64 Enden für eine kaputte Familie: Faraday Blues lässt euch die Vergangenheit neu schreiben
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Familienaufarbeitung mit Reset-Knopf
📰 Was ist los?
Serenity Forge hat Faraday Blues beim Xbox Tokyo Game Show Broadcast erstmals angekündigt. Lina sucht ihre Eltern, die gar nicht wissen, dass sie existiert, und verändert über ein Kartensystem tragische Entscheidungen in drei miteinander verknüpften Visual Novels. Insgesamt warten 64 Enden, deren Konsequenzen sich über mehrere Zeitperioden ziehen.
🐛 Was denken wir?
Wir finden vor allem stark, dass die Kartenmechanik direkt mit der Geschichte verzahnt wird. Hier wird nicht bloß zwischen Dialogantworten gewählt; Figuren, Erinnerungen und Beziehungen werden selbst zu manipulierbaren Bestandteilen der Zeitlinie. Wenn das sauber ineinandergreift, könnte das eines der interessanteren narrativen Science-Fiction-Spiele des kommenden Jahres werden.
Serenity Forge hat beim Xbox Tokyo Game Show Broadcast mit Faraday Blues eine der ungewöhnlichsten Neuankündigungen des Tages vorgestellt. Das surreale Science-Fiction-Abenteuer verbindet drei miteinander verknüpfte Visual Novels mit einem strategischen Kartensystem und erzählt von einer Tochter, die ihre Eltern sucht – obwohl diese überhaupt nicht wissen, dass sie existiert.

Im Mittelpunkt steht Lina, die an einem Ort erwacht, den sie selbst nicht versteht. Über ein Spielbrett und gesammelte Charakterkarten kann sie die Vergangenheit verändern, Entscheidungen neu arrangieren und versuchen, die tragischen Ereignisse ihrer Familie anders verlaufen zu lassen. Das Problem: Jede Verbesserung kann Jahre später eine völlig neue Katastrophe auslösen.
🃏 Menschen, Erinnerungen und Entscheidungen werden zu Karten
Das Kartensystem ist kein zusätzliches Minispiel, sondern direkt mit der Erzählstruktur verbunden. Spieler erkunden ein Apartment, sammeln dort Karten und setzen Charaktere anschließend in Gespräche, Orte oder wichtige Ereignisse ein. Dadurch werden Situationen neu zusammengesetzt und die Zeitleiste zurückgesetzt.
Charaktere lassen sich außerdem in Richtung Entropy oder Order beeinflussen. Erinnerungen können als Gegenstände an Karten gekoppelt werden, und selbst Abklingzeiten spielen eine Rolle, weil bestimmte Eingriffe nicht beliebig oft hintereinander möglich sind. Das Spiel behandelt seine Figuren damit fast wie ein veränderbares Beziehungs- und Erinnerungssystem.
🎬 Drei Realitäten, eine Familie und 64 mögliche Enden
Der offizielle Announcement Trailer zu Faraday Blues zeigt Linas Suche nach ihrer Familie, die drei unterschiedlichen Zeitebenen und das Kartensystem, mit dem tragische Entscheidungen neu geschrieben werden können.
🕰️ Drei Epochen, drei Visual Novels, drei völlig andere Welten
Die Geschichte der Familie Faraday erstreckt sich über drei Zeitperioden, die jeweils einen eigenen visuellen Stil und eine eigene erzählerische Atmosphäre besitzen. Entscheidend ist, dass diese drei Geschichten keine voneinander getrennten Episoden sind. Was in der ersten Realität verändert wird, verschiebt bereits die Ausgangslage der zweiten.
Beziehungen, Gegenstände, Erinnerungen und Charakterzustände wandern durch die Zeit weiter. In der dritten Epoche steht Lina deshalb irgendwann vor den aufsummierten Folgen all dessen, was zuvor verändert wurde.
🌀 64 Enden – und die meisten davon sind keine Siege
Serenity Forge verspricht 64 realitätsverändernde Enden. Das klingt zunächst nach klassischem Branching-Narrative-Marketing, wird hier aber interessanter eingesetzt: Die Entwickler betonen ausdrücklich, dass viele dieser Enden keine guten Ausgänge darstellen.
Man kann einen Menschen retten und dadurch an anderer Stelle eine neue Tragödie auslösen. Ein Ende kann zunächst besser wirken, bis sichtbar wird, welchen Preis es an anderer Stelle verursacht hat. Einige Wege werden überhaupt erst zugänglich, wenn man die beteiligten Personen über mehrere Durchläufe gut genug verstanden hat, um ihre Entscheidungen gezielt zu verändern.
🚪 Eine vierte Zeitlinie wartet im Verborgenen
Wer bestimmte Bedingungen erfüllt, kann außerdem eine versteckte vierte Zeitlinie freischalten. Dort soll die Geschichte weiter aufbrechen und unter anderem die Motive eines verdächtigen Billionärs offenlegen.
Damit deutet Serenity Forge bereits an, dass die 64 Enden nicht einfach nebeneinanderstehen. Bestimmte Erkenntnisse aus früheren Durchläufen scheinen nötig zu sein, um überhaupt an tiefere Ebenen der Geschichte zu gelangen.
👨👩👧 Hinter der Science-Fiction steckt eine sehr persönliche Geschichte
Game Director und Serenity-Forge-Gründer Zhenghua Yang beschreibt Faraday Blues als ein sehr persönliches Projekt. Gemeinsam mit Lead Artist Satchely, die als Character Artist an Doki Doki Literature Club gearbeitet hat, und Narrative Director Kevin Ye habe er eigene Erfahrungen und Erinnerungen in die Geschichte eingebracht. Auch Kris Wilson, Mitschöpfer von Cyanide & Happiness, arbeitet an der Musik; Nichole Goodnight aus Slay the Princess gehört zum Sprecherensemble.
Das zentrale Thema ist entsprechend weniger abstrakte Zeitreisephysik als die sehr menschliche Versuchung, vergangene Entscheidungen im Kopf immer wieder neu zu schreiben.
Was wäre gewesen, wenn?
Was hätte ich anders machen können?
Und wann muss man irgendwann akzeptieren, dass eine Vergangenheit nicht repariert werden kann, ohne etwas anderes zu zerstören?
🎮 2027 auf PS5, Xbox Series und PC
Faraday Blues erscheint 2027 für PlayStation 5, Xbox Series und PC über Steam sowie den Microsoft Store. Xbox bestätigt zusätzlich Cloud-Unterstützung und Xbox Play Anywhere.
Damit bleibt die Weltpremiere heute zunächst genau das: der erste Blick auf ein völlig neues Science-Fiction-Projekt. Aber allein das Konzept hebt sich schon deutlich aus dem üblichen TGS-Strom heraus.
Drei Familiengeschichten, ein Kartentisch und 64 Möglichkeiten, alles noch schlimmer zu machen. Das hat Potenzial.





