Zwei Genre-Veteranen für Carl und Donut: Dungeon Crawler Carl findet seine Showrunner

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Zwei Leute betreten den Dungeon

📰 Was ist los?
Chris Yost und Eric Heisserer übernehmen gemeinsam als Showrunner die bereits bestellte Peacock-Serie Dungeon Crawler Carl und werden auch als Executive Producer tätig. Yost war zuvor bereits als Autor beteiligt; Heisserer stößt nun als zweiter kreativer Leiter zur Live-Action-Adaption.

🐛 Was denken wir?
Die Kombination ist auf dem Papier ziemlich spannend: Yost bringt große Franchise- und Actionerfahrung mit, Heisserer Arrival und Shadow and Bone. Für eine Serie, die LitRPG, Horror, Science-Fiction, schwarzen Humor und eine sehr meinungsstarke Katze gleichzeitig beherrschen muss, klingt doppelte Aufsicht jedenfalls vernünftiger als gar keine.

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🐈 Zwei Genre-Veteranen für Carl und Donut: Dungeon Crawler Carl findet seine Showrunner

Bei einer Fernsehserie, in der ein barfüßiger ehemaliger Küstenwächter und eine preisgekrönte Perserkatze nach dem Ende der Welt durch eine sadistische intergalaktische Gameshow geprügelt werden, ist die Frage nach der kreativen Kontrolle möglicherweise wichtiger als bei durchschnittlichen Familienserien. Peacock hat sie nun beantwortet und das sicherheitshalber gleich mit zwei Leuten.

Gelber Schriftzug Dungeon Crawler Carl mit pinken Totenkopfsymbolen auf schwarzem Hintergrund aus dem offiziellen Buchcover von Matt Dinnimans Roman.
Der Dungeon hat seine Showrunner gefunden: Chris Yost und Eric Heisserer sollen Matt Dinnimans LitRPG-Chaos für Peacock unter Kontrolle bringen. © Ace / Penguin Random House

Chris Yost und Eric Heisserer übernehmen gemeinsam als Showrunner die kommende Live-Action-Adaption von Matt Dinnimans Dungeon Crawler Carl. Yost war bereits als Autor des Projekts gesetzt, Heisserer stößt nun hinzu; beide werden die Serie auch als Executive Producer begleiten. Der bereits im Juni vergebene Straight-to-Series-Auftrag bleibt davon unberührt: Die Serie ist also längst bestellt, jetzt steht auch fest, wer das ganze Dungeon-Chaos zusammenhalten soll.

Und bei diesem Stoff dürfte „zusammenhalten“ schon früh ein Vollzeitjob werden.

🚀 Einer kennt Superhelden, der andere komplizierte Welten

Chris Yost bewegt sich seit Jahren zwischen Comics, Animation, Science-Fiction und großen Franchiseproduktionen. Seine Arbeit reicht von Marvel- und Thor-Projekten bis zu The Mandalorian und weiteren Geschichten aus dem Star-Wars-Universum. Für Dungeon Crawler Carl ist das keine schlechte Ausgangslage: Dinnimans Bücher wechseln schließlich mit bemerkenswerter Geschwindigkeit zwischen Action, Monsterwahnsinn, grotesker Komik und immer größeren Eskalationsstufen.

Eric Heisserer bringt eine etwas andere Genrebiografie mit. Sein Drehbuch zu Denis Villeneuves Arrival brachte ihm eine Oscar-Nominierung ein, später entwickelte und leitete er Shadow and Bone für Netflix. Dazu kommen Filme wie Bird Box und mehrere Horrorproduktionen. Gerade diese Mischung ist interessant, weil Dungeon Crawler Carl unter seinem absurden LitRPG-Zirkus erstaunlich viel düstere Science-Fiction, existenziellen Horror und zunehmend große emotionale Fragen versteckt.

Die Kombination wirkt deshalb zumindest auf dem Papier ziemlich vernünftig. Yost kennt die Geschwindigkeit großer Genreproduktionen, Heisserer hat Erfahrung damit, komplexe fantastische Welten für eine Fernsehserie zu strukturieren. Ob daraus am Ende tatsächlich die richtige Mischung entsteht, entscheidet natürlich erst der Dungeon. Und der hat bekanntlich ein eher aggressives Bewertungssystem.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🎮 LitRPG muss plötzlich im Fernsehen funktionieren

Genau darin liegt die eigentliche Schwierigkeit dieser Adaption. Dungeon Crawler Carl funktioniert als Roman nicht bloß deshalb, weil Carl Monster umhaut und Erfahrungspunkte sammelt. Die Bücher benutzen das komplette Vokabular eines Rollenspiels – Klassen, Fähigkeiten, Gegenstände, Achievements, Systemmeldungen und Level – und machen daraus gleichzeitig eine mörderische Realityshow für ein galaktisches Publikum.

Die offizielle Serienbeschreibung übernimmt diesen Kern. Nach einer außerirdischen Invasion ist der größte Teil der Menschheit tot, während die Überlebenden in einen gewaltigen Dungeon geschickt werden. Carl landet dort gemeinsam mit der preisgekrönten Katze seiner Ex-Freundin, Princess Donut, und muss Monster, Aliens, andere Teilnehmer und eine ausgesprochen problematische künstliche Intelligenz überleben. Alles wird gleichzeitig als Unterhaltung für die Zuschauer außerhalb der Erde vermarktet.

Das ist als Buch bereits kontrollierter Irrsinn. Live Action macht die Angelegenheit technisch erheblich interessanter: Donut muss funktionieren, die Monster müssen funktionieren, das Dungeon-System muss verständlich bleiben und die absurden Bilder dürfen ihre Wirkung nicht verlieren, sobald echte Schauspieler davor stehen. Dazu kommt ein Ton, der innerhalb weniger Seiten von albern zu brutal und von brutal zu erstaunlich traurig wechseln kann. Zwei Showrunner erscheinen da plötzlich gar nicht mehr übertrieben.

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👑 Princess Donut sitzt bereits fest im Cast

Bei der Besetzung ist Peacock bislang erheblich zurückhaltender. Jeff Hays bleibt aktuell das einzige bestätigte Castmitglied und wird Princess Donut sprechen. Das ist ausgerechnet jene Entscheidung, bei der die Produktion kaum jemanden überraschen dürfte: Hays erzählt die Hörbuchfassungen und hat Donuts Stimme für einen großen Teil der bestehenden Fangemeinde praktisch definiert.

Wie groß diese Fangemeinde inzwischen geworden ist, lässt sich an Zahlen ablesen, die für ein Genre wie LitRPG vor wenigen Jahren noch absurd geklungen hätten. Die bislang acht veröffentlichten Bücher haben nach aktuellen Angaben mehr als 14 Millionen Exemplare über sämtliche Formate hinweg verkauft. Allein die von Hays gesprochenen Hörbücher kommen auf mehr als 140 Millionen Hörstunden.

Ein Darsteller für Carl wurde dagegen noch nicht bekanntgegeben, ebenso wenig ein Starttermin. Auch bewegte Bilder aus der Produktion gibt es weiterhin keine. Die Serie befindet sich also noch in jener angenehmen Phase, in der theoretisch alles großartig funktionieren kann und noch kein Mensch im Internet 400 Prozent in ein unscharfes Setfoto hineinzoomen muss.

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📺 Der Dungeon hat jetzt seine Führungsebene

Hinter dem Projekt steht weiterhin Fuzzy Door, die Produktionsfirma von Seth MacFarlane, gemeinsam mit Universal Global Television. MacFarlane, Erica Huggins und Rachel Hargreaves-Heald gehören zu den Executive Producern, Matt Dinniman selbst ist als Co-Executive Producer beteiligt. Peacock hatte die Serie bereits im Juni direkt bestellt, sodass die gestrige Meldung keinen vorsichtigen Entwicklungsschritt mehr beschreibt. Sie besetzt eine der entscheidenden Positionen einer Produktion, die tatsächlich entstehen soll.

Gerade deshalb sind Yost und Heisserer eine bemerkenswert interessante Wahl. Dungeon Crawler Carl braucht Action, absurd große Bilder, schwarzhumorige Präzision und jemanden, der unter dem Levelsystem die zunehmend hässliche Geschichte über Unterhaltung, Macht und Überleben sichtbar hält. Beide haben in unterschiedlichen Bereichen bereits gezeigt, dass sie mit großen Genreapparaten umgehen können.

Jetzt müssen sie nur noch einen barfüßigen Mann, eine sprechende Katze und das Ende der Menschheit fernsehtauglich organisieren.

Princess Donut wird anschließend vermutlich trotzdem behaupten, sie selbst und Zev hätten die Serie produziert. Und dass sie deutlich besser geworden wäre, wenn sich alle Beteiligten vorher wenigstens ein paar Staffeln Gossip Girl angesehen hätten.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.