Geister, Mord und Tarotkarten: Haunted macht Supernatural Noir zum Rollenspiel
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Tarot ersetzt Würfel im Geister-Noir
📰 Was ist los?
Haunted startet heute auf Gamefound. Das Pen-and-Paper-Rollenspiel verbindet Mordermittlungen, Geister, Kulte und Noir mit einem komplett würfelfreien Tarotsystem. Der Spielleiter kennt die tatsächliche Lösung des Falls bereits, während die Spieler Täter, Motiv und Geheimnisse rekonstruieren müssen.
🐛 Was denken wir?
Das gefällt mir ausgesprochen gut. Vor allem die Kombination aus echtem lösbaren Kriminalfall und Tarotmechanik gibt Haunted eine klare Identität. Dazu kommt eine übernatürliche Noir-Welt, die deutlich mehr verspricht als den nächsten Monsterkampf mit Detektivmantel.
Ein Mord ist geschehen, Geister mischen sich ein, irgendwo zieht ein Kult seine Fäden – und diesmal weiß der Spielleiter tatsächlich, wer es war. Haunted startet heute seine Crowdfunding-Kampagne auf Gamefound und verbindet klassische Ermittlungsarbeit mit übernatürlichem Horror, Noir-Atmosphäre und einem ungewöhnlichen Regelsystem: Würfel gibt es keine, Entscheidungen werden mit Tarotkarten aufgelöst.

Hinter dem Rollenspiel steht Burzerkerr Studios. Die Inspirationsquellen reichen von True Detective und Se7en über L.A. Confidential bis zu Hellblazer. Entsprechend geht es weniger um heldenhafte Monsterjäger als um beschädigte Ermittler, schmutzige Geheimnisse und Fälle, die meist tiefer reichen, als zunächst irgendjemand wahrhaben möchte.
🔮 Wenn das Tarot entscheidet, was schiefgeht
Das auffälligste System von Haunted liegt direkt auf dem Tisch. Statt Würfeln kommt ein Tarotdeck zum Einsatz, dessen Karten darüber entscheiden, wie riskante Situationen ausgehen.
Dabei geht es nicht einfach um Erfolg oder Fehlschlag. Die gezogene Karte beeinflusst, welchen Preis eine Handlung fordert und welche unerwarteten Konsequenzen entstehen. Das Tarot wird dadurch zugleich Zufallsgenerator und erzählerisches Werkzeug.
Gerade für übernatürlichen Noir passt diese Mechanik erstaunlich gut. Tarotkarten besitzen ohnehin eine starke Symbolsprache, und Haunted nutzt genau diese Bilder, um Szenen, Wendungen und Konsequenzen mit Bedeutung aufzuladen.
🎬 Haunted – offizielles Vorstellungsvideo
Geisterfälle, Noir und Tarot statt Würfeln: Burzerkerr Studios stellt das ungewöhnliche Ermittlungsrollenspiel Haunted vor.
🕵️ Der Mörder steht bereits fest
Fast noch interessanter ist die Art, wie Haunted seine Fälle konstruiert. Der Spielleiter kennt Täter, Opfer, Motiv und Geheimnisse vor Beginn der eigentlichen Ermittlungen.
Das klingt zunächst selbstverständlich, ist innerhalb moderner erzählerischer Rollenspiele aber keineswegs immer der Standard. Viele Systeme entwickeln Geheimnisse gemeinsam am Spieltisch oder lassen ihre Lösung erst während des Spiels entstehen.
Haunted geht bewusst zurück zu einer klassischen Detektividee: Es gibt eine Wahrheit. Die Spieler müssen sie herausfinden.
Dadurch können Spuren tatsächlich kombiniert, Aussagen überprüft und Verdächtige ausgeschlossen werden. Wer am Ende den richtigen Täter nennt, hat einen Fall gelöst und keine Geschichte nachträglich passend zusammengesetzt.
🕸️ Jeder Verdächtige hat etwas zu verbergen
Damit das Ganze trotzdem nicht zu einer simplen Schnitzeljagd aus drei Hinweisen und einer abschließenden Verhaftung wird, besitzen die Figuren und Fraktionen eines Falls eigene Geheimnisse.
Das ist wichtig, weil dadurch auch falsche Spuren glaubwürdig bleiben können. Ein Verdächtiger kann lügen, Beweismaterial verstecken oder nervös reagieren und trotzdem nichts mit dem eigentlichen Mord zu tun haben.
Für Noir ist genau das Gold wert. In diesen Geschichten sind schließlich selten nur die Täter schuldig. Fast jeder trägt irgendeinen Dreck mit sich herum, und die eigentliche Frage lautet häufig, welcher davon überhaupt zum aktuellen Fall gehört.
👻 Geister machen Ermittlungsarbeit selten einfacher
Dann kommt noch das Übernatürliche hinzu. Haunted spielt in einer Welt, in der Tote keineswegs zuverlässig schweigen und Kulte, Magie sowie paranormale Erscheinungen zum Alltag besonders schlechter Nächte gehören.
Damit kann ein Mordfall gleichzeitig klassische Ermittlungsarbeit und Geistergeschichte sein. Eine Spur muss nicht zwangsläufig von einem lebenden Zeugen stammen, und manche Geheimnisse reichen erheblich weiter zurück als die Tat, mit der eine Runde beginnt.
Gerade diese Verbindung erinnert an Hellblazer: Großstadt, persönliche Abgründe und übernatürliche Kräfte existieren im selben schmutzigen Raum.
🩸 Die Ermittler bringen ihre eigenen Geister mit
Die Fälle bilden allerdings nur eine Hälfte von Haunted. Die Ermittler selbst tragen alte Wunden, Schuld oder andere ungelöste Teile ihrer Vergangenheit mit sich herum.
Damit entsteht parallel zur eigentlichen Untersuchung eine persönliche Geschichte. Ein Charakter kann einen Fall lösen und trotzdem an den Dingen scheitern, die ihn schon lange vor dem ersten Tatort verfolgt haben.
Das passt hervorragend zum Noir-Gedanken. Ein guter Detektiv kommt am Ende vielleicht der Wahrheit näher. Ob diese Wahrheit sein eigenes Leben verbessert, ist eine vollkommen andere Frage.
🌧️ True Detective trifft Hellblazer am Spieltisch
Genau diese Mischung macht Haunted für uns spannend. Übernatürliche Rollenspiele gibt es reichlich, und auch Ermittlungsmechaniken sind im Pen-and-Paper längst etabliert. Hier greifen beide Bereiche allerdings sehr konsequent ineinander.
Das Tarot liefert Unsicherheit und Symbolik, der vorbereitete Fall ermöglicht echte Deduktion und die persönlichen Geschichten der Ermittler sorgen dafür, dass selbst ein gelöster Mord nicht zwangsläufig ein glückliches Ende bedeutet.
Mit dem heutigen Start auf Gamefound muss Haunted nun zeigen, ob genügend Spieler Lust auf genau diese Art von Geister-Noir haben.
Die Grundidee sitzt jedenfalls: Der Tote kennt vielleicht die Wahrheit. Das bedeutet allerdings noch lange nicht, dass er bereit ist, sie zu erzählen.




