Exit 8 startet heute im Kino: Ein U-Bahn-Gang wird zum 95-Minuten-Albtraum

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Ausgang 8 ist jetzt im Kino

📰 Was ist los?
Exit 8 startet heute regulär in Deutschland. Genki Kawamuras 95-minütige Adaption überträgt das Anomalien-Spiel von Kotake Create auf einen Mystery-Horrorfilm mit Kazunari Ninomiya.

🐛 Was denken wir?
Spannend ist vor allem die Vorlage: Kaum ein erfolgreicheres Spiel bietet auf dem Papier weniger Material für einen Spielfilm. Genau deshalb ist Exit 8 eine der interessanteren aktuellen Game-Adaptionen.

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🚇 Exit 8 startet heute im Kino: Ein U-Bahn-Gang wird zum 95-Minuten-Albtraum

Für manche Videospielverfilmungen braucht Hollywood Drachen, Armeen und ein Effektbudget in der Größenordnung eines kleineren Staatshaushalts. Exit 8 braucht einen gefliesten U-Bahn-Gang.

Ein erwachsener Mann und ein Kind gehen durch einen dunklen gefliesten U-Bahn-Gang auf ein gelbes Schild mit der Nummer 8 zu.
Immer derselbe Gang, immer dieselbe Frage: Exit 8 bringt das minimalistische Horrorprinzip des Indie-Spiels ab heute ins deutsche Kino.
© 2025 Exit 8 Film Partners, Bildquelle: Festival de Cannes

Ab heute läuft Genki Kawamuras Verfilmung des japanischen Indie-Hits The Exit 8 regulär in den deutschen Kinos. PLAION Pictures bringt den 95-minütigen Mystery-Horrorfilm hierzulande auf die Leinwand. Wer die Vorlage kennt, weiß bereits, wie wenig es braucht, damit ein völlig gewöhnlicher Korridor plötzlich ausgesprochen unangenehm wirkt.

👁️ Übersehen verboten

Das Prinzip des Spiels von Kotake Create ist beinahe absurd einfach. Der Spieler bewegt sich durch einen scheinbar endlosen unterirdischen Gang und sucht Ausgang 8. Taucht irgendwo eine Anomalie auf, muss er umkehren. Bleibt alles normal, geht es weiter. Eine falsche Entscheidung schickt ihn wieder an den Anfang.

Das können offensichtliche Veränderungen sein, doch die Stärke der Idee liegt gerade in den kleinen Abweichungen. Hat sich ein Plakat verändert? Stand diese Tür vorher schon dort? Sah der entgegenkommende Mann beim letzten Durchgang genauso aus? Je länger sich der Raum wiederholt, desto weniger zuverlässig wirkt irgendwann die eigene Erinnerung.

Kawamuras Film übernimmt diese Struktur nahezu unverändert. Kazunari Ninomiya spielt einen Mann, der in der U-Bahn feststeckt und denselben Gang immer wieder durchquert. Auch hier lautet die einzige Chance auf Entkommen: genau hinsehen und die Regeln befolgen.

🎬 EXIT 8 – Deutscher Kinotrailer

Ein steriler Gang, wenige Regeln und immer die Frage, ob gerade irgendetwas anders war.

🔁 Aus einem kurzen Indie-Spiel werden 95 Minuten Film

Gerade darin steckt die eigentliche Herausforderung der Adaption. The Exit 8 erzählt seine Geschichte im Spiel vor allem über Beobachtung, Wiederholung und die wachsende Unsicherheit des Spielers. Es gibt keine klassische Kampagne, keinen umfangreichen Figurenapparat und keinen Plot, den man einfach Szene für Szene verfilmen könnte. Steam beschreibt die Vorlage selbst als kurzen Walking Simulator, inspiriert von japanischen Untergrundpassagen, liminalen Räumen und dem Backrooms-Phänomen.

Kawamura macht daraus einen vollständigen Film und behält den minimalistischen Schauplatz trotzdem bei. Cannes beschreibt den sterilen Untergrundgang ausdrücklich als Zentrum des Films, in dem die Hauptfigur mit immer neuen verstörenden Elementen konfrontiert wird. Neben Ninomiya gehören Yamato Kochi, Naru Asanuma, Kotone Hanase und Nana Komatsu zur Besetzung.

Das macht Exit 8 zu einer ziemlich ungewöhnlichen Videospielverfilmung: Hier musste niemand erst überlegen, wie man hundert Stunden Open World auf zwei Stunden Kino eindampft. Kawamura hatte das gegenteilige Problem.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎬 Von Steam über Cannes ins deutsche Kino

Das kleine Spiel erschien Ende 2023 und entwickelte schnell eine eigene Präsenz auf Streamingplattformen und in der Horror-Community. Der Wiedererkennungswert des weißen Korridors war groß genug, dass aus der minimalistischen Idee schließlich ein Kinofilm entstand.

Seine Weltpremiere feierte Exit 8 bereits im Mai 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes, wo Kawamuras Film in den Midnight Screenings außer Konkurrenz gezeigt wurde. Jetzt erreicht er mit reichlich Abstand auch den regulären deutschen Kinomarkt.

Wer heute also eine der Vorstellungen besucht, bekommt eine der merkwürdigsten Entwicklungsgeschichten einer aktuellen Spieleverfilmung zu sehen: Ein kurzer Indie-Titel über das genaue Beobachten eines einzigen Korridors ist auf einer der größten Filmfestivalbühnen der Welt gelandet und läuft nun regulär im Kino.

Und für einmal ist es beim Verlassen des Saals vermutlich beruhigend, wenn auf dem Weg nach draußen gar nichts Auffälliges passiert.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.