FLASK: Wenn Kindheitsalbträume plötzlich Karriere machen
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👹 Monster mit Handschrift
📰 Was ist los?
Der dänische Künstler John Kenn Mortensen prägt mit seinen grotesken Zeichnungen die Monsterwelt von FLASK. Das taktische Dark-Fantasy-Roguelike erscheint am 14. Januar 2027. Eine kostenlose Steam-Demo ist bereits verfügbar.
🐛 Was denken wir?
Ein wunderbar eigenständiger Grafikstil, der sich wohltuend vom üblichen Fantasy-Einerlei abhebt. Wenn das taktische Spielsystem ebenso viel Charakter entwickelt, könnte das ein kleiner Geheimtipp werden. Pedro hat Mortensen bereits ein Selbstporträt angeboten. Der Künstler lehnte ab. Zu unrealistisch.
Manche Künstler zeichnen Blumen, Sonnenuntergänge und niedliche Tiere. John Kenn Mortensen bevorzugt Wesen, die aussehen, als hätten sie ihre Kindheit in einem feuchten Keller verbracht und dabei ausgesprochen schlechte Erfahrungen mit der Menschheit gesammelt. Seine grotesken Federzeichnungen bilden die visuelle Grundlage des Dark-Fantasy-Spiels FLASK von Chop Chop Games. In einem aktuellen Einblick in seine Arbeit erklärt der dänische Künstler, wie seine finsteren Fantasien zu einer spielbaren Monsterwelt werden. Und was das alles mit Jim Hensons Labyrinth, der Metalband Slayer und einer verschuldeten Zaubererexistenz zu tun hat.

👹 Die Dunkelheit hat einen Zeichner
Wer die Arbeiten von John Kenn Mortensen kennt, erkennt sie meist sofort. Seine Kreaturen bestehen aus knochigen Gliedmaßen, krummen Zähnen, unförmigen Körpern und feinsten schwarzen Linien. Sie wirken gleichzeitig bedrohlich und merkwürdig verletzlich, manchmal sogar komisch.
Mortensen arbeitet traditionell mit Stift und Papier. Seine Bildwelten entstehen nicht aus perfekt geglätteten digitalen Oberflächen, sondern aus unzähligen Strichen, Schraffuren und einer Fantasie, die sich offenbar besonders gern mit den unangenehmen Bewohnern dunkler Ecken beschäftigt.
Genau diese handgemachte Ästhetik sollte zur Grundlage von FLASK werden.
Das stellte den Künstler allerdings vor eine Herausforderung. Seine Zeichnungen sind überwiegend schwarzweiß. Ein Videospiel benötigt darüber hinaus Farbe, Licht, Schatten, Bewegung und eine visuelle Sprache, die auch während hektischer Kämpfe funktioniert.
Gemeinsam mit dem Künstlerteam von Chop Chop Games wurden seine Figuren deshalb in eine digitale Fantasywelt übertragen, ohne ihren eigentümlichen Charakter zu verlieren.
FLASK – Einblicke in das groteske Dark-Fantasy-Roguelike von Chop Chop Games.
🎭 Jim Henson trifft Slayer
Die Inspirationsquellen könnten kaum unterschiedlicher sein. Einerseits nennt Mortensen Jim Hensons Fantasyfilm Labyrinth von 1986, dessen groteske Puppenwelt bis heute zu den eigenwilligsten Schöpfungen des Genres gehört. Andererseits spielte bei der Entwicklung die Musik von Slayer eine wichtige Rolle.
Märchenhafte Monsterfantasie und die aggressive Energie des Thrash Metal bilden damit zwei Grundpfeiler der Gestaltung.
Mortensen entwickelt viele seiner Ideen beim Spazierengehen und Musikhören. Der Übergang von bedrohlichen Fantasiegestalten zu einer vollständigen Spielwelt ist für ihn dennoch Neuland: FLASK ist seine erste größere Arbeit an einem Videospiel.
Besonders wichtig war dabei die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Während Mortensens Zeichenstil das Erscheinungsbild der Welt vorgibt, wurden die einzelnen Spielkarten von weiteren Mitgliedern des Teams gestaltet. Das Ergebnis soll aussehen, als hätten verschiedene Künstler ihre Werke innerhalb derselben verstörenden Fantasywelt geschaffen.
🧪 Ein Alchemist mit erheblichen Geldproblemen
Hinter der ungewöhnlichen Optik steckt ein Spielkonzept, das wirtschaftliche Verzweiflung mit ziemlich fragwürdiger Alchemie verbindet.
In FLASK übernehmen wir einen Alchemisten, dessen Zaubererturm mit einer Hypothek belastet ist. Um seine Schulden loszuwerden, benötigt er Geld. Viel Geld. Glücklicherweise hat sich das Goblintor erneut geöffnet.
Dahinter warten gefährliche Kreaturen, deren grünes Blut ausgesprochen wertvoll ist. Also züchtet unser Alchemist künstliche Kämpfer, sogenannte Homunkuli, und schickt sie auf Monsterjagd.
Das Ziel ist nicht die Rettung der Welt, sondern zunächst die Rettung der eigenen Immobilienfinanzierung.
Das ist eine erfreulich bodenständige Motivation für einen Fantasyhelden.
⚔️ Kämpfen nach Rezept
Spielerisch verbindet FLASK Roguelike-Elemente mit Deckbuilding und einem taktischen Autobattler-System. Wir stellen ein Team aus bis zu drei Homunkuli zusammen und bestimmen ihre Handlungen im Voraus. Dazu werden unterschiedliche Zaubertränke auf einer Zeitleiste angeordnet.
Im Kampf führen die Kreaturen anschließend genau jene Aktionen aus, die wir zuvor geplant haben. Erfolg hängt deshalb weniger von schnellen Reflexen als vom geschickten Zusammenstellen der Fähigkeiten ab.
Die kostenlose Demo enthält bereits mehr als 400 unterschiedliche Fläschchen, 50 Snacks, 30 Infusionsgegenstände und 25 Organmutationen.
Hinzu kommen sieben mögliche Homunkulus-Typen, zahlreiche Elemente und ein asynchroner Mehrspielermodus, in dem die Aufstellungen anderer Spieler zu zusätzlichen Hindernissen werden.
Das klingt nach einem Spiel für Menschen, die gern stundenlang über die optimale Kombination aus Gift, Feuer und einem zusätzlich angenähten Körperteil nachdenken.
📅 FLASK erscheint im Januar 2027
FLASK wird von Chop Chop Games entwickelt und von Ghost Ship Publishing veröffentlicht.
Der Veröffentlichungstermin steht inzwischen fest: 14. Januar 2027 für Windows und macOS. Die kostenlose Demo ist bereits bei Steam erhältlich und bietet auch deutsche Bildschirmtexte.
Die Verbindung aus bizarren Kreaturen, taktischem Bastelspaß und schwarzem Humor könnte dem Spiel eine erfreulich eigenständige Identität verleihen.
Besonders reizvoll ist aber die künstlerische Handschrift. Denn während viele Fantasyspiele immer aufwendigere Welten erschaffen, um dann doch erstaunlich ähnliche Monster darin herumstehen zu lassen, wirkt FLASK auf den ersten Blick wie eine Sammlung von Albträumen, die jemand versehentlich zum Leben erweckt hat.
Und vielleicht ist genau das die beste Voraussetzung für ein wirklich interessantes Fantasyspiel.





