Im Jahr 2072 wird Geschichte zur Waffe: Gate Zero schickt uns zurück ins erste Jahrhundert

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Geschichte ist plötzlich ein umkämpfter Rohstoff

📰 Was ist los?
Gate Zero verbindet eine dystopische Zukunft des Jahres 2072 mit einer Zeitreise ins Judäa und Galiläa des ersten Jahrhunderts. Ein neuer Gamescom-Trailer zeigt erstmals deutlich mehr vom Kampfsystem und der mysteriösen EON World; als Startfenster wird inzwischen Frühjahr 2027 für PC, PS5 und Xbox Series X|S genannt.

🐛 Was denken wir?
Der Vergleich mit Assassin’s Creed erklärt nur die halbe Geschichte. Spannender ist die Idee einer Zukunftsmacht, die historische Wahrheit technisch manipuliert, während zwischen den Zeitebenen noch eine eigene deformierte Zwischenwelt existiert. Wenn Templar Media diese drei Ebenen wirklich zusammenbekommt, könnte Gate Zero weit eigenständiger werden, als sein ungewöhnliches Bibelspiel-Etikett zunächst vermuten lässt.

Im Jahr 2072 entscheidet nicht mehr allein darüber Macht, wer Geld, Waffen oder Daten besitzt. In Gate Zero geht es um etwas Grundsätzlicheres: Wer bestimmt, was überhaupt als Geschichte gelten darf?

Das autoritäre Regime UniFi kontrolliert Informationen, löscht unbequeme Wahrheiten und versucht, die Vergangenheit so umzuschreiben, dass sie zur eigenen Gegenwart passt. Mittendrin steckt Max, ein junger Mann aus dieser dystopischen Zukunft, der durch eine Zeitmaschine plötzlich dort landet, wo einige der Geschichten beginnen, die sein Regime am liebsten verschwinden lassen würde: im Judäa und Galiläa des ersten Jahrhunderts.

Ein junger Mann versteckt sich hinter einer antiken Steinsäule, während sich in einer dunklen Zwischenwelt ein riesiges schlangenartiges Wesen mit metallischem Kopf und leuchtenden Augen nähert.
Zwischen Antike und zerbrochener Zukunft: Gate Zero schickt Max in die EON World, wo historische Ruinen auf fremdartige Kreaturen und Science-Fiction treffen. © Templar Media

Das Projekt von Templar Media ist bereits länger bekannt. Neu ist vor allem, wie deutlich der aktuelle Gamescom-Trailer inzwischen zeigt, dass Gate Zero nicht nur ein historisches Erkundungsspiel werden soll. Kampf, Stealth und Science-Fiction spielen eine erheblich größere Rolle als die ersten Vorstellungen vermuten ließen. Gleichzeitig nennt der Trailer mit Frühjahr 2027 erstmals ein konkreteres Startfenster.

🕰️ Max kommt aus einer Zukunft, in der Vergangenheit verboten werden kann

Die Ausgangslage beginnt 2072. UniFi kontrolliert praktisch sämtliche Informationen und versucht alles auszulöschen, was der offiziellen Wahrheit widerspricht. Max gerät auf der Flucht vor dem Regime an eine mysteriöse Zeitmaschine und wird ins antike Israel geschleudert – in eine Epoche, über die er in seiner eigenen Gegenwart nur noch verbotene oder verstümmelte Informationen kennt.

Dort trifft er auf historische Schauplätze und Figuren aus den biblischen Erzählungen. Templar Media nennt unter anderem Galiläa, Kapernaum, Kana, den Jordan und Jerusalem als Orte, die im Spiel erkundet werden sollen. Das Team betont dabei stark die historische Recherche: Architektur, Kleidung, Märkte und Landschaften sollen möglichst glaubwürdig an das erste Jahrhundert angelehnt werden.

Damit bleibt Gate Zero aber nicht einfach ein spielbares Geschichtsbuch. Max besitzt Wissen und Technik aus der Zukunft, gerät zwischen römische Besatzer, unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und eine politische Auseinandersetzung, die Jahrtausende später noch immer Folgen hat. Die Vergangenheit ist hier also nicht bloß Schauplatz. Sie ist das eigentliche Schlachtfeld.

⚔️ Zwischen Rom und einer zerbrochenen Zukunft

Der neue Combat-Gameplay-Trailer zu Gate Zero zeigt Max erstmals ausführlicher im Kampf und führt tief in die EON World, wo Vergangenheit und Zukunft nicht mehr sauber voneinander getrennt bleiben.

🌌 Zwischen Antike und Zukunft liegt noch eine dritte Welt

Der ungewöhnlichste Teil des Projekts heißt EON World. Sie existiert gewissermaßen zwischen Zeit und Realität und ist genau der Ort, an dem Gate Zero seine historische Oberfläche endgültig Richtung Science-Fiction und Mystery verlässt.

Nach Angaben der Entwickler kann die Vergangenheit selbst nicht einfach ausgelöscht werden. Sie lässt sich jedoch manipulieren, indem bedeutende Menschen oder Gegenstände in der EON World festgesetzt werden. UniFi nutzt diesen Mechanismus, um historische Ereignisse zu verändern und damit seine eigene Version der Wahrheit zu schaffen.

Visuell unterscheidet sich diese Dimension entsprechend radikal vom antiken Israel. Architektur und Gegenstände unterschiedlicher Zeiten treffen aufeinander, Räume wirken aus ihrer normalen Wirklichkeit gerissen und Teile der Umgebung scheinen den üblichen Regeln von Raum und Zeit nicht mehr zu gehorchen.

Gerade dort setzt der neue Combat-Trailer an. Max kämpft gegen Kreaturen, die als Kairos bezeichnet werden, und bewegt sich durch eine Welt, in der Vergangenheit und Zukunft regelrecht ineinanderbrechen.

Das ist der Punkt, an dem der heutige Vergleich mit Assassin’s Creed zwar verständlich, aber nur noch teilweise hilfreich ist. Historische Städte, Schleichen und eine moderne beziehungsweise zukünftige Rahmenhandlung erinnern natürlich an Ubisofts Reihe. Eine von Zeitenergie deformierte Zwischenwelt voller übernatürlicher Gegner gehört allerdings deutlich weniger zum klassischen Animus-Reiseprogramm.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

⚔️ Der neue Trailer zeigt erstmals, wie Max tatsächlich kämpft

Bislang lag der Schwerpunkt vieler Präsentationen stärker auf Erkundung, Geschichte und der ungewöhnlichen Prämisse. Der Gamescom-Trailer verschiebt das Gewicht deutlich in Richtung Action.

Max besitzt ein Nahkampfsystem, kann Angriffe ausweichen und setzt unterschiedliche Fähigkeiten gegen die Wesen der EON World ein. Das Material zeigt außerdem größere Gegner und einen Bosskampf. Die Entwickler sprechen inzwischen ausdrücklich davon, Kampf, Stealth, Dialoge und Fähigkeiten miteinander zu verbinden, statt diese Systeme sauber voneinander zu trennen.

Gleichzeitig soll Gewalt nicht automatisch die Lösung jedes Problems sein. In den historischen Abschnitten wird Max auch verbotene Bereiche infiltrieren, Gegner umgehen, mit Figuren sprechen, Gegenstände sammeln und Rätsel lösen. Gerade dieser Wechsel könnte wichtig werden: Ein Spiel, das ernsthaft historische und religiöse Geschichten erzählen möchte, würde ziemlich schnell merkwürdig wirken, wenn Max jede Begegnung mit einem Kombozähler löst.

In der EON World darf es dagegen offenbar erheblich ruppiger zugehen. Wenn die Zeit selbst Monster produziert, fällt diplomatische Konfliktlösung vermutlich schwerer.

🏺 Das erste Jahrhundert soll kein Fantasy-Mittelalter mit Sandfilter werden

Bei der historischen Welt fällt auf, wie offensiv Templar Media die Recherche betont. Das Entwicklerteam will nicht irgendeine austauschbare „Bibelkulisse“ aus Steinmauern, Sandalen und Palmen bauen, sondern konkrete Orte möglichst nachvollziehbar rekonstruieren.

In Kapernaum entstehen Häfen, Wohnbereiche und Märkte, Kleidungsstoffe werden nach historischen Vorbildern entwickelt und Landschaften rund um den See Genezareth sollen sichtbar von anderen Regionen unterschieden werden. Für die Gamescom-Demo liefen die aktuellen Builds auf RTX-50-Systemen; technisch basiert das Spiel auf Unreal Engine 5.

⚔️ Zwischen Rom und einer zerbrochenen Zukunft

Der neue Combat-Gameplay-Trailer zu Gate Zero zeigt Max erstmals ausführlicher im Kampf und führt tief in die EON World, wo Vergangenheit und Zukunft nicht mehr sauber voneinander getrennt bleiben.

Das macht den Ansatz durchaus interessant, unabhängig davon, wie man persönlich zu seinem religiösen Hintergrund steht. Templar Media bezeichnet Gate Zero ausdrücklich als Spiel, das biblische Ereignisse erlebbar machen soll. Gleichzeitig will das Studio nach eigener Aussage zuerst ein funktionierendes Unterhaltungsspiel liefern und nicht lediglich interaktives Lehrmaterial.

Ob dieser Balanceakt gelingt, dürfte eine der entscheidenden Fragen werden. Historische Glaubwürdigkeit, religiöse Erzählung und Zeitreise-Sci-Fi können sich wunderbar ergänzen – oder gegenseitig ziemlich spektakulär im Weg stehen.

👁️ UniFi macht Wahrheit zum Science-Fiction-Motiv

Interessanter als die offensichtliche biblische Ebene finde ich deshalb fast die Zukunftsgeschichte. Eine Regierung, die Geschichte nicht nur zensiert, sondern technisch manipulieren kann, ist ein klassisches Science-Fiction-Motiv in ziemlich moderner Verpackung. Wer Quellen kontrolliert, kontrolliert Erinnerung. Wer Erinnerung kontrolliert, bestimmt irgendwann, was Menschen überhaupt für wahr halten.

Gate Zero macht diesen Gedanken buchstäblich: UniFi besitzt offenbar Möglichkeiten, historisch entscheidende Elemente aus dem normalen Zeitverlauf herauszureißen. Max reist deshalb nicht zurück, um Geschichte nach eigenem Geschmack zu verändern, sondern um zu verhindern, dass genau das geschieht.

Damit liegt unter der religiösen Oberfläche ein überraschend klassisches Zeitreiseproblem. Wie bewahrt man eine Vergangenheit, wenn eine zukünftige Macht die technischen Mittel besitzt, sie zu manipulieren?

Und was geschieht mit der Gegenwart, wenn sie damit Erfolg hat? Gerade diese Ebene hebt das Projekt für mich über die reine Kuriosität eines „Bibel-Action-Adventures“ hinaus.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🎮 Frühjahr 2027 wird aus dem Projekt langsam ein echtes Spiel

Gate Zero blickt bereits auf eine längere Entwicklung zurück. Das Projekt begann beim norwegischen Studio Bible X, wurde später von Templar Media übernommen und finanziell wie personell ausgebaut. Anfang 2026 meldete das Team mehr als 100.000 Steam-Wunschlisten.

Inzwischen sieht das Ganze erheblich konkreter aus. Auf der Gamescom war eine neue spielbare Version verfügbar, der Combat-Trailer zeigt erstmals einen größeren Teil der Action und Frühjahr 2027 wird als geplantes Veröffentlichungsfenster genannt. Vorgesehen sind PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S.

Steam bleibt allerdings noch vorsichtig und führt keinen konkreten Termin, sondern weiterhin lediglich „Bald verfügbar“. Dort sind bereits deutsche Menüs und Untertitel eingetragen; die vollständige Sprachausgabe ist bislang nur für Englisch ausgewiesen.

Bis zum Frühjahr bleibt also genügend Zeit, um zu sehen, wie gut die ungewöhnlichen Teile wirklich zusammenpassen. Denn Gate Zero will gleichzeitig historisches Abenteuer, Zeitreise-Sci-Fi, Stealth-Spiel, Actiontitel und interaktive Auseinandersetzung mit biblischen Geschichten sein.

Das ist eine Menge Gepäck für eine einzige Zeitmaschine. Aber langweilig klingt diese Reise nun wirklich nicht.

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