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Heute Release, morgen peinliche Würfelwürfe
📰 Was ist los?
Esoteric Ebb ist am 3. März 2026 für PC (Steam) erschienen. Entwickler: Christoffer Bodegård, Publisher: Raw Fury. Eine stark bewertete Demo existiert bereits.
🐛 Was denken wir?
Wenn ein „Disco-inspiriertes“ CRPG schon in der Demo so viel Zustimmung einsammelt, ist das kein Meme mehr, sondern ein Kandidat für die 2026er „Warum redet nicht jeder darüber?“-Liste. Jetzt muss das Spiel nur noch im Vollumfang beweisen, dass es nicht auf Disco schielt, sondern seinen eigenen Schatten wirft.
🕯️ Esoteric Ebb erschienen – und es hat dich nicht eingeladen
Es gibt ja diese Art von Games, die dir von der ersten Minute an klar machen, was sie sein wollen. Im Fall von Esoteric Ebb ist das ganz eindeutig: ein isometrisches CRPG, das nicht „Questmarker-Komfort“ verkauft, sondern Dialog-Katastrophen, Würfelwürfe und eine Stadt, die politisch kurz vor dem Kippen steht. Du bist ein Kleriker (hier eher „staatlich legitimierter Handlanger“ als heilige Instanz), bekommst einen Goblin als Sidekick und sollst eine politische Verschwörung entwirren, ausgelöst durch eine explodierte Teestube, fünf Tage vor einer Wahl. Alles klar?
🎲 Warum das mehr ist als „Disco-like Nr. 37“
Ja, die Disco-Elysium-Parallelen sind da: innere Stimmen, die sich in deine Entscheidungen einmischen, Skillchecks als Drama-Beschleuniger, und dieses herrliche Gefühl, dass du dich im Gespräch selbst demontierst, während du gleichzeitig überzeugt bist, gerade Geschichte zu schreiben. Aber der entscheidende Punkt ist: Esoteric Ebb kommt mit echtem Rückenwind, nicht nur mit Vergleichen. Die Demo steht bei Steam auf 96% positiven Reviews, zuletzt sogar „Overwhelmingly Positive“. Das ist im Next-Fest-Dschungel kein Zufall, sondern ein ziemlich nüchterner Hinweis darauf, dass hier ein System funktioniert.
Dazu kommt der seltene Ritterschlag aus der Szene: Ex-ZA/UM-Autor Argo Tuulik hat das Spiel öffentlich als das bislang spannendste Disco-inspirierte Projekt gelobt (sinngemäß: „transzendiert Imitation“). Das ist natürlich auch ein Statement mit Agenda-Potenzial, aber es ist ein Statement, das Aufmerksamkeit zieht, weil es nicht aus dem PR-Baukasten kommt.
🧨 Der eigentliche Wahnsinn: Acht Jahre, über eine Million Wörter, und trotzdem ein Release
Wenn man Bodegårds Entstehungsgeschichte liest, wirkt Esoteric Ebb weniger wie „Produkt“ und mehr wie „langjährige Obsession mit Kalenderfunktion“. In Interviews/Posts spricht er offen von Jahren finanzieller Not, davon, dass er lange quasi allein gearbeitet hat, und davon, dass er für das Projekt über eine Million Wörter geschrieben hat. Raw Fury kam später dazu und hat das Projekt sichtbar professionalisiert. Das ist der Teil, der dem Ganzen Biss gibt: Esoteric Ebb ist nicht „poliert bis zur Beliebigkeit“, sondern ein Spiel, das sich seinen Ton offenbar teuer erkauft hat – in Zeit, Nerven und Textmenge.
🎬 Release Date Trailer
Der offizielle Release-Date-Trailer zu Esoteric Ebb (IGN Fan Fest 2026).
Veröffentlicht über IGN auf YouTube.
🧾 Fazit
Esoteric Ebb ist nicht das Spiel, das dich freundlich begrüßt und dir dann drei Tutorials schenkt. Es ist eher das Spiel, das dir ein D20 hinlegt, dich in eine wahlkampfverseuchte Fantasy-Stadt stößt und abwartet, ob du aus Würde eine Strategie bauen kannst – oder aus Scham eine Karriere. Der Disco-Vergleich ist als Einstieg praktisch, aber der eigentliche Reiz liegt woanders: ein Dialog-RPG mit TTRPG-DNA, das seine Spieler ernst nimmt, indem es ihnen erlaubt, grandios zu scheitern. Und wenn schon die Demo so gut ankam, ist das heute kein Sprung ins Ungewisse mehr, eher ein Sprung ins Unbequeme. Und da springen wir doch gerne mal hinterher.



