Hecate Enthroned – The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried (Review)

Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Hecate Enthroned – The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried

🧿 Kurzfazit
The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried ist ein großes, düsteres und überraschend lebendiges Symphonic-Black-Metal-Album. Hecate Enthroned verbinden alte britische Mythen, Death-Metal-Schub, orchestrale Größe und klassisches Schwarzmetall zu einem Werk, das nicht nur böse funkelt, sondern tatsächlich Atmosphäre, Gewicht und dramatische Spannweite besitzt.

🎯 Für wen?
Für Dunkelherzen, die Symphonic Black Metal nicht als Plastik-Kirchhof mit Keyboardschaum genießen mögen, sondern als echtes Gebirge aus Kälte, Wucht, Melodie, Mythos und rußigem Theater. Wer frühe Cradle Of Filth, Dimmu Borgir, Emperor, Bal-Sagoth, Old Man’s Child und extreme Gothic-Metal-Pracht grundsätzlich versteht, bekommt hier reichlich Futter.

🎧 Wie klingt das?
Wie ein alter britischer Mythos, der unter einer Klosterruine vergraben wurde und nun mit Orchester, Blastbeats und sehr schlechter Laune wieder ans Tageslicht will. Die Gitarren sägen, die Drums treiben, die Keyboards türmen Kulissen auf, und der Gesang knurrt, schreit und beschwört sich durch eine Welt aus Ahnengräbern, Golems, Wasserpferden, Dryadenhainen, verrottenden Porträts und endlosem Schnee. Das könnte heillos überladen wirken. Tut es aber nur selten, weil Hecate Enthroned den Bombast meistens an die Songs binden, statt ihn wie Nebel aus der Maschine zu pusten.

🎼 Highlights
The Arcane Golem, Steed Of The Still Water, A Gallery Of Rotting Portraits

⛔ Nichts für dich, wenn…
du Black Metal nur roh, karg und asketisch akzeptierst. Diese Platte trägt Umhang, Krone, Schwert, Chorraum und einen halben Bergfried auf dem Rücken. Wer Symphonic Black Metal grundsätzlich für zu viel hält, wird hier nicht bekehrt, sondern vom nächsten Golem höflich aus dem Tal getragen.

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🏔️ Hecate Enthroned – The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried: Wenn der Mythos unter dem Berg noch atmet

The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried klingt, als hätte jemand eine alte britische Sage nicht gelesen, sondern ausgegraben. Weder sauber noch ehrfürchtig, nicht mit Pinselchen und Museumshandschuhen, sondern mit Spitzhacke, Fackel und unter dem Einfluss eines sehr schlechtem Omens. Unter dieser Platte liegt kein hübscher Fantasy-Mythos für den Kaminabend. Hier fault etwas Riesiges im Berg. Etwas, das zu alt ist, um einfach tot zu sein, und zu schwer, um noch Legende genannt zu werden.

Hecate Enthroned machen daraus kein nostalgisches Symphonic-Black-Metal-Schaulaufen, sondern ein wuchtiges, finsteres Album voller Ruinenlicht, Ahnenkälte und orchestraler Angriffslust. Die Songs klingen, als würden sie durch Täler marschieren, in denen selbst der Nebel eine Herkunft hat. Gitarren und Drums treiben die Musik nach vorn, Keyboards öffnen die Landschaft, und über allem liegt dieser britische Mythenschimmel, der nicht muffig wirkt, sondern lebendig giftet.

Das ist Black Metal mit Mauern, Wurzeln, Knochen und Wetter. Und wenn der Titel einen toten Titanen verspricht, dann liegt dieser Körper nicht dekorativ im Hintergrund. Er ist die Landschaft selbst. Der Boden. Der Druck. Der Grund, warum diese Platte nicht einfach düster klingt, sondern wie etwas, das aus gutem Grund begraben wurde.

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🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Symphonic Black Metal, Blackened Death Metal, Extreme Gothic Metal

Vergleichbar mit: eeinem alten britischen Sagenbuch, das in einem feuchten Keller lag, bis Emperor die Schlösser aufbrachen, Cradle Of Filth die Kerzen anzündeten und ein sehr schlecht gelaunter Titan im Hintergrund langsam ein Auge öffnete.

Klangfarbe: The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried klingt dunkelgrün, steingrau, schwarz und modrig-golden. Nicht im Sinne hübscher Farbpostkarte, sondern wie ein altes Tal nach Regen: schwer, bewaldet, neblig, mit etwas Leuchtendem zwischen den Ruinen. Die orchestralen Elemente geben dem Album Größe, aber die eigentliche Kraft kommt aus der Verbindung mit den Gitarren. Wenn die Platte funktioniert, klingt sie nicht nach Keyboard über Metal, sondern nach Metal, der seine eigene finstere Architektur mitbringt.

🔥 Highlights

The Arcane Golem ist der Moment, in dem das Album seine Größe nicht nur behauptet, sondern auf den Boden stampft. Der Song beginnt mit dieser massiven, drohenden Qualität, die sofort ein Bild erzeugt: etwas sehr Altes, sehr Schweres, sehr Unnachgiebiges bewegt sich durch Stein und Nebel. Das Stück lebt von seiner körperlichen Wucht. Die symphonischen Elemente öffnen den Raum, aber sie polstern ihn nicht weich aus. Darunter arbeiten Gitarren und Drums mit einer Härte, die verhindert, dass der Song zum reinen Fantasy-Panorama wird. The Arcane Golem ist kein hübsches Monster im Schaukasten. Er marschiert.

Steed Of The Still Water zeigt die andere Stärke der Platte: Atmosphäre vor Angriff. Der Song trägt einen beinahe gespenstischen Einstieg in sich, eine glattere, kühlere Oberfläche, unter der schon sehr früh etwas lauert. Wasser ist hier kein Naturbild zum Durchatmen, sondern eine Fläche, in der etwas Altes wartet. Gerade dieser Kontrast macht den Song stark. Hecate Enthroned lassen dem Stück zunächst Raum, bevor die Härte einsetzt. Dadurch wirkt der Ausbruch nicht wie ein Knopfdruck, sondern wie das Brechen einer Oberfläche. Steed Of The Still Water ist einer der Momente, in denen das Album am klarsten zeigt, dass es nicht nur große Kulissen bauen kann, sondern auch Spannung.

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A Gallery Of Rotting Portraits ist als Titel schon fast eine komplette Review in fünf Wörtern. Der Song bringt die gotische Seite der Band besonders schön nach vorn: morbide Bilder, alte Räume, vergessene Ahnen, Staub auf Rahmen, Gesichter, die aus der Wand zu schauen scheinen. Musikalisch ist das Stück wichtig, weil es die theatralische Ader des Albums bündelt, ohne in reine Dekoration zu kippen. Hier darf der Bombast seine Zähne zeigen. A Gallery Of Rotting Portraits klingt wie ein Rundgang durch ein Herrenhaus, in dem jedes Bild lügt, aber keines schweigt.


🎨 Artwork

Das Cover von The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried sieht aus, als hätte ein Fantasy-Maler einen alten britischen Mythos ausgegraben und beschlossen, dass das Ding besser wieder unter die Erde gehört. Wir blicken in ein dunkles Gebirgstal. Links und rechts steigen Wälder und Felsen auf, darüber liegt ein fahler Mond hinter Wolken. In der Ferne steht eine grünlich leuchtende Ruine, halb Burg, halb Grabzeichen, als hätte sich dort etwas gesammelt, das nicht mehr ganz zur Welt der Lebenden gehört. Im Vordergrund liegen hornartige Formen, Knochen, Erde, dunkles Moos, Spuren einer Kreatur, die zu groß war, um einfach Tier genannt zu werden.

Das Artwork ist stark, weil es nicht nur „Fantasy“ zeigt. Es zeigt Nachhall. Die eigentliche Katastrophe ist bereits passiert. Der Titan liegt nicht kämpfend im Bild, sondern als Gedanke unter dem Bild. Genau das passt zum Albumtitel: Der Körper ist vergraben, aber die Klage ist noch da. Und irgendwo in diesem Tal ahnt man: Wenn der Berg atmet, rennt man besser nicht erst nach der Landkarte.


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🪦 Besondere Momente

Der Bombast bleibt bissfest

Symphonic Black Metal scheitert oft daran, dass die Orchestrierung alles weichzeichnet. Hier passiert das nicht. Hecate Enthroned nutzen Keyboards und orchestrale Farben als Kulisse, Druckverstärker und Schattenwurf, nicht als Zuckerguss über Riffs.

Mythos statt Rollenspielprospekt

Die alten britischen Legenden geben dem Album echtes Bildmaterial. Das wirkt nicht wie aufgeklebte Fantasy-Deko, sondern wie ein thematischer Boden. Golem, Ahnen, Dryadenhain, Pwca, Schneetal: Diese Begriffe tragen Atmosphäre, bevor der erste Blastbeat fällt.

Härte mit Ruinenblick

Die Platte ist nicht nur breit und episch, sondern auch aggressiv. Gerade diese Mischung macht sie reizvoll. Die Songs stehen nicht bloß majestätisch herum, sie greifen an. Das Album hat Türme, aber auch Klauen.

Die Länge arbeitet für die Welt

Mit neun Stücken wirkt das Album wie eine Reise durch verschiedene Bezirke derselben verfluchten Landschaft. Nicht jeder Gang ist gleich stark, aber die Dramaturgie hält. Es gibt Intro, Marsch, Glade, Galerie, Kloster, Schnee. Das ist schon ziemlich nah an einer düsteren Kampagne, nur mit besserem Schlagzeug.

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📜 Hintergrund

Hecate Enthroned gehören zu den prägenden britischen Namen im Symphonic Black Metal und sind seit den Neunzigern aktiv. Die Band wurde oft im Umfeld von Cradle Of Filth eingeordnet, hat sich aber über die Jahre ihren eigenen Platz zwischen Black Metal, Death-Metal-Aggression, gotischer Theatralik und symphonischer Finsternis erspielt.

The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried erscheint am 29. Mai 2026 über M-Theory Audio und ist das erste neue Album der Band seit Embrace Of The Godless Aeon aus dem Jahr 2019. Produziert wurde das Album von Hecate Enthroned gemeinsam mit Dan Abela, der auch Mix und Mastering übernahm. Das Cover stammt von Erskine Designs.

Lyrisch und atmosphärisch greift das Album alte britische Mythen und Legenden auf. Das merkt man der Platte an: Sie klingt nicht nach generischem Höllentheater, sondern nach Inselnebel, Hügelgräbern, Ahnenruinen, Moorwasser, alten Wesen und einem Titanenkörper, der unter der Landschaft weiter fault.

🪓 Fazit: Wenn der tote Riese im Tal noch Schatten wirft

The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried ist ein Album, das seine eigene Fallhöhe kennt. Symphonic Black Metal mit Titan, Klage, Ahnen, Golem und verrottenden Porträts kann sehr schnell zur finsteren Kostümparty werden. Hecate Enthroned umgehen diese Falle nicht durch Zurückhaltung, sondern durch Überzeugung. Diese Platte glaubt an ihre Bilder. Und genau deshalb funktionieren sie hier auch so gut.

Der große Reiz liegt darin, dass die Band ihre alte Schule nicht versteckt. Hier wird nicht modern entschlackt, bis jede Eigenart verschwindet. Hecate Enthroned spielen groß, dunkel, theatralisch und stellenweise herrlich überbordend. Aber unter der Pracht liegt genug Biss. Die Gitarren haben Druck, die Drums treiben, die Stimme bleibt garstig, und die orchestralen Schichten geben den Songs eher Höhe als Polster. Am stärksten ist das Album, wenn Mythos und Härte wirklich ineinandergreifen. The Arcane Golem stampft mit steinerner Gewalt durch die Landschaft. Steed Of The Still Water zeigt, dass diese Band Spannung aufbauen kann, bevor sie das Wasser schwarz färbt. A Gallery Of Rotting Portraits ist gotischer Bilderwahn mit Substanz.

Nicht jeder Moment ist gleich zwingend. Manchmal wird die Pracht so breit aufgezogen, dass einzelne Details im Schatten verschwinden. Manchmal möchte man der Band zurufen, dass ein Berg auch dann groß bleibt, wenn nicht noch drei Nebelbänke und ein Chor darüberliegen. Aber das gehört zu diesem Stil. Wer Hecate Enthroned einschaltet, will kein asketisches Scheunenfeuer. Man will Ruinen, Donner, Mythenstaub und einen halbtoten Riesen unter dem Talboden. Und genau das liefert dieses Album.

The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried ist kein verspäteter Nostalgietrip. Es ist ein starkes, lebendiges und erstaunlich bildkräftiges Werk einer Band, die nach sieben Jahren nicht zurückkommt, um sich klein zu machen. Sie kommt zurück, um den Berg zu öffnen. Absolut hörenswert!

Albumcover von Hecate Enthroned – The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried: Dunkle Fantasy-Landschaft mit nebligem Gebirgstal, schwarzem Wald, fahlem Mondlicht und einer grünlich leuchtenden Ruine in der Ferne. Im Vordergrund liegen dunkle Erde, Moos, Knochen und hornartige Formen. Oben rechts steht das Bandlogo mit okkultem Symbol, unten der Albumtitel.
Künstler:Hecate Enthroned
Albumtitel:The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried
Erscheinungsdatum:29. Mai 2026
Genre:Symphonic Black Metal / Blackened Death Metal / Extreme Gothic Metal
Label:M-Theory Audio
Spielzeit:ca. 54 Minuten

🎬 Offizielles Video

Das offizielle Video zu A Gallery Of Rotting Portraits ist der perfekte visuelle Einstieg in The Corpse Of A Titan, A Lament Long Buried: gotischer Bilderwahn, verfallene Ahnenräume, finstere Symphonic-Black-Metal-Pracht und genau jene morbide Theatralik, bei der Hecate Enthroned ihre alte Stärke besonders wirkungsvoll ausspielen.

🎼 Trackliste:

Adar Rhiannon
Spirits Stir Within Our Ancestors Tombs
The Arcane Golem
Steed Of The Still Water
Pwca
Deathless In The Dryad Glade
A Gallery Of Rotting Portraits
The Boreal Monastery
Into A Vale Of Endless Snow

👥 Besetzung:

Joe Stamps – Gesang
Nigel Dennan – Gitarre
Andy Milnes – Gitarre
Dylan Hughes – Bass
Pete White – Keyboards
Matt Holmes – Schlagzeug

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