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🎻 Verfluchtes Barden-Set aus Waiblingen kommt unter den Hammer
Die Stadt Waiblingen versteigert Fundsachen. Das klingt zunächst nach Fahrrädern, Regenschirmen, vergessenen Turnbeuteln und jener Sorte Sonnenbrille, die niemand vermisst, weil sie schon beim Kauf nach Tankstellenfluch aussah.
Doch dann wird es ernst.
Unter den angebotenen Stücken befinden sich eine Querflöte, zwölf Lesebrillen als Paket und eine Geige, die nur gemeinsam mit Kinder-Tretroller und Teddy zu haben ist.
Der Moosverhetzer hat die Akte sofort an die Abteilung für gefährliche Kleinanzeigenmagie weitergeleitet.

🧸 Wenn das Fundbüro plötzlich nach Beschwörung riecht
Normale Städte versteigern Fundsachen. Waiblingen hingegen scheint versehentlich ein verschollenes Inventar aus den Zwischenreichen freigegeben zu haben. Denn eine Geige verliert man nicht einfach. Eine Geige bleibt nicht aus Versehen neben einem Teddy und einem Kinder-Tretroller zurück. Eine Geige wartet.
In den Zwischenreichen gilt diese Kombination als klassisches Barden-Set dritten Grades. Der Teddy dient als Seelenanker, der Tretroller als Fluchtfahrzeug, die Geige als Auslöser. Wer alle drei Gegenstände gemeinsam ersteigert, sollte sie nicht bei Vollmond nebeneinanderstellen und auf keinen Fall »Alle meine Entchen« in Moll spielen. Sonst erscheint womöglich der verschollene Kinderbarde von Rems-Murr, fordert Apfelschorle, stimmt drei falsche Töne an und erzählt dann sehr lange von seiner schwierigen Zeit im Musikschulrat.
Besonders verdächtig sind auch die zwölf Lesebrillen. Zwölf. Nicht eine. Nicht zwei. Zwölf. Das ist keine Fundsache mehr, das ist ein optisches Rudel. Der Moosverhetzer vermutet dahinter entweder einen vielköpfigen Archivdrachen oder einen Rentnerzirkel, der beim gleichzeitigen Lesen der Gebührenordnung verschwunden ist.
📜 Fünf ähnlich seltsame Sets aus den Zwischenreichen
Das Archivdrachen-Paket
Zwölf Lesebrillen, ein leerer Kalender und ein Kugelschreiber ohne Mine. Wird traditionell von vielköpfigen Behördenechsen genutzt, die elf Formulare gleichzeitig lesen, aber keines davon bearbeiten. Wer das Paket öffnet, hört leises Rascheln und den Satz: »Dafür ist aber Zimmer 4 zuständig.«
Das Set des verlorenen Elternabends
Ein Kinderturnbeutel, ein einzelner Handschuh, eine Brotdose ohne Deckel und drei zerknitterte Elternbriefe. In den Zwischenreichen nur unter Aufsicht zu öffnen, weil daraus binnen Sekunden ein passiv-aggressiver Klassenchat entstehen kann. Besonders gefährlich bei Raumtemperatur.
Die Querflöte der Nebenstraße
Eine herrenlose Querflöte, ein Fahrradschloss ohne Fahrrad und ein Stadtplan von 2009. Angeblich führt jeder dritte Ton nicht zu Musik, sondern zu einer Umleitung. Wer zu lange spielt, landet im Gewerbegebiet und muss dort einem Kobold erklären, warum er keine Parkscheibe hat.
Das Paket des kleinen Stadtzauberers
Ein Ladekabel unbekannter Herkunft, ein Schlüsselbund ohne verbundene Tür, ein Fahrradlicht, das nur tagsüber funktioniert, und eine Kinokarte von letzter Woche. Richtig angeordnet öffnet dieses Set kein Portal, sondern eine weitere Schublade. Darin liegt ein Zettel mit der Aufschrift: »Bitte im Bürgerbüro melden.«
Der Beutel der stillen Rückforderung
Ein Stoffbeutel, zwei Mützen, ein kaputter Regenschirm und ein sehr enttäuschter Schal. Dieses Set taucht in den Zwischenreichen immer dann auf, wenn jemand »Ach, das hol ich später ab« gesagt hat. Später kam nie. Der Schal weiß es. Der Regenschirm vergibt nicht.
🪄 Fazit: Manche Fundsachen wollen nicht gefunden werden
Das Fundbüro Waiblingen nennt es Versteigerung. Der Moosverhetzer nennt es unkontrollierte Freisetzung gebrauchter Alltagsartefakte mit möglicher Nebenwirkung auf Raum, Zeit und örtliche Musikvereine.
Natürlich kann alles völlig harmlos sein. Vielleicht handelt es sich wirklich nur um vergessene Gegenstände. Vielleicht gibt es eine ganz normale Erklärung für Geige, Teddy, Tretroller, Querflöte und zwölf Lesebrillen.
Vielleicht.
Aber wer in den Zwischenreichen lange genug recherchiert hat, weiß: Wenn ein Teddy neben einer Geige auftaucht und irgendwo zwölf Brillen warten, dann ist das kein einfache Fundbüro-Meldung mehr, sondern der Anfang von etwas sehr Beunruhigendem.
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