Eine sterbende Welt, Blut als Waffe und Zeit als Werkzeug: Ex Sanguis startet heute

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Wenn die Zeitlinie plötzlich blutet

📰 Was ist los?
Ex Sanguis ist heute auf Steam in den Early Access gestartet. Das rundenbasierte Dark-Fantasy-Roguelite von Lightbulb Crew lässt Spieler ihre Gegner nicht nur bekämpfen, sondern aktiv auf einer Zeitlinie verschieben, verzögern und in taktische Kettenreaktionen zwingen.

🐛 Was denken wir?
Das sieht nach einem sehr starken Nischentreffer aus. Die Mischung aus Gothic-Horror, Roguelite-Struktur und Zeitlinienmanipulation wirkt eigenständig genug, um sich sofort von gewöhnlichen Taktik-RPGs abzuheben. Gerade Fans von Othercide sollten hier ziemlich genau hinschauen.

In vielen Taktikspielen besteht der Kern darin, seine Figuren möglichst günstig auf einem Feld zu platzieren. Ex Sanguis hält das für einen guten Anfang und lässt Spieler zusätzlich an der Zeit selbst herumfummeln.

Ein taktischer Kampf in Ex Sanguis mit weiß-schwarzer Umgebung, blutroten Angriffseffekten und einer Zeitlinie am oberen Bildschirmrand.
In Ex Sanguis wird die Reihenfolge der Kämpfer selbst zur Waffe: Gegner lassen sich auf der Zeitlinie verschieben, während blutige Kettenreaktionen den Rest erledigen. © Lightbulb Crew / Firesquid

Das rundenbasierte Dark-Fantasy-Roguelite von Lightbulb Crew ist heute, am 10. September 2026, auf Steam in den Early Access gestartet. Spieler führen eine Gruppe sogenannter Stillae durch eine sterbende Welt, kämpfen gegen die Kräfte der Stasis und versuchen, den Fluss des Lebens wiederherzustellen. Das klingt zunächst ziemlich pathetisch. In der Praxis bedeutet es vor allem: Gegner aufschlitzen, sie auf der Zeitlinie verschieben und ganze Kampfzüge so vorbereiten, dass mehrere Effekte möglichst elegant ineinandergreifen.

⏳ Die Zeitlinie wird selbst zur Waffe

Das auffälligste Element von Ex Sanguis ist sein rundenbasiertes Kampfsystem. Statt lediglich auf die nächste Aktion zu warten, können Spieler aktiv in die Reihenfolge eingreifen. Gegner lassen sich beschleunigen, verzögern oder auf andere Positionen der Zeitlinie verschieben, wodurch Angriffe vorbereitet und gegnerische Kombinationen auseinandergerissen werden können.

Diese Mechanik stammt gedanklich aus Othercide, wird hier aber deutlich weiterentwickelt. Lightbulb Crew baut zusätzliche Effekte darum herum und legt stärkeres Gewicht auf Kettenreaktionen. Ein guter Zug besteht deshalb oft weniger darin, einfach maximalen Schaden zu verursachen, als eine Reihe von Ereignissen so vorzubereiten, dass sie sich gegenseitig verstärken. Das klingt trocken, sieht im Spiel aber ausgesprochen brutal aus.

🎬 Ex Sanguis zeigt seinen Early-Access-Start im Launch-Trailer

Der offizielle Launch-Trailer zeigt die rundenbasierten Kämpfe, die blutgetränkte Optik und vor allem das zentrale Zeitliniensystem, mit dem Gegner verschoben und ganze Kettenreaktionen vorbereitet werden können. Gleichzeitig bestätigt das Video den heutigen Start des Early Access.

🩸 Blut ist hier Teil des gesamten Designs

Schon der Titel macht wenig Hehl daraus, welche Farbe das Spiel bevorzugt. Die Umgebung ist stark entsättigt, während Blut in kräftigen Rot- und Schwarztönen hervortritt. Dadurch bekommt jede größere Attacke fast etwas Malerisches und hebt sich sofort vom Rest der Welt ab.

Das ist mehr als bloße Stilentscheidung. Blut ist thematisch eng mit der Welt verknüpft, weil die Stillae gegen eine Form völliger Erstarrung kämpfen. Die Kräfte der Stasis haben das Land seiner Lebendigkeit beraubt, und jeder Kampf wird dadurch visuell zu einer Art Gegenbewegung: Wo gekämpft wird, kehrt Farbe zurück. Das Ergebnis wirkt wie ein düsteres Gemälde, das mit jedem Treffer aggressiver wird.

⚔️ Positionierung bleibt trotzdem entscheidend

Trotz aller Zeitlinienmanipulation bleibt Ex Sanguis ein sehr klassisches Taktikspiel im Kern. Rückstöße, Flanken, erzwungene Blickrichtungen und Schaden über Zeit spielen eine wichtige Rolle, dazu kommen interaktive Objekte in der Umgebung. Spieler können Hindernisse nutzen, Dinge entzünden oder gegnerische Sichtlinien blockieren.

Das eröffnet die Möglichkeit, mehrere Systeme miteinander zu verbinden. Ein Gegner kann beispielsweise verschoben, anschließend aus der Position gedrängt und danach in einen vorbereiteten Flächeneffekt gezwungen werden. Genau dort scheint das Spiel seine größte Stärke zu suchen: nicht im einzelnen spektakulären Angriff, sondern in der befriedigenden Folge mehrerer sauber vorbereiteter Aktionen.

Wer gern zehn Sekunden plant, um anschließend drei Gegner innerhalb einer einzigen Kettenreaktion aus dem Leben zu befördern, dürfte hier ziemlich glücklich werden.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🗺️ Roguelite-Struktur mit eigener Risikowahl

Auch außerhalb der Kämpfe setzt Ex Sanguis auf Entscheidungen. Die Karte bietet unterschiedliche Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Belohnungen. Spieler können gezielt riskante Missionen wählen, schnell auf Bossgegner zusteuern oder zunächst Ressourcen sammeln, um die eigenen Chancen zu verbessern.

Der Roguelite-Loop sorgt dafür, dass Niederlagen nicht vollständig umsonst sind. Über mehrere Durchläufe hinweg werden Fähigkeiten freigeschaltet und die Stillae weiterentwickelt. Dadurch entsteht ein stetiger Fortschritt, obwohl einzelne Runs scheitern können.

Lightbulb Crew will damit offenbar genau jene Mischung treffen, die schon Othercide stark gemacht hat: taktische Härte im einzelnen Kampf und langfristigen Fortschritt außerhalb davon.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🖤 Die Welt von Stasia ist fast schon krankhaft schön

Visuell gehört Ex Sanguis zu jenen Spielen, die man innerhalb weniger Sekunden erkennt. Dunkle Figuren, helle Hintergründe, groteske Kreaturen und rote Effekte erzeugen einen Stil, der stark an gotische Horrorillustrationen erinnert.

Die Welt Stasia befindet sich in einem Zustand zwischen Leben und Stillstand. Die Stillae kämpfen gegen Kräfte, die Perfektion durch völlige Erstarrung erzwingen wollen. Dadurch bekommt die Ästhetik einen klaren erzählerischen Hintergrund und wirkt weniger wie bloß aufgesetzter Gothic-Chic.

Das passt auch zur Struktur der Kämpfe. Alles ist kontrolliert, geometrisch und taktisch – bis Blut fließt und die Ordnung auseinanderbricht.

🎮 Heute beginnt der Early Access

Der Early Access ist seit 10. September 2026 auf Steam verfügbar. Lightbulb Crew hatte den Termin bereits im August nach mehreren Playtests bestätigt und ausdrücklich erklärt, dass zusätzliche Entwicklungszeit genutzt wurde, um Feedback zu Tutorial, Progression, Benutzerführung und Balance einzuarbeiten.

Wie lange die Early-Access-Phase dauern wird und welche Systeme bis Version 1.0 noch dazukommen, dürfte sich in den kommenden Monaten weiter konkretisieren. Schon jetzt wirkt Ex Sanguis allerdings deutlich weiter als viele Genreprojekte, die zum ersten Mal in den offenen Testbetrieb gehen.

Für unseren Radar ist das deshalb ein sehr sauberer Abendfund: eigenständiger Stil, klarer Dark-Fantasy-Kern, taktische Tiefe und ein tatsächlicher heutiger Start.

Und wer immer behauptet hat, Zeit heile alle Wunden, hat offenbar noch nie ein Spiel von Lightbulb Crew gespielt.

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