Der EA-Friedhof wächst: Ein Fan setzt BioWare und anderen Spielelegenden Grabsteine
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🪦 Game Over auf dem Firmenfriedhof
📰 Was ist los?
Ein Fan hat vor einem EA-Büro in Vancouver sieben symbolische Grabsteine für berühmte Entwicklerstudios aufgestellt. Anlass ist die Schließung von BioWare. Auch Bullfrog, Origin, Westwood, Pandemic, Visceral und Maxis werden gewürdigt.
🐛 Was denken wir?
Eine kreative, friedliche Protestaktion, die zugleich an großartige Spiele erinnert. Gerade der BioWare-Grabstein trifft mitten ins Rollenspielherz. Pedro hat bereits einen Grabstein für seine unerledigten Aufgaben bestellt. Die Inschrift lautet: »Respawn nicht möglich.«
Sie haben Drachen erschaffen, fremde Galaxien bevölkert, Götter gespielt und ganze Generationen von Spielern geprägt. Jetzt stehen ihre Namen auf Grabsteinen vor den Büros von Electronic Arts. Nach der Schließung von BioWare hat ein Fan in Vancouver einen improvisierten Friedhof für sieben berühmte Entwicklerstudios errichtet. Aus Pappe, Farbe und jeder Menge Enttäuschung entstand eine kleine Gedenkstätte, die mehr über die Geschichte der Spieleindustrie erzählt als mancher Geschäftsbericht. Und ausgerechnet BioWare erhielt einen Abschiedsspruch, der Freunden von Mass Effect besonders nahegehen dürfte.

🪦 Sieben Grabsteine und eine ziemlich deutliche Botschaft
Der Reddit-Nutzer Xveers hatte genug. Als Electronic Arts am 21. Oktober 2026 die Schließung von BioWare bekannt gab, wollte der Spieler seine Enttäuschung nicht einfach in einem weiteren Kommentar hinterlassen.
Stattdessen verbrachte er einen Tag damit, Grabsteine aus Pappe anzufertigen, zu bemalen und mit individuellen Inschriften zu versehen. Anschließend stellte er seine kleine Gedenkstätte vor einem EA-Büro in Vancouver auf.
Sieben berühmte Studionamen stehen dort unter der Aufschrift R.I.P.
Die Botschaft ist unmissverständlich: Hier liegen nicht irgendwelche austauschbaren Firmen. Hier liegen Erinnerungen an Spiele, die für Millionen Menschen einen besonderen Platz besitzen.
🐉 BioWare und die letzte Mission
Der jüngste Grabstein trägt den Namen BioWare (1995–2026). Das kanadische Studio schenkte der Rollenspielwelt Baldur’s Gate, Neverwinter Nights, Star Wars: Knights of the Old Republic, Dragon Age und Mass Effect.
Spiele, in denen Entscheidungen Konsequenzen hatten, Gefährten zu Freunden wurden und Geschichten weit über ihren Abspann hinaus im Gedächtnis blieben.
Auf dem Grabstein steht ein berühmter Satz von Mordin Solus aus Mass Effect 3: »It had to be me. Someone else might have gotten it wrong.« Der Satz erhält durch die Schließung eine besonders traurige Bedeutung.
EA hat nicht nur BioWare geschlossen, sondern auch die frühe Entwicklung des nächsten Mass Effect-Spiels beendet. Für zahlreiche Fans endet damit eine Hoffnung, die sie über Jahre begleitet hat.
⚰️ Ein Friedhof voller Spieleklassiker
Neben BioWare stehen weitere Namen, die vor allem ältere PC-Spieler sofort erkennen dürften. Bullfrog brachte mit Dungeon Keeper, Theme Park und Populous eine ganz eigene Mischung aus schwarzem Humor und außergewöhnlichen Spielideen hervor.
Origin Systems erschuf mit Ultima eine der wichtigsten Rollenspielreihen überhaupt. Auch Wing Commander gehört zum Vermächtnis des Studios.
Westwood Studios machte Command & Conquer zum Strategiespielphänomen und verwandelte mit Dune II den Wüstenplaneten Arrakis in einen Meilenstein der Echtzeitstrategie.
Visceral Games wiederum bescherte der Spielewelt Dead Space, während Pandemic Studios unter anderem für Star Wars: Battlefront und Mercenaries verantwortlich war.
Auch Maxis, bekannt durch SimCity und Die Sims, erhielt einen Grabstein.
Hier ist allerdings eine Einschränkung wichtig: Maxis existiert weiterhin als Marke innerhalb von EA. Geschlossen wurde 2015 der traditionsreiche Standort in Emeryville. Der symbolische Grabstein steht deshalb eher für den Verlust des früheren Studios als für das vollständige Ende von Maxis.
Nicht jeder Name auf diesem Friedhof erzählt dieselbe Geschichte. Doch jeder erinnert an eine prägende Ära der Videospiele.
🕯️ Trauer, Wut und eine gehörige Portion schwarzer Humor
Xveers versteht seine Installation nicht nur als Angriff auf EA. In seinen begleitenden Kommentaren räumt er ein, dass auch die Studios selbst wirtschaftliche und organisatorische Fehler gemacht haben. Manche wären möglicherweise ohne einen großen Geldgeber gar nicht so lange am Leben geblieben.
Gleichzeitig kritisiert er Entscheidungen, mit denen EA die Entwicklung einzelner Spiele beeinflusste. Dazu zählt er die zeitweise Ausrichtung von Dragon Age: The Veilguard auf ein Live-Service-Modell und die technischen Schwierigkeiten bei Mass Effect: Andromeda.
Die Grabsteine sind damit kein Versuch, die Vergangenheit schönzureden. Sie sollen daran erinnern, was diese Entwicklerteams trotz aller Fehler geschaffen haben.
Ursprünglich wollte der Fan sogar noch weitere Namen hinzufügen, darunter Mythic Entertainment und EA Black Box. Dafür reichte die Zeit allerdings nicht.
Vielleicht ist es ganz gut, dass der Platz vor dem Gebäude begrenzt war. Denn die Liste wäre noch erheblich länger geworden.
🎮 Was von den großen Spielwelten bleibt
Die Schließung von BioWare ist besonders bitter, weil das Studio über Jahrzehnte wie kaum ein anderes für erzählerisch anspruchsvolle Rollenspiele stand. Natürlich hat BioWare in seinen letzten Jahren nicht mehr jeden Anspruch erfüllt. Manche Projekte enttäuschten, andere scheiterten bereits während ihrer Entwicklung.
Doch die Bedeutung eines Studios lässt sich nicht allein an den Verkaufszahlen seines letzten Spiels messen. Ohne BioWare sähe die moderne Fantasy- und Rollenspielwelt anders aus. Ohne Bullfrog, Origin oder Westwood ebenfalls.
Ein Verlag kann ein Studio schließen. Er kann eine Reihe einstellen, Mitarbeiter entlassen und Entwicklungsbudgets streichen. Was sich nicht so einfach abschaffen lässt, sind die Erinnerungen der Spieler.
Deshalb trifft die kleine Gedenkstätte einen bemerkenswerten Punkt: Sie erinnert nicht nur an Unternehmen, sondern an die Menschen und Ideen hinter ihnen.
🌹 Ein stiller Protest mit lauter Botschaft
Die Fotos des improvisierten Friedhofs verbreiteten sich Anfang November in der Spieleszene. Wie lange die Grabsteine vor dem EA-Gebäude standen und ob das Unternehmen auf die Aktion reagiert hat, ist nicht bekannt.
Als symbolischer Protest funktioniert die Installation trotzdem. Sie braucht keine gewaltige Demonstration, keine teure Werbekampagne und keine zerstörten Gegenstände. Ein paar bemalte Pappsteine genügen.
Vielleicht ist das die treffendste Form, sich von Entwicklerstudios zu verabschieden, die uns einst ganze Welten geschenkt haben.
Denn die Firmen sind verschwunden. Ihre Spiele sind geblieben.
Und irgendwo in einem alten Spielstand wartet noch immer eine Heldengruppe darauf, dass wir unser Abenteuer fortsetzen.






