Netflix wagt den großen Wurf: Dungeons & Dragons-Serie in den Vergessenen Reichen

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Dungeons & Dragons: Netflix zieht in die Vergessenen Reiche

📰 Was ist los?
Netflix entwickelt mit Hasbro Entertainment eine Live-Action-Serie im Dungeons-&-Dragons-Setting Forgotten Realms. Produzent Shawn Levy und Showrunner Drew Crevello sitzen am Steuer, die Serie ersetzt den gescheiterten Paramount-Plus-Anlauf.

🐛 Was denken wir?
Nach dem 2000er-Desaster und dem Streaming-Sleeper Honor Among Thieves steht D&D filmisch bei „jetzt oder nie“. Wenn Netflix das Ding mit Humor, Herz und ein bisschen Baldur’s-Gate-Swagger hinbekommt, könnte hier endlich das erste wirklich große D&D-Serienuniversum entstehen, oder eben der nächste Eintrag im Monsterhandbuch „Verfluchte Adaptionen“.

⚔️ Netflix wagt den großen Wurf: Dungeons & Dragons-Serie in den Vergessenen Reichen

„Forgotten Realms“ soll endlich das werden, was Dungeons & Dragons im Bewegtbild nie so richtig geschafft hat: eine große, zugängliche Fantasy-Serie und keine Meme-Vorlage wie der Film von 2000.

🐉 Worum geht es dabei?

Netflix entwickelt eine Live-Action-Serie im Dungeons-&-Dragons-Universum, Arbeitstitel „Dungeons & Dragons: The Forgotten Realms“. Die Serie basiert auf dem ikonischen Kampagnensetting der Vergessenen Reiche und entsteht in Zusammenarbeit mit Hasbro Entertainment. Kreativ an Bord sind unter anderem Produzent Shawn Levy (Stranger Things, Deadpool & Wolverine) und Showrunner Drew Crevello (WeCrashed).

Levy beschreibt die Entwicklung als „herausfordernden Prozess“, weil nicht einfach ein Roman adaptiert wird, sondern eine ganze Welt mit eigener Sprache und Spielkultur. Trotzdem betont er, dass das Projekt aktiv vorangetrieben wird, offenbar wird täglich an Skripten und Konzepten gearbeitet.

Offizieller Serienstart? Noch völlig offen. Aber immerhin: Das Ding ist nicht länger eine diffuse Hollywood-Legende, sondern liegt tatsächlich bei einem Streamingdienst, der Fantasy kann und D&D dank Stranger Things ohnehin schon in seinem Wohnzimmer hatte.


🌍 Warum ausgerechnet die Vergessenen Reiche?

Die Vergessenen Reiche sind so etwas wie das Classic Coke von Dungeons & Dragons:

  • Schauplatz zahlloser Kampagnen, Romane und Videospiele – von Drizzt bis Baldur’s Gate 3.
  • Mittelalterlich angehauchte Welt mit eigenen Kontinenten, Göttern, Magiesystemen und jeder Menge „wir schicken die Gruppe in dieses eine Dorf, was kann schon schiefgehen?“.

Für Netflix ist das ein Geschenk und ein Minenfeld zugleich:
Du bekommst endlos viel Stoff, aber auch Fans, die jede Stadtmauer auswendig kennen. Levy & Co. müssen also eine Gratwanderung hinbekommen:

genug Wiedererkennungswert für Pen-&-Paper-Veteranen,
aber keine zehnseitigen Expositionen über Handelsrouten in der dritten Szene.

Dass die Serie nicht als direkte Fortsetzung zu Dungeons & Dragons: Honor Among Thieves geplant ist, sondern eigenständig bleibt, gibt den Machern immerhin kreative Freiheit.


💣 Der lange D&D-Fluch: Von Jeremy Irons zu Baldur’s Gate 3

Bevor wir uns zu sehr freuen, einmal kurz Erinnerungsschmerz:

  • Dungeons & Dragons (2000) ist bis heute das Beispiel dafür, wie man einen Kultstoff in blauem CGI-Matschlicht und Overacting ertränkt. Der Film floppte bei Kritik und Publikum, das Franchise verschwand im Kino quasi im Beutel der Mimic-Truhe.
  • 2023 dann die Reha: „Honor Among Thieves“, ein witziger, erstaunlich liebevoller Heist-Fantasyfilm, der zwar an der Kinokasse im Blockbuster-Gewühl unterging, aber im Streaming zum Lieblingsfilm jener Leute wurde, die schon immer sagten: „D&D ist doch eigentlich eine Komödie.“

Parallel dazu sorgt Baldur’s Gate 3 dafür, dass plötzlich auch Nicht-Pen-&-Paper-Spieler wissen, dass Faerûn nicht der Name eines Hipster-Restaurants, sondern eine Fantasywelt ist.

Kurz: Marke heiß, Timing besser als je zuvor. Genau deshalb wirkt es nicht ganz zufällig, dass Netflix die Serie gerade jetzt aus dem Produktions-Nebel holt.


🎬 Was wissen wir über Ton & Stil?

Konkrete Storydetails sind streng unter Verschluss. Aus den bisher bekannten Infos lässt sich aber eine grobe Richtung ableiten:

  • Tonlage:
    Eher Abenteuer-Fantasy mit Humor als bierernster Grimdark-Epos. Alles deutet auf eine Mischung aus Honor Among Thieves, Guardians of the Galaxy und – na klar – Stranger Things hin.
  • Figuren:
    Statt ikonischer Romanhelden dürfte es neue, serienexklusive Charaktere geben – so wie in einer typischen D&D-Runde, in der niemand der „offizielle“ Held ist, aber alle so tun, als wären sie es.
  • Struktur:
    Denkbar ist eine „Quest-of-the-Season“-Struktur, bei der jede Episode einen eigenen Dungeon, eine Stadt oder Fraktion beleuchtet, während im Hintergrund eine größere Kampagne aufgezogen wird.

Levy selbst betont, dass es vor allem darum gehe, „Welt, Lexikon und Geist“ des Spiels zu treffen, also dieses Gefühl, mit einer bunt zusammengewürfelten Truppe viel zu spät auf einen viel zu großen Drachen zu treffen.


🧪 Warum das trotzdem schiefgehen kann

Bevor wir schon mal vorsorglich +2 auf Hoffnung würfeln:

  • Fan-Erwartungen:
    Die D&D-Community ist groß, laut und detailverliebt. Jede Abweichung vom „Lore-Kanon“ wird seziert, jeder Zauber mit der 5e-Regel verglichen.
  • Netflix-Falle:
    Der Streaming-Riese hat in den letzten Jahren gezeigt, wie schnell selbst gut laufende Shows wieder beerdigt werden, wenn sie nicht sofort global explodieren. Ein Fantasyprojekt dieser Größe braucht aber eigentlich Zeit, um sich rumzusprechen.
  • Humor-Balance:
    Honor Among Thieves hat funktioniert, weil Witze und Herz sich die Waage hielten. Wird die Serie zu albern, schreien die Traditionalisten. Wird sie zu ernst, fragen sich alle, warum dann überhaupt noch D&D draufsteht.

Kurz: Der Wurf ist machbar, aber Netflix muss mindestens eine 15 auf Charisma, Weisheit und Produktionsplanung treffen.


✨ Was bleibt?

Trotz aller Vorsicht: Die Aussicht auf eine große, seriell erzählte D&D-Fantasyserie in den Vergessenen Reichen ist genau die Art Jahresend-Meldung, mit der man 2025 versöhnlich zu den Credits auslaufen lassen kann.

Wenn Levy & Co. das schaffen, was dem 2000er-Film, den gescheiterten TV-Versuchen und gefühlt einem Dutzend „in Entwicklung befindlicher“ Projekte nie gelungen ist, dann bekommen wir vielleicht endlich das, was D&D-Spieler seit Jahrzehnten versprechen:

eine Welt, in der sich jeder Abend wie eine Kampagne anfühlt, nur ohne Chipskrümel im Charakterbogen.

Episches Fantasy-Banner im Stil von Gandalf: Ein weißbärtiger Zauberer blockiert mit erhobenem Stab den Weg und ruft ‚Du kannst nicht vorbei!‘. Darunter der Zusatz: ‚Es sei denn, du abonnierst unseren Newsletter!‘. Rechts unten ein glühender, magischer Button mit der Aufschrift: ‚Lass mich rein, du Narr!
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