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⚔️ Dungeons & Warbands: Low-Fantasy für Masochisten mit Taktik-Fimmel
Dungeons & Warbands ist so ziemlich das Gegenteil von Hochglanz-AAA: ein Ein-Mann-Projekt von Omer Erenturk, das aussieht wie ehrliche PC-Fantasy und unter der Haube versucht, Battle Brothers, Stoneshard und klassische Grid-Crawler zu verschrauben. Statt Roguelite-Runs im immer selben Dungeon gibt es eine offene Low-Fantasy-Welt mit Königreichen, Ruinen, Höhlen und einer Warband, die du im Zweifel selber in den Untergang micromanagst.
🧭 Welt & Warband: Söldnerleben statt Heldenreise
Dungeons & Warbands positioniert sich als Singleplayer-Dungeon-Crawler mit RPG-Elementen, der eine offene mittelalterliche Welt aufspannt: mehrere Reiche, Dörfer, Handelsrouten, Ruinen, Höhlen, vollwertige Dungeons. Statt linearer Kampagne sollst du als Söldner oder Anführer einer kleinen Truppe durchs Land ziehen, Aufträge annehmen, Handelsbeziehungen pflegen und dir Ruf aufbauen oder alles niederbrennen, was nicht bei drei hinter der Palisade ist.
Interessant: Eroberte Dungeons bleiben nicht nur Loot-Schubladen, sondern können sich in Rekrutierungszentren verwandeln – wer eine Goblinhöhle „befriedet“, darf die Überlebenden später als Kanonenfutter anheuern.
🩸 Kampfsystem: Wo Treffer wirklich wehtun
Kernstück ist das schnelle, rundenbasierte Grid-Kampfsystem. Statt breiter Animationsopulenz geht es um Positionierung, Zonenkontrolle und clevere Skill-Rotationen:
- Lokaliserter Schaden: Jeder Schlag landet an Kopf, Rumpf, Armen oder Beinen, inklusive anhaltender Verletzungen wie gebrochene Knochen, Blutungen oder Bewegungs-Mali, bis jemand heilt oder stirbt.
- Verkettete Kämpfe: Eine verkorkste Begegnung wirkt nach, der halb tote Speerträger schleppt sich eben mit ins nächste Gefecht. Aus einem „knappen Sieg“ kann so sehr schnell ein Party-Wipe werden, der stark an Stoneshard erinnert.
Dazu kommen klassische Taktik-Skills wie Riposte, Cleave oder ein Charge über mehrere Felder, Stance-Wechsel für Offensive/Defensive und unterschiedliche Schadenstypen (Hieb, Stich, Wucht), die je nach Rüstung anders wirken.
🛡️ Rüstung wie Zwiebeln: Schichten, Lücken, Durchschläge
Rüstung ist kein pauschaler Rüstungsklasse-Wert, sondern ein Schichtenpuzzle: Untergewand, Gambeson, Kettenhemd, Platte – jedes Teil schützt bestimmte Zonen und hat eigene Resistenzen gegen Hieb, Stich und Wucht.
Eine Stahlbrustplatte frisst Schwerthiebe, hilft aber wenig gegen einen Hammer auf den ungeschützten Hals. Das Spiel will dich dazu zwingen, Gegner zu scouten, Ausrüstung zwischen Kämpfen umzubauen und echte Schwachstellen in der Deckung zu nutzen. Wer ohne Helm in die Schlacht zieht, soll sich später nicht über kritische Kopftreffer beschweren dürfen.
👥 Gefährten, Monster & die Sache mit der Gewalt
Neben klassischen Söldnern wie Rittern oder Banditen kannst du auch Goblins, Minotauren und andere Nichtmenschen in deine Warband holen, vorausgesetzt, du hast ihre Heimat erst einmal erobert.
Auf Steamebene läuft das Ganze unter „Frequent Violence or Gore“ mit expliziten Verletzungsdarstellungen, aber immerhin Option, Blut und Wunden zugunsten harmloser Effekte auszublenden.
Ein zweiter transparenter Punkt: Der Entwickler nutzt generative KI als Konzeptbasis für Artworks, malt die Entwürfe jedoch nach eigener Aussage vollständig per Hand aus, bevor sie im Spiel landen. Für alle, die nach dem Clair-Obscur-Skandal bei KI-Kunst genauer hinschauen, ist das zumindest eine offen kommunizierte Grauzone.
🚧 Early Access: Ein-Mann-Projekt mit langer Leine
Dungeons & Warbands erscheint „Coming soon“ im Early Access auf Steam, der Entwickler rechnet mit rund ein bis zwei Jahren Ausbauphase, abhängig davon, wie viel Feedback und Bugreports die Community liefert.
Geplant sind zusätzliche Inhalte, Balancing-Feinschliff und das übliche „aus roh wird spielbar“: mehr Dungeons, mehr Skills, mehr Gegnertypen. Dafür spricht, dass Erenturk sich schon jetzt explizit auf Foren und Discord als Hauptkanal für Feintuning beruft.
🎬 Dungeons & Warbands – Trailer
Der offizielle Steam-Trailer zu Dungeons & Warbands – dem brutalen Low-Fantasy-Gridcrawler von Solo-Entwickler Omer Erenturk.
🧠 Fazit: Battle Brothers im Dungeon – oder Early-Access-Fata Morgana?
Dungeons & Warbands wirkt wie ein Liebesbrief an alle, die in Taktik-RPGs nicht nur große Zahlen, sondern auch klaffende Wunden und schlechte Entscheidungen sehen wollen. Lokalisierter Schaden, Schicht-Rüstung, offene Welt und Warband-Verwaltung sind eine toxisch-attraktive Mischung, vorausgesetzt, der Solo-Dev bekommt Balancing und Komfort in den Griff.
Wenn du Lust auf ein gridbasiertes Low-Fantasy-RPG hast, in dem ein schlecht platzierter Schritt die halbe Truppe dauerhaft versaut, solltest du den Titel auf die Wunschliste packen und gleich mit einplanen, später beim Balancing ordentlich mitzumeckern.



