Warnungen, Vermisste und ein tödliches Menü: Flapjax geht mit Blue Finch auf Weltreise
🧐 Im Fantasykosmos suchen

Hamudders sucht jetzt internationale Kundschaft
📰 Was ist los?
Blue Finch Films hat die weltweiten Vertriebsrechte an Rocko Zevenbergens Sci-Fi-Horrorkomödie Flapjax übernommen. Der Film feiert seine Weltpremiere beim Fantastic Fest und wird anschließend internationalen Käufern beim Toronto Industry Market angeboten.
🐛 Was denken wir?
Ein übermotivierter Fast-Food-Manager, verschwundene Kunden, Aliens und ein Gericht, das besser nie wieder auf die Karte gekommen wäre: Flapjax besitzt zumindest kein Problem damit, in einem Satz erkennbar zu sein. Jetzt muss Blue Finch nur noch Käufer finden, die anschließend weiterhin Appetit haben.
Keine Frage: Es gibt gewiss bessere Zeitpunkte, ein vergessenes Fast-Food-Produkt zurück auf die Speisekarte zu bringen, als während Menschen verschwinden und geheimnisvolle Warnungen eintreffen. Arrow Bentley besitzt allerdings jene Art beruflichen Optimismus, bei der selbst das offenbar noch unter „kleinere Probleme beim Produktlaunch“ fällt.

Genau um diesen Mann dreht sich Flapjax, die neue Science-Fiction-Horrorkomödie von Rocko Zevenbergen. Seit heute hat der Film auch einen internationalen Verkäufer: Blue Finch Films übernimmt die weltweiten Sales-Rechte und bringt das Projekt im September zu Käufern auf den neuen Industry Market des Toronto International Film Festival. Zuvor feiert Flapjax beim Fantastic Fest seine Weltpremiere.
Für den Film ist das ein wichtiger Schritt. Aus einem über Jahre entstandenen Independent-Projekt wird plötzlich ein Titel, der gezielt auf internationale Verleiher und Streamingpartner losgelassen wird.
🍔 Bei Hamudders braucht das Geschäft dringend einen neuen Verkaufsschlager
Arrow ist Manager der Fast-Food-Kette Hamudders und soll ein lange eingestelltes Produkt namens Flapjax wiederbeleben. Fantastic Fest beschreibt ihn als geradezu nervtötend optimistisch und zugleich ernsthaft bemüht. Warnungen und rätselhafte Vermisstenfälle halten ihn entsprechend kaum davon ab, seine neue Speisekarte durchzuziehen.
Hinter dem Ganzen steckt allerdings erheblich mehr als schlechte Lebensmittelkontrolle. Die aktuelle Vertriebsankündigung verrät, dass Arrow mit seinem Arbeitseifer unwissentlich den Plan einer außerirdischen Spezies vorantreibt. Das neue Produkt ist hochgradig süchtig machend, und Hamudders verfolgt Ziele, die man im Franchise-Handbuch vermutlich eher weiter hinten versteckt.
Zusätzlich hängen an der Geschichte Arrows familiäre Probleme. Seine entfremdete Mutter Eleanor, früher als Popsängerin PoPo bekannt, wird in den großen Flapjax-Relaunch hineingezogen. Gabriel Cagan spielt Arrow, Georgia Haege seine Mutter und Madeline Barbush die Figur Louie.
Wenn Marketingabteilung, Alienverschwörung und Mutter-Sohn-Beziehung gleichzeitig eskalieren, darf der Schichtleiter vermutlich Feierabend machen.
🩸 Sechs Jahre zwischen Fast Food, Cronenberg und sehr viel Körperhorror
Rocko Zevenbergen arbeitet nach eigenen Angaben seit mehr als sechs Jahren an Flapjax. Er schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Estevan Muñoz und beschreibt den fertigen Film als eine Art kleines Epos, das durch sehr unterschiedliche filmische Tonlagen springt. Als ungewöhnliche Bezugspunkte nennt er dabei ausgerechnet Yasujirō Ozu und David Cronenberg.
Das passt erstaunlich gut zu dem, was bereits während der Produktion sichtbar wurde. Der Film kombiniert groteske Fast-Food-Satire mit praktischen Body-Horror-Effekten, Aliens und einer ausgesprochen persönlichen Familiengeschichte. Bei einem früheren Setbesuch von Rue Morgue wurden unter anderem aufwendig zerfließende Restaurantgäste und ein ganzer „Sea of Flesh“-Effekt für das Finale dokumentiert.
Die fiktive Hamudders-Kette trägt dazu eine eigene widerwärtig-fröhliche Markenwelt mit absurd benannten Gerichten und einem lächelnden Schweinemaskottchen bei. Zevenbergens Ausgangspunkt war teilweise seine eigene Zeit als Fast-Food-Manager; aus diesen Erfahrungen entwickelte sich später die deutlich größere Geschichte um Arrow, seine Mutter und die außerirdische Verschwörung.
Das Menüdesign dürfte damit zu den wenigen Filmrequisiten gehören, bei denen „sieht zum Kotzen aus“ vermutlich als Lob der Ausstattung durchgeht.
🌍 Blue Finch bringt Flapjax jetzt auf den internationalen Markt
Blue Finch Films stieß über Sitges FanPitch zum Projekt. Die Plattform des Sitges Film Festivals bringt Genrefilmer mit Produzenten, Geldgebern und internationalen Sales-Firmen zusammen. Blue Finch will Flapjax nun beim Toronto Industry Market potenziellen Käufern präsentieren.
Produziert wurde der Film unter anderem von Zevenbergen, Aerin Chaklai, George Jones, Jefferson Moneo, Patrick Hackett und Fabiola Caraza für Prowler Pictures. Zevenbergen bezeichnet das Projekt angesichts seiner vergleichsweise kleinen Produktionsgröße als „micro-epic“ – ein Begriff, der angesichts von Fast-Food-Konzern, Alienplot, Japan-Sequenzen und Körperhorror erstaunlich präzise wirkt.
Seinen ersten großen Publikumstest bekommt der Film im September. Das Fantastic Fest führt Flapjax als Weltpremiere mit 98 Minuten Laufzeit; das Festival selbst findet vom 17. bis 24. September in Austin statt. Einen regulären Kino-, Digital- oder Streamingtermin gibt es bislang nicht.
Blue Finch muss nun also dafür sorgen, dass Flapjax weltweit auf möglichst vielen Speisekarten landet. Arrow Bentley würde das vermutlich als hervorragendes Marketing bezeichnen.





