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Harry nur als Nebenrolle? Neues von der HBO Potter Serie
📰 Was ist los?
Die kommende Harry-Potter-Serie von HBO wird nach eigenen Aussagen nicht einfach nur „die Romane endlich komplett verfilmen“, sondern die Geschichte deutlich über Harrys Blickwinkel hinaus erweitern. Das sagt niemand Geringeres als Lox Pratt, der neue Draco-Malfoy-Darsteller. In einem Interview erklärt er, man werde „so viel mehr sehen als in den Büchern“, inklusive Szenen mit Lehrkräften in ihren Zimmern und Dracos Zuhause.
🐛 Was denken wir?
Die Marketinglinie war bisher: werkgetreu, ein Buch pro Staffel. Jetzt klingt es eher nach: ein Buch plus Deleted Scenes plus Bonus-Fanfiction im Serienformat. Das kann spannend werden, oder wie ein sehr teures „Was in der Zwischenzeit geschah … aber diesmal mit Draco im Kinderzimmer“.
🪄 „Mehr als in den Büchern“: HBOs Harry-Potter-Serie stellt Harry nicht mehr in die Mitte
Die Hogwarts-Flure werden neu gestrichen, aber der Grundriss bleibt derselbe, so ungefähr verkauft HBO seine neue Harry-Potter-Serie: ein Jahrzehnt Fernsehen, ein Buch pro Staffel, angeblich werkgetreu und doch „größer als die Romane“. Jetzt verrät Draco-Darsteller Lox Pratt, was das konkret heißt: Die Kamera löst sich von Harrys Schulter, streift durch Lehrerzimmer, Malfoy-Manor und Nebenfigurenköpfe. Klingt nach Traumprojekt für Lore-Fans und nach heikler Gratwanderung zwischen Romanrespekt und Prestige-Fanfic.
👀 „Über Harrys Schulter“ reicht nicht mehr
Lox Pratt fasst die Grundidee der neuen Serie ziemlich klar zusammen:
- Die Bücher seien „sehr stark über Harrys Schulter erzählt“ und die Filme hätten das im Grunde kopiert.
- Die HBO-Adaption soll weit über diesen begrenzten Erzähler hinausgehen:
- Lehrerinnen und Lehrer in ihren „kleinen Räumen“,
- Draco zu Hause,
- zusätzliche Szenen, die erklären sollen, warum Figuren so handeln, wie sie handeln.
- Pratt freut sich vor allem darüber, Draco nicht mehr nur als „2D-Schurken“ spielen zu müssen, sondern als Figur mit sichtbarer Prägung durch Familie und Umfeld.
Die Serie will also bewusst außerhalb der bekannten Buchszenen unterwegs sein, gerade im ersten Schuljahr, in dem Draco im Roman praktisch nur in Hogwarts vorkommt.
📺 Fakten zur Serie: Wer dreht hier was, und wann?
Ein paar Eckdaten zur HBO-Produktion:
- Showrunner: Francesca Gardiner
- Regie (Pilot und mehr): Mark Mylod – beide u. a. bekannt aus Succession.
- Geplanter Aufbau: ein Buch pro Staffel, insgesamt sieben Staffeln über etwa ein Jahrzehnt.
- Cast (Auswahl):
- Dominic McLaughlin als Harry
- Arabella Stanton als Hermine
- Alastair Stout als Ron
- Lox Pratt als Draco
- Johnny Flynn als Lucius Malfoy
- John Lithgow als Dumbledore, Paapa Essiedu als Snape, Nick Frost als Hagrid, Janet McTeer als McGonagall
- Startfenster: HBO peilt Anfang 2027 als Release an, also irgendwann zwischen Januar und April.
Parallel bezeichnet ein Warner-Bros-Manager die Serie schon jetzt als möglichen „Streaming-Event des Jahrzehnts“, was ungefähr das Marketing-Äquivalent zu „Wir haben sehr viel Geld ausgegeben, bitte schaut das“ ist.
🔁 „Werkgetreu plus X“ – Chance oder Überdehnung?
Spannend ist der Widerspruch im Wording:
- Offiziell verkauft HBO die Serie als „treue, vollständige Adaption“ der Romane, die endlich alle Plotstränge und Nebenfiguren aus den Büchern unterbringt.
- Gleichzeitig kündigen Cast und Produzenten neue Szenen, neue Schauplätze und eine deutlich breitere Perspektive an, die über das Original hinausgehen.
Das kann zwei Dinge bedeuten:
- Im besten Fall
Wir bekommen genau das, was viele sich seit Jahren wünschen:
mehr Innenleben für Figuren wie Draco, Snape, McGonagall & Co., ruhig auch kleine Ausflüge nach Malfoy Manor oder ins Lehrerzimmer, ohne dass der Hauptplot verbogen wird. - Im schlechtesten Fall
„Mehr als in den Büchern“ heißt:
jede Figur bekommt ihre Pflicht-Backstory-Episode, bis Hogwarts sich anfühlt wie ein Cinematic Universe und nicht mehr wie ein durchkomponierter Roman.
Gerade die ersten Infos zu geänderten Zeitpunkten – etwa Lucius Malfoy schon in Staffel 1 – zeigen, wie früh die Serie in die Struktur der Bücher eingreift.
🧪 Fantasykosmos-Fazit: Zwischen Lupin-Folge und Fanfic-Gefahr
Die Idee, Hogwarts nicht mehr nur als Kulisse, sondern als voll bewohnte Welt zu erzählen, ist an sich stark. Dass ausgerechnet Draco eine vertiefte Behandlung bekommt, wirkt logisch: Er war schon in den Filmen spannender, als seine Screentime zugelassen hat.
Die Frage ist weniger, ob man über Harrys Schulter hinausgehen darf – natürlich darf man das – sondern:
Kann die Serie diese Erweiterung so nutzen, dass sie Ton und Logik der Romane respektiert, statt sie mit Prestige-Füllmaterial zuzukleistern?
Bis wir eine Antwort haben, bleibt die neue HBO-Variante ein großes Experiment:
Ein versprochenes „mehr als in den Büchern“, das entweder die beste Lupin-oder-Malfoy-Folge aller Zeiten liefert oder zeigt, wie dünn selbst Zaubererstoff werden kann, wenn man ihn zu stark in die Länge zieht.



