Alltag und grotesken Gewaltausbrüchen prägt seine ungewöhnliche Atmosphäre.
🎬 Aminata Thiboult spielt, schreibt und singt
Im Mittelpunkt steht Aminata Thiboult, die Paris verkörpert und gemeinsam mit Regisseur Nicky Murphy das Drehbuch entwickelte. Thiboult ist selbst Musikerin und tritt unter dem Künstlernamen Calamity auf. Ihre eigenen Erfahrungen mit der Musikbranche flossen in die Gestaltung der Hauptfigur und die musikalische Ausrichtung des Films ein.
An ihrer Seite spielen unter anderem Leonor Oberson, Louiza Aura, Noé Hermelin und Antoine Dumortier. Murphy stammt aus Australien und arbeitet zwischen Melbourne und Paris. Sein Spielfilmdebüt gab er 2019 mit der Komödie Leatherdaddy. Gemeinsam mit seiner langjährigen kreativen Partnerin Zeïna Thiboult gründete er die Produktionsfirma Rareamazing.
Mit I Love Paris verbindet er seine Vorliebe für improvisationsnahe Inszenierungen mit einer eigenwilligen Mischung aus Vampirhorror, Musikfilm und gesellschaftlicher Satire.
🏆 Publikumspreis beim Fantasia Festival gewonnen
I Love Paris wurde im Juli 2026 beim renommierten Fantasia International Film Festival in Montreal gezeigt und erhielt dort den Gold Audience Award für den besten internationalen Spielfilm.
Anfang Oktober folgte die Europapremiere beim SLASH Filmfestival in Wien. Am 16. Oktober stand der Film außerdem im Programm des Toronto After Dark Film Festival, wo er im Rahmen eines Abends mit Vampirfilmen gezeigt wurde.
Damit hat die ungewöhnliche Produktion bereits mehrere internationale Genreveranstaltungen erreicht, obwohl eine reguläre breite Kinoauswertung noch aussteht.
Gerade kleinere Horrorfilme profitieren häufig von solchen Festivalstationen. Sie ermöglichen es, eigenwillige Konzepte einem Publikum vorzustellen, das auch abseits großer Filmstudios nach neuen Ideen sucht.
🇩🇪 Deutschlandpremiere am 30. Oktober – mit anschließendem Konzert!
Am Freitag, dem 30. Oktober 2026, läuft I Love Paris um 20:20 Uhr beim SHIVERS Film Festival im Zebra Kino in Konstanz. Die Vorführung ist als Deutschlandpremiere angekündigt.
Dabei bleibt es allerdings nicht bei einem gewöhnlichen Festivalabend. Aminata Thiboult und Louiza Aura werden persönlich anwesend sein und nach dem Film Fragen des Publikums beantworten. Anschließend tritt Thiboult unter ihrem Künstlernamen Calamity im Konstanzer Club Contrast auf.
Das ist ein besonders passender Rahmen für eine Horrorkomödie, die sich mit musikalischem Ehrgeiz und der Sehnsucht nach Ruhm beschäftigt. Die Hauptdarstellerin bringt ihre eigene Musik gewissermaßen unmittelbar aus der Filmhandlung zurück in die Wirklichkeit. Ein regulärer deutscher Kino- oder Streamingstart wurde bislang nicht angekündigt.
Deutschlandpremiere
I Love Paris
📅 30. Oktober 2026
🕗 20:20 Uhr
📍 SHIVERS Film Festival · Konstanz
Mit anschließendem Publikumsgespräch mit Aminata Thiboult und Louiza Aura sowie einem Konzert von Calamity im Club Contrast.
Offizielle Festivalinformationen · Ticketverfügbarkeit beim Veranstalter
🧛 Berühmt um jeden Preis – selbst nach dem Tod
I Love Paris greift eine ebenso einfache wie reizvolle Idee auf: Was geschieht, wenn ein Mensch, der unbedingt berühmt werden möchte, plötzlich übernatürliche Möglichkeiten erhält?
Paris nutzt ihre Verwandlung, um in einer Branche voranzukommen, die Aufmerksamkeit, Konkurrenz und Selbstvermarktung zum wesentlichen Bestandteil des Erfolgs gemacht hat.
Ihre Geschichte verspricht eine Mischung aus Musikkomödie, Vampirhorror und einer durchaus boshaften Betrachtung des modernen Ruhms.
Und vielleicht verbirgt sich darin sogar eine kleine Wahrheit über das Showgeschäft. Manche Künstler würden alles für ihre Karriere geben. Andere nehmen sich dafür einfach ein wenig Blut.





