Micky, Marvel oder weit entfernte Galaxis? Frontier darf jetzt mit Disney bauen
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Frontier hat Disney – Disney sagt nur noch nicht, welches Stück
📰 Was ist los?
Frontier Developments entwickelt und veröffentlicht eine neue Creative Management Simulation auf Grundlage einer Disney-Marke. Frontier finanziert das Projekt selbst; Titel, IP, Plattformen und Termin sind noch unbekannt.
🐛 Was denken wir?
Die Kombination passt fast verdächtig gut. Natürlich denkt man sofort an Disney-Parks und Planet Coaster, aber Frontier hat mit Jurassic World Evolution längst gezeigt, dass sein Management-Konzept auch ganz anders aussehen kann. Im Moment ist deshalb ausgerechnet das fehlende Franchise der spannendste Teil der Meldung.
Es gibt Ankündigungen, die beantworten viele Fragen. Und es gibt Ankündigungen, die im Wesentlichen eine einzige sehr große neue Frage erzeugen und anschließend höflich den Raum verlassen. Frontier Developments und Disney haben sich heute für Variante zwei entschieden.

Das britische Studio hinter Planet Coaster, Planet Zoo und Jurassic World Evolution entwickelt ein neues Spiel auf Basis von Disneys gewaltigem Markenfundus. Frontier übernimmt nicht nur die Entwicklung, sondern auch die Veröffentlichung und finanziert das Projekt vollständig selbst. Was genau daraus entsteht, verraten beide Unternehmen allerdings noch nicht. Kein Titel, keine Plattformen, kein Termin und vor allem: keine konkrete Disney-Marke.
Fest steht lediglich, dass das Projekt auf Frontiers Erfahrung mit sogenannten Creative Management Simulations aufbauen soll. Und damit wird aus einem ziemlich trockenen Geschäftsabschluss plötzlich eine sehr interessante Einladung zum Rätselraten.
🎢 Frontier bekommt einen ziemlich großen Spielzeugkasten
Bei Frontier meint Management-Simulation längst nicht mehr nur Tabellen, Einnahmen und die Frage, warum Besucher schon wieder keinen Mülleimer finden. Planet Coaster lässt Freizeitparks entstehen, Planet Zoo verbindet Tierhaltung und komplexen Anlagenbau, während Jurassic World Evolution gezeigt hat, wie sich ein großes Film-Franchise in dieses Prinzip übersetzen lässt.
Gerade letzteres ist für die Disney-Kooperation besonders interessant. Frontier besitzt bereits Erfahrung darin, eine weltweit bekannte Unterhaltungsmarke nicht einfach mit einem anderen Spielprinzip zu überziehen, sondern deren Orte, Kreaturen und Atmosphäre in eine Management-Simulation zu verwandeln.
Was Disney dafür zur Verfügung stellt, bleibt offen. Das Unternehmen verfügt schließlich über ein Sortiment, bei dem bereits die Auswahl des Startmenüs mehrere Vorstandssitzungen verursachen könnte.
🏰 Der Freizeitpark liegt nahe – bestätigt ist er trotzdem nicht
Natürlich drängt sich ein Gedanke sofort auf: Disney-Parks.
Ein Studio, das Planet Coaster entwickelt hat, arbeitet mit Disney an einer neuen Management-Simulation – da baut sich der imaginäre Cinderella-Schlosshof praktisch von allein. Ein modernes Disney-Park-Managementspiel mit Attraktionen, Besuchern, Hotels, Personal und frei gestaltbaren Anlagen wäre vermutlich die naheliegendste Kombination. Nur: Bestätigt ist davon bislang überhaupt nichts.
Frontier formuliert bewusst breiter und spricht von Disneys Portfolio geistigen Eigentums. Damit könnten theoretisch ebenso einzelne Filmwelten, Pixar-Stoffe, Marvel oder andere Marken gemeint sein. Selbst eine Struktur ähnlich Jurassic World Evolution wäre denkbar, bei der eine konkrete fiktionale Welt verwaltet wird, statt ein klassischer Freizeitpark zu entstehen.
Genau deshalb sollte man aus dem Frontier-Lebenslauf noch keine Mickey-Mouse-Achterbahn zusammenschrauben. Auch wenn sie vermutlich bereits irgendwo auf einem Whiteboard steht.
🦖 Jurassic World zeigt, wie so etwas funktionieren könnte
Der spannendere Vergleich ist deshalb möglicherweise gar nicht Planet Coaster, sondern Jurassic World Evolution. Frontier hat mit dieser Reihe bereits bewiesen, dass sich Managementmechaniken um eine große Lizenz herum aufbauen lassen, ohne dass daraus zwangsläufig nur ein Themenpark-Baukasten wird.
Dort gehören Dinosaurierzucht, Forschung, Sicherheit und Besucherbetrieb gleichermaßen zum Spiel. Übertragen auf eine andere Disney-Welt könnte dieses Modell vollkommen andere Formen annehmen. Welche davon realistisch sind, lässt sich heute jedoch schlicht nicht sagen.
CEO Jo Cooke ordnet die Kooperation entsprechend in Frontiers langfristige Strategie ein: Das Studio wolle seine Position bei kreativen Management-Simulationen weiter ausbauen und eine kreative Spielergemeinschaft mit einer der bekanntesten Unterhaltungsmarken der Welt verbinden.
Mit anderen Worten: Wir sollen bauen. Nur hat noch niemand gesagt, ob wir dafür Achterbahnschienen, Superheldenquartiere oder etwas vollkommen anderes bekommen.
🪐 Und nein, das ist offenbar nicht das nächste Planet-Spiel
Ein kleines Detail der heutigen Meldung verhindert zumindest eine mögliche Verwechslung. Frontier entwickelt parallel bereits ein weiteres, noch unangekündigtes Spiel der Planet-Reihe. Dieses Projekt wird in der Mitteilung separat neben dem Disney-Titel erwähnt.
Das Disney-Spiel ist also offenbar kein heimlich als Planet Disney vorbereitetes neues Planet-Kapitel – zumindest lässt sich aus der heutigen Ankündigung genau das nicht ableiten.
Damit laufen bei Frontier gleich zwei noch weitgehend verdeckte Management-Projekte parallel. Bei einem davon wissen wir immerhin, dass Disney die Spielzeugkiste bereitstellt.
Nun müsste bitte nur noch jemand den Deckel für uns öffnen.




