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Der Theaterabend ist offiziell eskaliert
📰 Was ist los?
Entropy von Lovely Hellplace und DreadXP ist am 18. August in den Steam Early Access gestartet. Der erste Akt Gloaming Isles umfasst rund ein Viertel des geplanten Spiels; gekämpft wird taktisch mit einer Gruppe aus bis zu sechs Figuren.
🐛 Was denken wir?
Der Sprung von Dread Delusion zu rundenbasierter Gruppentaktik ist deutlich größer, als die vertraute Low-Poly-Optik zunächst vermuten lässt. Besonders spannend wirkt die Kombination aus sterbender Welt, austauschbaren Söldnern und echten Verlusten – selbst wenn „austauschbar“ vermutlich genau das Wort ist, das man seinem Lieblingscharakter besser nicht erzählt.
🎭 Der Vorhang fällt, die Dämonen kommen: Die Dread-Delusion-Macher schicken Entropy in den Early Access
Eigentlich beginnt Entropy mit einem Theaterstück. Das ist insofern ungünstig, als mitten in der Vorstellung Dämonen vor den Toren auftauchen und der Hauptdarsteller plötzlich feststellen muss, dass sein hölzernes Requisitenschwert womöglich den falschen Sicherheitsstandard für eine Invasion besitzt.

Seit heute lässt sich herausfinden, wie lange es trotzdem hält. Entropy ist auf Steam tatsächlich in den Early Access gestartet. Hinter dem neuen Dark-Fantasy-Rollenspiel steckt Lovely Hellplace, das Studio von Dread Delusion. Dieses Mal verschwindet die Ego-Perspektive allerdings vollständig: Statt freier Echtzeitkämpfe gibt es taktische Rundengefechte mit einer Gruppe aus bis zu sechs Figuren.
Das Ergebnis sieht weiterhin aus, als hätte eine besonders fiebrige PlayStation aus den Neunzigern irgendwann angefangen, von mittelalterlichen Dämonen zu träumen.
☠️ Eine Welt stirbt ganz langsam vor sich hin
Die Welt von Entropy ist längst kaputt, ohne jemals ihren großen Weltuntergang bekommen zu haben. Die Menschheit überlebt nur noch in verstreuten Siedlungen, das Land wird immer unfruchtbarer, verfluchte Kreaturen durchstreifen die Wildnis und vielerorts herrschen Tyrannen über das, was noch übrig ist. Dann tauchen auch noch Dämonen auf.
Ausgangspunkt ist Draenog. Dort wird die erwähnte Theateraufführung von Kämpfen am Stadttor unterbrochen. Aus Schauspielern wird kurzerhand eine Verteidigungstruppe, anschließend führt die Reise über eine große Weltkarte durch Städte, Ruinen und verseuchte Landschaften.
Lovely Hellplace übernimmt dabei bewusst die eigentümliche Low-Poly-Ästhetik von Dread Delusion, baut spielerisch aber fast alles um. Die Kämpfe orientieren sich an klassischen JRPGs und erlauben eine Gruppe aus bis zu sechs Mitgliedern. Gegner können gezielt an einzelnen Körperteilen attackiert und dadurch geschwächt werden. Gefallene Mitstreiter sind außerdem kein dekoratives Drama: Neue Söldner müssen angeheuert werden, wenn die Reihen dünner werden.
Wer seinen Lieblingskämpfer nach zwanzig Stunden mit liebevoll optimierter Ausrüstung besitzt, sollte sich also emotional besser nicht zu früh festlegen.
🎬 Sechs Söldner und ziemlich viele Gründe zur Sorge
Der Early-Access-Launch-Trailer zu Entropy zeigt die sterbende Welt, rundenbasierte Gefechte und einige Kreaturen, denen man besser kein Körperteil freiwillig hinhält:
⚔️ Sechs Leute dürfen gleichzeitig ihr Leben riskieren
Die Gruppenmechanik gehört zu den auffälligsten Unterschieden zu Dread Delusion. Front- und hintere Reihe spielen im Kampf eine Rolle, Waffen bestimmen Reichweite und Möglichkeiten, Fähigkeiten können Gegner betäuben, Rüstung umgehen oder ihre Position verändern. Lovely Hellplace verbindet damit klassische JRPG-Strukturen mit einem deutlich westlicheren Söldner-Rollenspiel.
Die Figuren steigen auf, verteilen Werte und lernen neue Perks. Gleichzeitig kann ein ausgeschalteter Begleiter dauerhaft sterben oder mit Verletzungen davonkommen. Selbst die Moral anderer Gruppenmitglieder kann darunter leiden. Damit bekommt jeder Kampf ein kleines zusätzliches Problem: Man verliert möglicherweise mehr als ein paar Heiltränke und fünf Minuten Ladezeit.
Die Geschichte soll außerdem auf Entscheidungen reagieren. Steam formuliert das ziemlich weitreichend: Der gewählte Weg soll das Schicksal der Welt bestimmen. Wie tief diese Konsequenzen bereits im ersten Akt tatsächlich greifen, dürfte einer der interessanteren Punkte des Early Access werden.
🏝️ Der erste Akt ist ungefähr ein Viertel des Spiels
Zum Start ist Act 1: Gloaming Isles vollständig spielbar. Er umfasst nach Angaben der Entwickler zwei Städte, drei Dungeons sowie kleinere Schauplätze, Herausforderungen, Figuren, Waffen, Rüstungen und Zauber. Lovely Hellplace beziffert diesen Abschnitt auf ungefähr ein Viertel des geplanten Gesamtspiels.
Entropy soll insgesamt aus drei Akten bestehen. Neue große Gebiete, Städte, Quests, Dungeons und Figuren sollen während des Early Access schrittweise hinzukommen. Der dritte Akt wird dabei sogar geteilt; sein letzter Abschnitt bleibt der späteren Version 1.0 vorbehalten. Für die gesamte Early-Access-Phase rechnet Lovely Hellplace momentan mit ungefähr einem Jahr.
Interessant ist dabei ein kleiner Satz auf der Steam-Seite: Das Projekt sei bereits vollständig finanziert und werde unabhängig vom kommerziellen Abschneiden des Early Access bis Version 1.0 entwickelt. Für ein Spiel, dessen Welt langsam an Unfruchtbarkeit und Verfall zugrunde geht, besitzt ausgerechnet der Entwicklungsplan also überraschend gute Überlebenschancen.
Damit ist Entropy jetzt endgültig mehr als der nächste seltsame Trailer der Dread-Delusion-Macher. Die Tore von Draenog stehen offen, die erste Region ist spielbar und sechs Söldner dürfen ausprobieren, ob sich das Ende der Welt noch einmal vertagen lässt.
Das Theaterstück dürfte allerdings abgesagt sein.




