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Die Uhr läuft jetzt wirklich
📰 Was ist los?
HOUSE 2 ist heute für PC auf Steam erschienen. Bark Bark Games schickt Tabby erneut in eine tödliche Zeitschleife mit einem reagierenden Haus, mehreren Enden und zahlreichen handgezeichneten Todesarten.
🐛 Was denken wir?
Die stärkste Idee bleibt das Haus selbst: kein passiver Horrorschauplatz, sondern eine Maschine, deren Regeln durch Versuch, Irrtum und meistens ziemlich viel Blut verstanden werden müssen. Der Wechsel von Pixelgrafik zur handgezeichneten Bilderbuchoptik könnte der Fortsetzung dabei genau den neuen visuellen Biss geben, den sie braucht.
⏰ Das Haus hat die Uhr wieder auf Mord gestellt: HOUSE 2 ist da
Ein sicheres Zuhause zeichnet sich normalerweise dadurch aus, dass Badewanne, Wanduhr und Familienmitglieder nicht gemeinsam an deinem vorzeitigen Ableben arbeiten. HOUSE 2 hält von dieser Definition weiterhin wenig. Das Horror-Abenteuer von Bark Bark Games ist heute für PC erschienen und lässt Tabby erneut in ein Gebäude zurückkehren, das seine Bewohner ausgesprochen persönlich nimmt.

Damit ist der Wechsel vollzogen, den wir am frühen Nachmittag noch nicht belastbar melden konnten. HOUSE 2 ist auf Steam inzwischen freigeschaltet und regulär erhältlich; zum Start läuft bis zum 4. September ein Launch-Rabatt.
Sechs Jahre nach dem ersten HOUSE bleibt die Grundidee dabei herrlich boshaft: Das Gebäude ist kein Schauplatz, sondern ein Gegner. Es reagiert auf die Handlungen des Spielers, verändert Situationen in Echtzeit und setzt Tabby unter permanenten Zeitdruck. Wer die falsche Entscheidung trifft, bekommt die Konsequenz häufig schneller serviert als eine neue Speicherdatei.
🏚️ Das Haus erinnert sich daran, wie man Tabby umbringt
Ein schweres Unwetter bildet den Rahmen der Fortsetzung. Tabby findet sich erneut in einem scheinbar endlosen Albtraum wieder und muss herausfinden, was hinter dem Fluch ihrer Familie steckt. Gleichzeitig läuft die Uhr weiter, denn HOUSE 2 baut seine Ereignisse erneut um eine tödliche Zeitschleife.
Das bedeutet, dass sich die Welt nicht geduldig darauf beschränkt, auf den Spieler zu warten. Gegenstände können ausprobiert, Ereignisse beeinflusst und Abläufe verändert werden. Welche Entscheidung wann getroffen wird, kann darüber bestimmen, wer überlebt, welche Wege sich öffnen und welches der verschiedenen Enden schließlich erreicht wird.
Dabei bleibt das Verhältnis zur eigenen Familie bemerkenswert flexibel. Retten oder töten gehört ausdrücklich zu den Möglichkeiten, wobei das Spiel selbst bereits Zweifel daran streut, wie frei diese Entscheidungen tatsächlich sind.
Gerade das machte schon den Vorgänger interessant. HOUSE war weniger ein klassischer Horror-Parcours als eine kleine Mordmaschine, deren Zahnräder man durch Wiederholung langsam verstehen lernte. Die Fortsetzung setzt genau dort an und macht aus Wissen erneut die wahrscheinlich zuverlässigste Überlebenswaffe.
🩸 Sterben wird diesmal handgezeichnet
Optisch vollzieht HOUSE 2 allerdings einen deutlichen Wechsel. Die Pixelgrafik des ersten Spiels macht einer handgezeichneten Storybook-Ästhetik Platz. Das klingt zunächst beinahe gemütlich, bis man berücksichtigt, wofür das Spiel diesen Stil verwendet.
Bark Bark Games verspricht erneut aufwendig inszenierte und ausgesprochen drastische Todesarten. Das Haus kann Tabby also weiterhin auf zahlreiche kreative Arten beseitigen, nur sehen die Ergebnisse diesmal eher wie Seiten aus einem sehr schlecht gelaunten Bilderbuch aus.
Dieser Kontrast dürfte zu den interessantesten Veränderungen gehören. Der Vorgänger lebte stark davon, wie beiläufig seine niedliche Pixeloptik mit Blut, Verstümmelung und schwarzem Humor kollidierte. HOUSE 2 muss denselben Effekt nun mit wesentlich detaillierteren Animationen und seiner gezeichneten Bildsprache herstellen.
Psychologischer Horror entsteht dabei weniger durch Dunkelheit allein als durch Erwartung. Sobald der Spieler verstanden hat, dass praktisch jeder Gegenstand Teil einer kommenden Katastrophe sein könnte, wird selbst ein völlig gewöhnliches Zimmer verdächtig.
🎮 Für die Pause vom Sterben gibt es eine Spielkonsole
Zwischen Fluchtversuchen und Familienkatastrophen steht im Haus außerdem die BarkStation. Auf der fiktiven Konsole lassen sich kleine Spiele im Stil der ersten PlayStation ausprobieren.
Das ist mehr als eine kuriose Zugabe, weil es gut zur eigenartigen Identität der Reihe passt. HOUSE behandelt Horror, makabren Humor und spielerisches Experimentieren ohnehin wie Bestandteile derselben Maschine. Ein Retrospiel innerhalb eines Hauses zu starten, das einen währenddessen wahrscheinlich weiterhin umbringen möchte, wirkt deshalb fast konsequent.
Auch die grundlegende Struktur bleibt bewusst nichtlinear. Items lassen sich kombinieren und zu unterschiedlichen Zeitpunkten einsetzen, Ereignisse können voneinander abhängig sein und Wiederholungen liefern neues Wissen über die Mechanik des Hauses. Wer nur möglichst schnell von links nach rechts rennt, dürfte entsprechend wenig Freude an seiner Lebenserwartung haben.
🕰️ Sechs Jahre später beginnt die Schleife von vorn
Der erste HOUSE erschien im Oktober 2020 und baute sich mit seiner Mischung aus Puzzle-Horror, schwarzem Humor und grausamen Konsequenzen eine bemerkenswert treue Anhängerschaft auf. An HOUSE 2 wurde nach Angaben des Teams fast drei Jahre gearbeitet.
Dabei soll es auch nach dem heutigen Release nicht bleiben. Bark Bark Games hat bereits größere Updates sowie weitere Überraschungen für den weiteren Jahresverlauf angekündigt. Was genau damit gemeint ist, bleibt zunächst offen.
Für den Moment zählt ohnehin etwas anderes: Nach Demo, mehreren Terminverschiebungen und dem heute erst später erfolgten Storewechsel lässt sich die Fortsetzung tatsächlich spielen.
Die Tür steht offen, die Zeitschleife läuft und Tabby ist wieder zu Hause.
Im Fall von HOUSE 2 sind das drei denkbar schlechte Nachrichten.





