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Der neue Kratos greift noch nicht zur Axt
📰 Was ist los?
Dave Bautista verhandelt über die Kratos-Rolle in der God-of-War-Serie. Er soll Ryan Hurst ersetzen, der nach einem schweren Bizepsriss voraussichtlich erst 2027 wieder hätte drehen können. Eine endgültige Verpflichtung Bautistas steht noch aus.
🐛 Was denken wir?
Bautista ist körperlich die offensichtlichste Wahl und schauspielerisch längst interessanter, als es sein Oberarmumfang das vermuten lässt. Besonders der stille, erschöpfte und mit sich selbst ringende Kratos könnte ihm liegen. Unterschrieben ist allerdings noch nichts, der Kriegsgott bleibt vorerst im Verhandlungsraum.
⚔️ Vier Folgen verloren, ein Kriegsgott gesucht: Dave Bautista verhandelt für God of War
Kratos hat zahllose Monster, Titanen und Gottheiten überlebt. Nun scheitert seine erste Reise zu Prime Video vorläufig an einem gerissenen Bizeps. Dave Bautista verhandelt darüber, die Hauptrolle in der Serienadaption von God of War zu übernehmen. Er soll Ryan Hurst ersetzen, der sich während eines Stunts schwer verletzte und nach seiner Operation nicht rechtzeitig in die Produktion zurückkehren kann.

© Fantasykosmos/Eigene KI-Illustration, nachgearbeitet und redaktionell auf 21:9 aufbereitet
Noch ist Bautista allerdings nicht verpflichtet. Die Gespräche laufen, Amazon MGM Studios und Sony Pictures Television haben den möglichen Wechsel bislang nicht offiziell kommentiert. Aus einem beliebten Fanwunsch ist damit ein ernsthafter Castingvorgang geworden, aber noch kein unterschriebener Vertrag.
💪 Ryan Hurst hätte erst 2027 zurückkehren können
Hurst hatte sich auf die Rolle des Kratos intensiv vorbereitet und rund 18 Kilogramm Muskelmasse aufgebaut. Vier Folgen waren bereits gedreht, als er sich bei einem Stunt den Bizeps riss. Die Verletzung erforderte eine Operation und eine lange Rehabilitation. Eine Rückkehr vor 2027 galt als unwahrscheinlich. Für die laufende Produktion wäre das eine Verzögerung von mehreren Monaten gewesen, weshalb die Studios beschlossen, Kratos neu zu besetzen.
Die bereits aufgenommenen Folgen können dadurch nicht einfach behalten werden. Szenen mit dem Hauptdarsteller müssen nach einer Verpflichtung des Nachfolgers erneut gedreht werden. Selbst für einen Mann, der regelmäßig den Tod überlistet, ist ein kompletter Schauspielerwechsel mitten in der Reise offenbar schwer aus der Handlung zu erklären.
🪓 Bautista bringt mehr als den passenden Oberarm mit
Auf den ersten Blick liegt Bautista für Kratos beinahe zu offensichtlich auf dem Tisch. Der ehemalige Wrestler besitzt die Statur, die Stimme und jene dauerhaft angespannte Stirn, mit der sich ein griechischer Kriegsgott auch ohne digitale Nachbearbeitung glaubhaft durch die nordische Mythologie bewegen kann.
Seine interessantesten Rollen zeigen allerdings längst, dass er mehr beherrscht als körperliche Präsenz. In Dune, Blade Runner 2049, Knock at the Cabin und Glass Onion spielte er sehr unterschiedliche Figuren und entwickelte sich vom Actiondarsteller zu einem Schauspieler, der Stärke häufig gerade durch Zurückhaltung vermittelt.
Das passt zum Kratos der neueren Spiele. Der ehemalige Götterschlächter ist dort kein brüllender Dauerberserker mehr, sondern ein Vater, der seine Wut kontrollieren, seine Vergangenheit verbergen und seinem Sohn eine bessere Zukunft ermöglichen will. Seine wichtigsten Kämpfe beginnen oft lange vor dem ersten Axthieb. Bautista wäre deshalb keineswegs nur die körperlich naheliegende Notlösung. Er könnte eine Figur tragen, deren größtes Problem darin besteht, dass sie jederzeit einen Berg zerlegen könnte und trotzdem lernen muss, ein Gespräch mit dem eigenen Sohn zu führen.
🎥 Vier fertige Folgen müssen noch einmal vor die Kamera
Die Produktion soll möglichst im Herbst wieder anlaufen. Bis dahin müssen die Verhandlungen abgeschlossen, Verträge geklärt und die bereits gedrehten Abschnitte auf den neuen Hauptdarsteller vorbereitet werden. Damit steht die Serie vor einer ungewöhnlichen Aufgabe. Kratos ist nicht irgendeine Nebenfigur, die sich zwischen zwei Episoden mit einer knappen Erklärung austauschen lässt. Er bildet gemeinsam mit Atreus das emotionale und erzählerische Zentrum der gesamten Adaption.
Die Geschichte orientiert sich an den beiden nordischen Spielen. Vater und Sohn reisen durch die neun Reiche, um die Asche von Kratos’ verstorbener Frau Faye auf dem höchsten Gipfel zu verstreuen. Dabei versucht Kratos, Atreus zu einem besseren Gott zu erziehen, während der Junge seinem Vater beibringen muss, wieder etwas menschlicher zu werden.
Sämtliche bereits gedrehten Begegnungen, Kämpfe und stillen Vater-Sohn-Momente hängen damit an der Neubesetzung. Bautista müsste nicht nur neu anfangen, sondern sich in eine Produktion einfügen, die bereits vier Folgen weit gelaufen war.
🏔️ Amazon bleibt dem Kriegsgott für zwei Staffeln treu
Trotz des Rückschlags steht die grundsätzliche Unterstützung der Serie nicht infrage. Amazon MGM Studios und Sony Pictures Television haben God of War bereits für zwei Staffeln bestellt. Ronald D. Moore führt das Projekt als Showrunner, Autor und ausführender Produzent. Zum Ensemble gehören unter anderem Callum Vinson als Atreus, Mandy Patinkin als Odin, Ólafur Darri Ólafsson als Thor, Teresa Palmer als Sif und Ed Skrein als Baldur.
Die Verletzung Hursts bleibt dennoch ein schwerer Einschnitt. Eine Hauptrolle nach vier gedrehten Episoden auszutauschen, kostet Zeit und Geld und zwingt alle Beteiligten, wesentliche Teile der Produktion erneut aufzubauen. Dave Bautista könnte diesen Neustart erheblich erleichtern. Er bringt Bekanntheit, körperliche Glaubwürdigkeit und genügend schauspielerisches Gewicht für den älteren Kratos mit. Erst der Vertrag entscheidet jedoch, ob aus dem naheliegenden Kandidaten tatsächlich der neue Kriegsgott wird.
Kratos hat seine Axt also noch nicht wieder. Aber Amazon scheint bereits den Mann gefunden zu haben, der den Bizeps hat, um sie überhaupt aufheben zu können.






