Ein paar Tage für dich, Jahrzehnte für alle anderen: EXODUS startet im April 2027
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EXODUS bekommt einen festen Platz im Kalender
📰 Was ist los?
Archetype Entertainment veröffentlicht EXODUS am 7. April 2027 für PS5, Xbox Series X|S und PC. Der neue Trailer stellt außerdem Salt, einen Erweckten Oktopus im Kampfmech, und Emrys aus der Celestial-Spezies der Deva ausführlicher als Begleiter von Jun Aslan vor.
🐛 Was denken wir?
Der Termin macht eines der spannendsten großen Science-Fiction-RPGs endlich konkret. Entscheidend bleibt für mich die Zeitdehnung: Wenn Archetype die Folgen von Missionen tatsächlich über Jahre und Generationen glaubwürdig weiterentwickelt, besitzt EXODUS einen erzählerischen Mechanismus, der weit mehr sein kann als ein hübscher Science-Fiction-Effekt.
⏳ Ein paar Tage für dich, Jahrzehnte für alle anderen: EXODUS startet im April 2027
Andere Rollenspiele lassen ihre Helden für ein paar Wochen verschwinden und erwarten anschließend, dass zu Hause noch ungefähr dieselben Menschen vor denselben Häusern stehen. Archetype Entertainment macht daraus eines seiner zentralen Probleme. Wer in EXODUS zu den Sternen reist, kann erfolgreich zurückkehren und trotzdem feststellen, dass für die Menschen, die er beschützen wollte, inzwischen ein halbes Leben vergangen ist.

Jetzt wissen wir endlich, wann diese Reise beginnt. EXODUS erscheint am 7. April 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC. Das Science-Fiction-RPG des von zahlreichen ehemaligen BioWare-Entwicklern geprägten Studios bekam auf der gamescom Opening Night Live seinen festen Termin. Der neue Trailer stellt außerdem zwei ungewöhnliche Mitglieder von Jun Aslans späterer Crew vor: den schwer bewaffneten Oktopus Salt und das rätselhafte Celestial-Wesen Emrys.
Damit rückt ein Projekt in greifbare Nähe, das seit seiner Enthüllung vor allem wegen seiner erzählerischen Grundidee auffällt. EXODUS spielt rund 40.000 Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat die Erde längst hinter sich gelassen und kämpft in einer Galaxis ums Überleben, in der ihre evolutionär weit überlegenen Nachfahren, die Celestials, zu den größten Bedrohungen gehören. Jun beginnt dabei keineswegs als galaktische Legende, sondern als Schrottsammler, der zum Traveler aufsteigt.
⏳ Die Zeit reist nicht mit Jun
Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Weltraumgeschichten entsteht durch relativistische Zeitdehnung. Travelers bewegen sich bei ihren interstellaren Missionen annähernd mit Lichtgeschwindigkeit. Für Jun können auf einer Expedition nur einige Tage verstreichen, während auf der Heimatwelt Jahre oder sogar Jahrzehnte vorüberziehen.
Archetype behandelt diesen Effekt nicht als wissenschaftliche Fußnote für ein besonders überzeugendes Sternenpanorama. Die Zeitverschiebung soll unmittelbar auf Geschichte und Entscheidungen wirken. Menschen werden älter, Beziehungen verändern sich, politische Situationen kippen und Konsequenzen einer Entscheidung können sich über mehrere Generationen weiterentwickeln, während Jun selbst erheblich weniger Zeit erlebt. Bei seiner Rückkehr findet er deshalb möglicherweise eine Heimat vor, die mit jener, für die er ursprünglich losgezogen ist, kaum noch übereinstimmt.
Das ist für ein entscheidungsbasiertes RPG eine ausgesprochen reizvolle Konstruktion. Normalerweise sieht man die Folgen einer Entscheidung nach der nächsten Quest oder einige Spielstunden später. EXODUS kann denselben Mechanismus buchstäblich um Jahrzehnte vorspulen und fragen, was aus einer scheinbar guten Entscheidung geworden ist, nachdem eine ganze Generation Gelegenheit hatte, sie weiterzutragen oder gründlich zu ruinieren.
🎬 Salt begleitet Jun bis zum 7. April
Der offizielle Trailer bestätigt den Starttermin von EXODUS und stellt mit Salt und Emrys zwei ungewöhnliche Mitglieder von Juns Crew näher vor.
🐙 Salt beweist, dass die Crew nicht nur aus Menschen besteht
Der neue Trailer nutzt den Termin zugleich für einen ausführlicheren Blick auf Salt. Sie gehört zu den sogenannten Erweckten, intelligenten Tierwesen, die in der Welt von EXODUS neben Menschen, genetisch veränderten Changelings und Celestials existieren. Und ja: Salt ist tatsächlich ein Oktopus.
Zur gewöhnlichen Begleitung für einen Spaziergang durchs Raumschiff macht sie das allerdings nicht. Salt war als Söldnerin und Kopfgeldjägerin unterwegs und steuert einen speziell für sie entwickelten Kampfmech. Im Gefecht übernimmt sie vor allem die Distanz: Präzisionsschüsse aus großer Entfernung, schnelle Ausweichbewegungen und tintenartige Nebelvorhänge gehören zu ihrem Repertoire. Der Trailer deutet gleichzeitig an, dass ihre Beziehung zu Jun weit über eine zusätzliche Fähigkeit in der Party hinausgehen soll.
Genau diese Art Gefährten dürfte für Archetype wichtig werden. Das Studio spricht von einer Crew aus Menschen und Erweckten mit eigenen Fähigkeiten, persönlichen Geschichten und Gründen, Jun zu folgen. Dass ausgerechnet ein ehemaliges BioWare-Schwergewicht wie James Ohlen hinter dem Projekt steht, lässt natürlich Erinnerungen an frühere große Companion-RPGs aufkommen. EXODUS muss diesen Vergleich nicht vermeiden – es muss lediglich genügend eigene Figuren hervorbringen, damit er irgendwann überflüssig wird.
🌌 Emrys denkt ohnehin schon mit mehreren Bewusstseinen
Mit Emrys zeigt sich außerdem ein Begleiter, der noch schwerer einzuordnen ist. Emrys gehört zu den Deva, einer geheimnisvollen Celestial-Spezies, deren Existenz durch mehrere Bewusstseinsformen geprägt ist. Schon diese Beschreibung macht deutlich, dass Archetype seine Außerirdischen beziehungsweise posthumanen Spezies nicht nur über zusätzliche Hörner und ungewöhnliche Hautfarben definieren möchte.
Im Kampf übernimmt Emrys eine unterstützende Rolle. Reliktkugeln entziehen Gegnern Energie und schwächen sie; die gestohlene Kraft fließt anschließend zu Jun zurück und dient ihm als Schutz. Außerhalb der Kämpfe beschreibt Archetype Emrys als still, distanziert und ungewöhnlich vertraut sowohl mit menschlichen Angelegenheiten als auch mit denen der Celestials.
Salt und Emrys zeigen damit zwei sehr unterschiedliche Richtungen für die Crew. Die eine besitzt eine unmittelbar verständliche Persönlichkeit und sitzt in einem schwer bewaffneten Mech, der andere kommt aus einer Spezies, bei der bereits die Frage nach dem einzelnen Ich komplizierter wird. Für ein Rollenspiel, das über Zeit, Identität und die langfristigen Folgen menschlicher Entscheidungen sprechen möchte, ist das eine interessante Spannweite.
🪐 Die Menschheit kämpft gegen ihre eigene Zukunft
Der größere Konflikt von EXODUS dreht sich um die Celestials. Sie sind keine klassische außerirdische Spezies, sondern weit entwickelte Nachfahren der Menschheit. Jun reist zu fremden Welten, dringt in ihre Anlagen ein und versucht, mächtige Relikte und Technologien zu bergen, die das Überleben seiner eigenen Zivilisation sichern könnten.
Diese Relikte greifen direkt ins Kampfsystem ein. Jun kombiniert sie mit seinem Panzerhandschuh, um neue Fähigkeiten einzusetzen, während Waffen, Ausrüstung und Begleiter unterschiedliche Kampfstile ermöglichen sollen. Archetype verspricht dabei ausdrücklich Wahlfreiheit bei Charakterentwicklung, Vorgehensweise und Crewzusammenstellung.
Der reizvollere Konflikt steckt trotzdem hinter den Waffen. Wenn die Celestials tatsächlich eine mögliche Zukunft der Menschheit darstellen, wird aus dem üblichen Krieg gegen eine übermächtige fremde Zivilisation etwas Persönlicheres. Die Menschheit kämpft gegen das, was aus ihr selbst geworden ist – während Jun gleichzeitig erlebt, wie seine eigene Gesellschaft durch jede lange Reise ebenfalls weiterzieht.
🚀 Am 7. April endet zumindest das Warten
Archetype Entertainment wurde 2019 gegründet und versammelt Entwickler, die zuvor unter anderem bei BioWare, Naughty Dog, 343 Industries und Blizzard gearbeitet haben. Gründer und Creative Director James Ohlen gehörte bei BioWare zu den prägenden Köpfen hinter großen Rollenspielen. Das Studio formuliert seinen Anspruch entsprechend wenig bescheiden: Es möchte narrative Science-Fiction-RPGs bauen, in denen Spielerentscheidungen eine ähnlich große Rolle spielen wie das eigentliche AAA-Gameplay.
Am 7. April 2027 lässt sich überprüfen, wie weit EXODUS diesem Anspruch gerecht wird. Bis dahin dürften noch weitere Crewmitglieder, Welten und Systeme vorgestellt werden. Salt und Emrys machen jedenfalls schon deutlich, dass Archetype seine neue Galaxis nicht nur mit Soldaten in unterschiedlichen Rüstungsfarben bevölkern will.
Und für einmal ist die Wartezeit vor dem Release sogar der angenehmere Teil des Konzepts: Acht Monate bei uns sind schließlich immer noch besser als acht Jahrzehnte auf Juns Heimatwelt.






