Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden kehrt überraschend zurück

🧐 Im Fantasykosmos suchen

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Mittelerde meldet einen Vermissten zurück

📰 Was ist los?
Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden ist überraschend als Legacy Edition zurückgekehrt. Aspyr bringt das Action-RPG von 2011 auf aktuelle Plattformen und ergänzt unter anderem schnellen Figurenwechsel, verbessertes Anvisieren, modernisierte Anzeigen, Autosave, 60 FPS sowie Koop-Funktionen.

🐛 Was denken wir?
Fast wichtiger als technische Extras ist hier die schlichte Tatsache, dass man das Ding wieder kaufen kann. Jahrelang war Der Krieg im Norden digital verschwunden. Dass Aspyr zusätzlich weitere klassische Herr-der-Ringe-Rückkehrer andeutet, macht den Shadow Drop noch interessanter.

Banner für den Newsletter im Fantasykosmos mit Gandalf, der den Leser nicht vorbeilässt,

⚔️ Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden kehrt überraschend zurück

Manche Spiele werden alt. Andere verschwinden irgendwann aus den Shops und entwickeln sich anschließend zu digitalen Geistergeschichten, bei denen gebrauchte Konsolenscheiben und zweifelhafte Restkeys die einzige Eintrittskarte bleiben.

Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden gehörte seit Jahren zur zweiten Sorte.

Ein großes geflügeltes Wesen speit einen breiten Feuerstrahl über eine verschneite Festungsruine und dunkle Berglandschaft.
Sieben Jahre aus den digitalen Shops verschwunden, jetzt wieder mitten im Kampf: Der Krieg im Norden kehrt als Legacy Edition nach Mittelerde zurück.
© Aspyr Media / Warner Bros. Interactive Entertainment

Jetzt ist das Action-Rollenspiel von 2011 überraschend zurück. Aspyr Media hat ohne große Vorwarnung die Legacy Edition veröffentlicht. Auf PS5, Xbox Series X|S und PC kann man damit wieder ganz offiziell durch den Norden Mittelerdes ziehen, erstmals seit das Original Ende 2018 beziehungsweise Anfang 2019 aus den digitalen Stores verschwand.

Mittelerde hat damit einen seiner lange vermissten Bewohner aufgestöbert. Und ausnahmsweise war dafür kein Riesenadler nötig.

⚔️ Während Frodo wandert, brennt im Norden ebenfalls die Hütte

Der Krieg im Norden erzählt keine weitere Version der bekannten Ringreise. Die Handlung läuft parallel zu den Ereignissen von Der Herr der Ringe und schickt eine eigene Dreiergemeinschaft gegen den Schwarzen Númenórer Agandaûr, einen Diener Saurons, der in den Ruinen von Fornost eine Armee sammelt.

Spielbar sind der Dúnedain-Waldläufer Eradan, die Elben-Gelehrte Andriel und der Zwergenkrieger Farin. Ihre Reise führt unter anderem nach Bruchtal, Lórien, zum Einsamen Berg und durch den Düsterwald. Aragorn, Gandalf und Elrond tauchen ebenfalls auf.

Der Ton war dabei schon 2011 auffällig ruppig. Orks, Trolle, Warge und Grabunholde werden mit Schwertern, Äxten und Magie bearbeitet, während das Spiel einen deutlich dreckigeren Kriegsschauplatz zeigt als viele andere damalige Tolkien-Adaptionen.

Frodo trägt währenddessen einen Ring nach Mordor. Manche Gefährtengruppen hatten eben die übersichtlichere Aufgabenbeschreibung.

🎬 Der Norden zieht wieder das Schwert

Der offizielle Launch-Trailer bringt die zweite Gefährtengruppe Mittelerdes zurück – mitsamt Orks, großen Äxten und erstaunlich wenig Interesse an ruhigen Wanderwegen.

🛠️ Aspyr poliert vor allem dort, wo 2011 inzwischen knirscht

Die Legacy Edition bleibt im Kern das alte Action-RPG, bekommt aber eine Reihe moderner Komfortfunktionen.

Die drei Figuren lassen sich jetzt direkt während des Spiels wechseln. Gegner können sauberer anvisiert werden, Lebensenergie, Mana und Erfahrung der Gruppenmitglieder sind besser sichtbar und ein neues Autosave-System reduziert das Risiko, nach einem Absturz gleich noch einmal persönlich gegen Sauron antreten zu wollen. Dazu kommen Fehlerkorrekturen und 60-FPS-Unterstützung auf geeigneten Plattformen.

Gerade für Solospieler ist der schnelle Figurenwechsel interessant. Eradan, Andriel und Farin besitzen sehr unterschiedliche Rollen – Fernkampf und Tarnung, Magie und Heilung sowie klassisches zwergisches Nahkampfargument.

Das System macht aus der alten KI-Gruppe plötzlich stärker eine tatsächlich steuerbare Gemeinschaft.

Gandalf hätte vermutlich gesagt, man solle die Gefährten klug wählen.

Aspyr fügt hinzu: Man kann sie jetzt wenigstens schneller wechseln.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🤝 Der Koop-Modus bekommt seine Gefährten zurück

Besonders wichtig ist die Rückkehr des Mehrspielers. Der Krieg im Norden war immer stark auf seine Dreiergruppe ausgelegt. Die Legacy Edition unterstützt wieder bis zu drei Spieler online sowie lokalen Split-Screen.

Damit bekommt das Spiel eine seiner stärksten alten Ideen zurück: unterschiedliche Klassen, deren Fähigkeiten sich ergänzen, während man gemeinsam durch Mittelerde zieht.

Die Wiederveröffentlichung besitzt deshalb auch einen handfesten Erhaltungswert. Wer Der Krieg im Norden nicht bereits besaß, konnte das PC-Spiel seit Jahren nicht mehr regulär über Steam kaufen. Alte Schlüssel wurden entsprechend rar und teuer. Jetzt liegt die neue Fassung wieder ganz gewöhnlich im Warenkorb.

Auf Steam kostet die Legacy Edition regulär rund 20 Dollar beziehungsweise den jeweiligen Regionalpreis; zum Start läuft zusätzlich ein Rabatt von zehn Prozent.

Es ist erstaunlich angenehm, wenn „Legacy Edition“ einmal tatsächlich bedeutet, dass ein Stück Spielehistorie wieder erreichbar wird.

Boney Jones präsentiert die besten Memes der Fantasygeschichte. Boney der Skelett-Pirat.

🧙 Der Krieg im Norden könnte erst der Anfang sein

Der interessanteste Satz der gesamten Ankündigung steht beinahe am Rand. Der Krieg im Norden ist laut Aspyr das erste Herr-der-Ringe-Spiel des Studios. Gleichzeitig heißt es ausdrücklich, Fans dürften sich künftig auf weitere klassische Veröffentlichungen aus dem Franchise freuen.

Welche Spiele damit gemeint sind, verrät Aspyr noch nicht. Die Auswahl an verschwundenen oder auf alter Hardware gefangenen Tolkien-Spielen wäre jedenfalls groß genug. Gerade die Spieleära vor Shadow of Mordor besitzt einige Titel, die heute nur noch umständlich oder gar nicht legal erhältlich sind.

Damit ist die Rückkehr von Der Krieg im Norden plötzlich mehr als ein einzelner Shadow Drop. Vielleicht hat Aspyr gerade begonnen, in Mittelerdes digitalem Grabgewölbe aufzuräumen. Der erste Tote steht jedenfalls schon wieder erstaunlich munter mitten im Steam-Shop.

Schwarzweiße Luxus-Werbeparodie im Stil einer edlen Uhrenkampagne: Ein ernst blickender Ork mit markanten Stoßzähnen und elegantem schwarzen Sakko sitzt in halb seitlicher Pose vor dunklem Hintergrund. Auf seinem Handgelenk trägt er eine metallische Luxus-Uhr. Über dem Bild stehen groß der Markenname „VORGHAN VULTOR“ und darunter „MIMIKRON“. Rechts unten ist die Uhr noch einmal als Produktabbildung zu sehen: ein silbernes Modell mit dunklem Zifferblatt, zahnartigen Stundenmarkierungen und einem unheimlichen Auge im unteren Bereich. Die Szene wirkt auf den ersten Blick hochwertig und seriös, entfaltet aber auf den zweiten Blick ihren absurden Fantasy-Humor.