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💀 Hostile von Luke Scull: Wenn Grimdark plötzlich Zähne bekommt. Und ein Fell.
Luke Scull – ja genau, der Typ, der sich The Grim Company ausgedacht hat und dessen Fantasyfiguren sich lieber gegenseitig erwürgen, als ein Happy End zu riskieren – hat jetzt ein neues Lieblingsgenre: Horror. Aber keine Sorge, die Abgründe sind geblieben. Nur diesmal grollen sie aus Tierkehlen.
🦍 Willkommen im Zoo der miesen Laune
Hostile beginnt dort im britischen Longleat Safari Park. Dort, wo normalerweise Flamingos chillen, Giraffen kauen – und plötzlich ein Schimpanse mit blutroten Augen aus dem Unterholz kommt und die Idylle zerfetzt. Wer hier auf niedliche Tiergeschichten gehofft hat, bekommt stattdessen eine aggressive Zoo-Apokalypse mit reichlich Bonusflöhen.
Aber das ist nur der Anfang. Denn hinter den Tierattacken steckt nicht einfach ein Virus – sondern eine kollektive Sinnkrise auf biologischer Ebene. Die Natur sagt: „Jetzt reicht’s.“ Und Scull? Der schreibt das Ganze mit der Kaltschnäuzigkeit eines Fantasyautors, der nie an Märchen geglaubt hat.
📚 Protagonist: Fantasyautor in der Midlife-Krise
Der eigentliche Held des Buchs ist übrigens kein Tierpfleger, sondern John Sharrock – ein… ja tatsächlich… Fantasy Autor, der gerade seinen ersten großen Buchdeal gelandet hat. Leider vergisst er dabei, wie das mit dem Leben geht: Ehe kaputt, Realität am Bröckeln, Albträume deluxe. Und als ob das nicht reicht, drehen draußen gerade die Meerschweinchen durch.
Scull schickt uns damit direkt in die dunkle Ecke zwischen Burnout, Weltenflucht und Killerhamster. Klingt schräg? Ist es auch. Aber auf die gute Art.
🕳️ Tiefgang mit Fellgeruch
Was als tierischer Terror losgeht, wird im letzten Viertel zum psychologischen Erdrutsch. Keine Sorge, bis dahin gibt’s genug Bissspuren, aber dann zieht Scull die Bodenplatte der Realität einfach weg. Hostile ist kein platter Creature Horror, sondern ein verdammt gut getarnter Psycho-Thriller mit überaus eleganter Brechstange.
Am Ende stellt sich nicht nur die Frage, wer hier das Monster ist – sondern auch, wie viel Wildnis in uns selbst lauert. Nur mit weniger Kuschelfaktor.
🧾 Fazit:
Wer The Grim Company mochte, bekommt hier keine Drachen, aber dafür bissige Dialoge, düstere Gedanken und ein Faible für eskalierende Zwischenfälle mit Kaninchen. Hostile ist ein Animal-Horror für Menschen mit Geschmack. Oder für Leute, die beim Tierarzt gerne nervös lachen.
Luke Scull auf seiner höchsteigenen Webpräsenz besuchen? Der Weg führt hier entlang.

