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Fourth Wing bei Amazon: Dracheninternat im IP-Inkubator
📰 Was ist los?
Amazon MGM Studios entwickelt Rebecca Yarros’ Bestseller „Fourth Wing“ als Serie für Prime Video, produziert u. a. von Michael B. Jordans Outlier Society. Jordan verspricht in einem Interview eine Adaption, die alle Fanwünsche erfüllt und darüber hinaus überrascht, betont aber, dass das Projekt noch in einer frühen Entwicklungsphase steckt.
🐛 Was denken wir?
Große Sprüche finden sich in jedem zweiten Fantasy-Pitch, aber immerhin sitzt hier jemand im Produzentenstuhl, der schon bewiesen hat, dass er Geschichten mit Wucht und Profil durchziehen kann. Wenn Amazon ihn wirklich „kochen“ lässt, könnte „Fourth Wing“ mehr werden als nur der nächste Algorithmus-Drachenritt.
🐉 Fourth Wing bei Amazon: Michael B. Jordan zieht ins Drachenlabor
Amazon holt sich den nächsten Romantasy-Giganten ins Haus: Rebecca Yarros’ Dracheninternat „Fourth Wing – Flammengeküsst“ wird zur Serie, produziert von Michael B. Jordan. Offiziell soll das Ergebnis „alles liefern, was sich Fans wünschen“, was ungefähr so klingt, als hätte jemand „BookTok“ und „IP-Verwertung“ in einen Kessel geworfen und kräftig umgerührt.
🎓 Basgiath War College: Wo Drachenmanagement zur HR-Abteilung wird
Die Ausgangslage: Violet Sorrengail, körperlich eher Bibliothek als Berserker, wird von Mama Generalin ins Basgiath War College geprügelt, wo Drachen, tödliche Prüfungen und der unvermeidliche Bad-Boy-Kommandant Xaden warten. Die Empyrean-Reihe hat dank BookTok und Romantasy-Hype Charts und Vorbestellungslisten abgefackelt, „Onyx Storm“ als dritter Band räumt seit 2025 Bestsellerplätze ab.
Der deutsche Buchmarkt reagiert erwartungsgemäß: Während auf Platz 1 Harry-Potter-Nostalgie in neuen Gewändern liegt, macht es sich Yarros direkt dahinter bequem, Drachen schlagen Nostalgie, aber nur knapp.
Amazon MGM Studios hat sich die Rechte an allen geplanten Bänden gesichert, inklusive Serienpaket für Prime Video. Produziert wird unter anderem von Outlier Society, also Michael B. Jordans Firma, die bereits mit Amazon im Rahmen eines umfassenden Deals zusammenarbeitet.
Kurz: Das ist kein kleines Nischenprojekt, sondern die Sorte IP, bei der man in der Chefetage „Franchise“ sagt und die Excel-Tabelle leise schnurrt.
🎬 Michael B. Jordan im Drachenlabor
Der eigentliche Aufreger der Woche: Michael B. Jordan spricht öffentlich über „Fourth Wing“ und nutzt dafür das volle Vokabular der modernen Serienküche. Man sei „im Labor“, man „koche“, es werde eine „aufregende Show, die alles liefert, was Fans wollen, plus ein paar Überraschungen“.
Übersetzung:
Die Drehbücher sind noch nicht da, der Cast erst recht nicht, aber alle wissen, dass diese Romantasy-Reihe eine Fanbase hat, mit der man besser nicht scherzt. Jordan betont, wie bewusst ihm die Bedeutung des Stoffes sei und dass man „diligent“ arbeite, was ungefähr das seriöse Gegenteil von „Wir schauen mal, ob wir irgendwo noch einen Drachen-CGI übrig haben“ ist.
Spannend: Hinter den Kulissen sitzt mit Meredith Averill („The Haunting of Hill House“, „Wednesday“-Kosmos) eine Showrunnerin am Steuer, die sich mit übernatürlichem Drama und serieller Erzählstruktur auskennt.
🐲 Zwischen Harry Potter-Nostalgie und Fantasy-Fließband
Die Marketing-Schlagworte sind gesetzt: „Harry-Potter-Vibes“, intelligente Drachen wie bei „Game of Thrones“, dazu eine New-Adult-Romance mit viel Reibung, Narben und moralisch flexiblem Geschwaderführer. Kurz: Die perfekte Mischung, um in zehn Sekunden TikTok-Edit erklärt zu sein.
Genau da beginnt das Problem: Bisher hat kaum eine große Plattform bewiesen, dass sie Romantasy als Serie wirklich versteht, statt sie nur als hübsche Kulisse für Algorithmus-Futter zu benutzen. Amazon selbst liefert mit „Die Ringe der Macht“ das Paradebeispiel für teures Fantasy-Fernsehen, das viel Glanz, aber wenig Herz mitbringt.
„Fourth Wing“ ist da heikler: Die Reihe lebt von innerer Perspektive, viel Emotion und der Dynamik zwischen Violet, Xaden und den Drachen. Wenn das Writing wackelt, reicht keine noch so teure Burg-Kulisse und kein Oscar-nominierter Produzent.
📚 Showrunner, Schreibstube, Shitstorm-Gefahr
Positiv: Mit Meredith Averill sitzt jemand an der Spitze, der Serien wie „The Haunting of Hill House“ strukturiert bekommen hat, also komplexe Gefühle, Familienkram und Übernatürliches gleichzeitig.
Negativ: Noch gibt es keinen Cast, keinen Starttermin und nur vage Versprechen. Fantasy-Anpassungen mit gigantischer Erwartungshaltung kennen wir zur Genüge, und die Plattformen unterschätzen zuverlässig, wie genau Leser Streitigkeiten über Haarfarben, Namentreue oder „Ist das noch der gleiche Charakter?“ dokumentieren.
Wenn Jordan also sagt, man liefere „alles, was Fans wollen“, dann heißt das praktisch:
- Drachen, die mehr sind als Requisiten.
- Eine Violet, die nicht plötzlich zur Marvel-Heldin mit Plotpanzer wird.
- Ein Xaden, der nicht wie der langweilige Cousin eines MCU-Schurken wirkt.
Das sind hohe Ansprüche und gleichzeitig das Minimum.
🧪 Fantasykosmos-Fazit: Zwischen Höhenflug und Bauchlandung
Wir halten fest:
Amazon will die große Romantasy-Serie fürs Prime-Portfolio. Rebecca Yarros liefert den passenden Bestsellerstoff. Michael B. Jordan bringt Produktionsmacht und ein Gespür für publikumsstarke Stoffe mit.
Das kann in zwei Richtungen gehen:
Entweder wir bekommen eine Serie, die tatsächlich versteht, warum Leser diese Bücher verschlingen oder wir landen bei „Drachenreiter Academy – Die Streaming-Version“, hübsch beleuchtet, emotional auf Autopilot.
Im Moment klingt alles nach: „Wir kochen, versprochen.“
Entscheidend wird, ob dabei ein eigenständiger Fantasygeschmack entsteht, oder nur lauwarme Franchise-Suppe mit Drachen-Dekor.



