G.I. Joe wird zum Horrortrip – Dr. Mindbender öffnet seine Insel

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

🧠 Urlaub auf Mindbenders Insel fällt aus

📰 Was ist los?
Skybound verwandelt G.I. Joe in Horror. In der sechsteiligen Miniserie The Island of Dr. Mindbender führt Flint ein neues Team auf eine abgelegene Insel, nachdem eine frühere Einheit dort spurlos verschwunden ist. Karl Kerschl und Doug Mahnke schicken die Joes ab dem 2. Februar 2027 gegen Mindbenders immer monströsere Experimente.

🐛 Was denken wir?
Das ist genau die Sorte Genrewechsel, die Sinn ergibt. Dr. Mindbender musste kaum verändert werden, damit aus ihm ein Horror-Schurke wird – man musste ihm eigentlich nur eine Insel, genügend Zeit und keinerlei Aufsicht geben.

Ein Team von G.I. Joes wird auf eine abgelegene Insel geschickt. Keiner kommt zurück. Also muss Flint noch einmal in den aktiven Dienst, eine neue Einheit zusammenstellen und dorthin fahren, wo ein ohnehin nicht besonders vertrauenerweckender Wissenschaftler inzwischen offenbar jede verbliebene Grenze überschritten hat.

Flint führt in G.I. Joe: The Island of Dr. Mindbender ein bewaffnetes Einsatzteam vor einer gewaltigen Explosion an.
Für The Island of Dr. Mindbender verlässt G.I. Joe das gewohnte Actionterrain: Flint führt ein neues Team auf eine Insel voller monströser Experimente und verschwundener Kameraden. © Hasbro / Skybound Entertainment / Image Comics. Artwork: Doug Mahnke; Inks: Jaime Mendoza; Colors: David Baron.

Mit G.I. Joe: The Island of Dr. Mindbender verwandeln Skybound und Image Comics das traditionsreiche Actionfranchise Anfang 2027 in einen ausgewachsenen Horrorstoff. Die sechsteilige Miniserie stammt von Karl Kerschl und Doug Mahnke und gehört zu Skybound Visions, einer neuen Reihe, in der bekannte Figuren ausdrücklich außerhalb ihrer üblichen Genre- und Kontinuitätsgrenzen ausprobiert werden.

🏝️ Auf dieser Insel fehlt etwas

Die Ausgangslage könnte auch aus einem Creature Feature stammen. Ein erstes G.I.-Joe-Team wurde zu Dr. Mindbenders abgeschottetem Inselkomplex geschickt und verschwand dort vollständig. Keine Rückkehr. Keine Rettung. Offenbar auch keine besonders beruhigende Erklärung.

Nun soll Flint herausfinden, was passiert ist. Dafür kehrt er in den aktiven Dienst zurück und führt neue Rekruten auf eine Rettungsmission, deren Ziel schon vor ihrer Ankunft ziemlich deutlich macht, dass hier niemand mit einem gewöhnlichen Cobra-Stützpunkt rechnen sollte.

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🧪 Mindbender durfte zu lange allein experimentieren

Dr. Mindbender gehört ohnehin zu jenen G.I.-Joe-Figuren, bei denen der Schritt zum Horror fast überraschend spät kommt. Der Cobra-Wissenschaftler hat seit Jahrzehnten wenig Berührungsängste mit Genmanipulation, Gehirnwäsche, künstlichem Leben und Experimenten, bei denen jede vernünftige Ethikkommission vermutlich bereits nach dem ersten Satz das Gebäude verlassen würde.

Für The Island of Dr. Mindbender wird genau diese Seite offenbar konsequent aufgedreht. Der Wissenschaftler ist über die Jahre noch unberechenbarer geworden – und seine Schöpfungen monströser. Eine abgelegene Insel war dafür vermutlich die denkbar schlechteste Arbeitsumgebung. Oder die beste.

👹 G.I. Joe trifft Creature Horror

Die bislang gezeigten Seiten machen ziemlich klar, dass das Kreativteam nicht lediglich ein paar dunklere Schatten über eine gewöhnliche G.I.-Joe-Mission legt.

Mutierte Wesen, groteske Experimente und eine zunehmend außer Kontrolle geratene Umgebung sollen die Insel zu einem Ort machen, an dem militärische Erfahrung allein nicht mehr reicht. Die Joes betreten praktisch das Labor eines Mannes, der jahrelang niemanden hatte, der ihm sagte, dass etwas vielleicht doch keine gute Idee ist.

Damit bekommt G.I. Joe eine Sorte Bedrohung, die deutlich näher am klassischen Monsterhorror liegt als an Panzerschlachten und Cobra-Saboteuren. Das dürfte Flint wenig interessieren. Er möchte seine Leute zurück.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.

🔥 Flint hat eigentlich schon genug davon

Gerade Flint ist für diesen Ansatz eine gute Wahl. Er wird hier nicht als unbeschwerter Actionheld losgeschickt, der dringend das nächste Abenteuer sucht. Er möchte seine verschwundenen Kameraden retten und anschließend wieder zu seiner Familie zurückkehren.

Das gibt der Mission automatisch mehr Gewicht. Die Insel ist kein aufregender Einsatzort, sondern etwas, das zwischen ihm und seinem normalen Leben steht. Je schlimmer Mindbenders Experimente werden, desto stärker funktioniert dadurch der Kontrast zwischen Flints sehr menschlichem Ziel und einer Umgebung, die offenbar immer weniger Menschliches übrig lässt.

💀 Rettungsmission statt Weltrettung

Das gefällt mir an der Grundidee besonders gut. The Island of Dr. Mindbender muss keine komplette Welt vor Cobra retten und keinen neuen Superlaser zerstören. Die Geschichte besitzt ein vergleichsweise enges Ziel: Ein verschwundenes Team finden und lebend von dieser Insel herunterkommen.

Genau dadurch kann die Bedrohung unmittelbarer werden. Jeder unbekannte Korridor, jedes Labor und jede Kreatur bringt Flint seinem Ziel vielleicht näher – oder zeigt ihm, weshalb das erste Team nie zurückgekehrt ist. Für Horror ist eine begrenzte Mission oft wesentlich wirkungsvoller als der nächste Kampf um das Schicksal des gesamten Planeten.

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🎨 Doug Mahnke darf Monster bauen

Visuell liegt das Projekt bei Doug Mahnke, mit Jaime Mendoza an den Tuschen und David Baron an den Farben. Tom Napolitano übernimmt das Lettering.

Mahnke hat reichlich Erfahrung mit Figuren und Welten, die grotesk werden dürfen. Gerade für eine Geschichte über mutierte Kreaturen und entgleiste Wissenschaft dürfte das ein ziemlich passendes Feld sein.

Der Horror soll dabei nicht losgelöst von der Action funktionieren. Das Projekt versteht sich weiterhin als G.I. Joe – nur eben als eine Version, bei der das Rettungsteam irgendwann vielleicht bereut, überhaupt Waffen mitgebracht zu haben, die nur gegen normale Gegner funktionieren.

📚 Sechs Ausgaben ohne Kontinuitätsballast

Die Miniserie läuft über sechs Ausgaben und steht vollständig für sich. Sie gehört weder zum aktuellen Energon Universe noch zur langlebigen A Real American Hero-Kontinuität. Wer einsteigen möchte, braucht deshalb keine Vorgeschichte und muss nicht erst mehrere Regalreihen voller älterer Comics nachholen.

Das ist Teil des Konzepts von Skybound Visions. Bekannte Marken bekommen abgeschlossene Geschichten, in denen Kreativteams deutlich freier mit Genre, Ton und Figuren umgehen können. Für Dr. Mindbender bedeutet diese Freiheit offenbar: Mehr Monster.

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👁️ Skybound Visions will genau solche Ausrutscher

The Island of Dr. Mindbender ist einer der ersten Titel der neuen Reihe. Den Auftakt macht im Januar Transformers: Bumblebee – Lost Planet, anschließend folgt im Februar der G.I.-Joe-Horror und im März Turok: Son of Stone. Die einzelnen Miniserien sollen bewusst eigenständige Interpretationen bekannter Figuren und Marken liefern.

Das ist eigentlich eine ziemlich reizvolle Idee. Große Franchiseuniversen werden oft so dicht mit Kontinuität zugestellt, dass jede neue Geschichte zuerst klären muss, wer gerade mit wem verbündet, tot, wiederbelebt oder in einer Parallelwelt verschwunden ist.

Skybound Visions darf sich diesen Ballast sparen. Eine gute Idee reicht. Und „G.I. Joe landet auf der Monsterinsel eines wahnsinnigen Wissenschaftlers“ ist schon einmal keine schlechte.

📰 Selbst das Papier soll anders sein

Skybound will die neue Reihe auch äußerlich von den regulären Veröffentlichungen absetzen. Die Ausgaben sollen auf hochwertigem Zeitungspapier erscheinen und damit bewusst eine andere Haptik bekommen als gewöhnliche moderne Superheldencomics.

Zusätzlich sind Varianten-Cover verschiedener Künstler geplant. Bereits am 11. November 2026 soll außerdem ein gemeinsames Skybound Visions-Preview-Heft erste Einblicke in die drei Auftaktserien liefern. Für The Island of Dr. Mindbender fällt der eigentliche Start dann auf den 2. Februar 2027.

🧠 Mindbender war eigentlich immer Horror

Vielleicht ist das der beste Grund, weshalb diese Neuinterpretation funktioniert. G.I. Joe kommt aus Militär-Action, Spionage und Science-Fiction. Dr. Mindbender hingegen war schon immer nur wenige Schritte davon entfernt, vollständig in den Mad-Scientist-Horror abzurutschen.

Menschen verändern. Kreaturen erschaffen. Gehirne manipulieren. Alles im Namen einer Organisation, deren Personalabteilung vermutlich ohnehin wenig Wert auf Arbeitsschutz legt.

The Island of Dr. Mindbender zieht diesen Gedanken lediglich bis zum Ende. Und manchmal besteht eine gute Neuinterpretation genau darin: Eine Figur nehmen und endlich zugeben, was sie die ganze Zeit gewesen ist.

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