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Dungeon Crawler Carl: Katze, Kaminski und Kill-Dungeon
📰 Was ist los?
Die LitRPG-Reihe Dungeon Crawler Carl von Matt Dinniman, aktuell acht Bände stark und international millionenfach verkauft, erscheint nun auf Deutsch: Band 1 „Dungeon Crawler Carl – Entertainment ist Pflicht. Überleben nicht.“ kommt am 25. Februar 2026 als Taschenbuch bei FISCHER Tor, E-Book und Hörbuch (gelesen von Stefan Kaminski) sind bereits seit 1. Februar draußen und mischen die E-Book- und Audible-Bestsellerlisten auf.
🐛 Was denken wir?
Das hier ist kein weiterer „Game-Elemente-im-Roman“-Versuch, sondern der seltene Fall, dass ein Selfpublishing-Erfolg mit eigenem Humor, echtem Tempo und böser Ideen-Dichte im Mainstream-Verlag landet. Wer LitRPG bisher skeptisch beäugt hat, bekommt ausgerechnet von einem Typen und seiner überkandidelten Katze die beste Einladung ins Genre.
🐱 Dungeon Crawler Carl: LitRPG-Kult auf Deutsch
Eine Perserkatze im Weltenuntergang, ein Typ in Boxershorts, ein Dungeon als intergalaktische Gameshow: Dungeon Crawler Carl war im englischen Original erst Insider-Tipp, dann Streaming-Alternativprogramm fürs Hirn und erscheint am 25.2. endlich auch als Taschenbuch auf Deutsch bei FISCHER Tor. eBook und Audiobook (gelesen von Stefan Kaminski) sind bereits seit dem 1. Februar erhältlich.
🎮 Worum geht es in diesem Wahnsinnsdungeon?
Kurzfassung:
**Die Erde wird von einer Alien-Firma zu Schotter verarbeitet und die Menschheit darf zur Strafe in einen gigantischen Dungeon einziehen, als Kandidaten einer Realityshow, die quer durchs All ausgestrahlt wird. Carl, Coast-Guard-Veteran mit frisch gescheiterter Beziehung, landet dort zusammen mit Princess Donut, der Showkatze seiner Ex.
Der Dungeon selbst ist ein 18-stöckiges Level-Monster: Räume, Fallen, Goblins, Händler, absurde Quests, alles strikt durchgamifiziert mit Stats, Skills, Loot, Gilden, Sichtbarem Lebensbalken und Systemmeldungen, die wie der toxische Cousin von Diablo und einem MMO-Interface wirken.
Die Regeln sind so charmant wie brutal:
- Wer überlebt, darf weiter nach unten.
- Wer gut unterhält, bekommt Sponsoren, Boni, Aufmerksamkeit.
- Wer langweilt, stirbt, gerne spektakulär, denn das Publikum will seine Show.
Das Ergebnis liest sich wie:
„The Hunger Games“ trifft „Binding of Isaac“, nur mit mehr Katze und gelockertem Moralkorsett.
🐈 Princess Donut: Die Diva, die alles stiehlt
Die heimliche Hauptfigur ist nicht Carl, sondern seine Mitbewohnerin:
- Princess Donut ist eine preisgekrönte Perserkatze, verwöhnt, karrierebewusst und überzeugt davon, dass die Realität sich bitte nach ihr zu richten hat.
- Im Dungeon bekommt sie ein Interface, kann sprechen, levelt mit und behandelt Events wie eine Mischung aus Cat-Show, Reality-Casting und Influencer-Kooperation.
Dinniman schreibt Donut so konsequent überheblich, dass jede ihrer Szenen zwischen Slapstick und Charakterstudie schwankt:
Sie ist nicht „die süße Begleitkatze“, sondern ein laufender Kommentar auf Online-Kultur, Fandom und toxische Selbstinszenierung, und genau das macht die Reihe so viel bissiger, als das Cover vermuten lässt.
📚 Vom Royal-Road-Projekt zum internationalen Bestseller
Spannend ist auch der Weg hinter den Kulissen:
- Dungeon Crawler Carl startete Ende 2019 als Selfpublishing-Projekt auf Plattformen wie Royal Road und später als E-Book unter Dinnimans eigenem Imprint Dandy House.
- Erst 2024 schnappte sich Ace Books (Penguin Random House) die Printrechte für die ersten Bände, während Dinniman die E-Book-Rechte behielt. Ein klassisches Beispiel dafür, wie ein Nischenhit den Weg in den regulären Buchhandel findet.
- Inzwischen gilt die Reihe als eine der erfolgreichsten LitRPG-Serien überhaupt, mit über sechs Millionen verkauften Exemplaren, Plänen für TV-Adaption, Graphic Novel und TTRPG.
Die deutsche Ausgabe kommt dabei nicht als lieblos nachgereichtes E-Book daher, sondern gleich mit kompletten Paket:
- E-Book (FISCHER E-Books, seit 01.02.2026, aktuell im Aktionspreis).
- Printausgabe am 25.02.2026 bei FISCHER Tor, mit Sticker in der Erstauflage.
- Hörbuch bei Audible, gelesen von Stefan Kaminski, momentan ganz oben in den Belletristik-Charts.
Kurz: Der „Hype des Jahres“ ist kein leeres Werbeetikett, sondern das Resultat eines Langstreckenlaufs durch Foren, Selfpub-Szene und inzwischen auch durch den stationären Buchhandel.
📈 Warum das Ding so abgeht
Was macht Dungeon Crawler Carl anders als die üblichen „Roman mit Levelanzeige“-Experimente?
- Der Ton
Dinniman schreibt mit trockenem, oft derbem Humor, der eher an Douglas Adams mit Bluthochdruck erinnert als an glatte Game-Romane. Viele Szenen kippen innerhalb eines Absatzes von Slapstick in echte Verzweiflung. - Die Konsequenz
Die Show im Buch braucht Einschaltquote. Wenn Figuren sterben, ist das selten heroisch, aber fast immer bitterkomisch und nie folgenlos für Carl und Donut. Die Serie nutzt das Setting, um nebenbei über Zuschauerkultur, Streaming-Ökonomie und „Content als Währung“ zu lästern. - Die Struktur
LitRPG heißt hier nicht bloß „es gibt Level“. Stats, Skills, Loot und Gilden sind Tragegerüst der Handlung, nicht Deko. Jede Entscheidung im Interface hat eine reale Abwärtsspirale im Dungeon und manchmal noch hässlichere Effekte im Zuschauerraum irgendwo im All. - Die Zielgruppe
Das Buch zielt nicht auf „wer RPG mag, wird schon irgendwas wiedererkennen“, sondern auf Leser, die mit Achievements, Builds und Meme-Kultur groß geworden sind. Genau deshalb taucht die Reihe seit Jahren in LitRPG-Toplisten und „Einstiegsempfehlungen“ auf.
🧠 Für wen ist das was – und für wen nicht?
Ja, lesen, wenn du…
- Videospiele liebst, aber beim Lesen trotzdem richtige Figuren willst.
- kein Problem mit derber Sprache, Splatter und zynischen Seitenhieben hast.
- mit LitRPG anfangen willst und bisher auf der Suche nach einem Titel warst, der wirklich durchzieht, was das Genre verspricht.
Eher liegenlassen, wenn du…
- bei Systemmeldungen, Zahlenwerten und Skill-Bäumen sofort abschaltest.
- deine Fantasy lieber klassisch-episch ohne Metaebene magst.
🎯 Fantasykosmos-Fazit: Hype mit Substanz
Dungeon Crawler Carl ist kein feines, stilles Fantasy-Märchen, sondern ein laufender Kommentar zum Games-Zeitalter. Mit Alien-Konzern, Todesdungeon und einer Katze, die vermutlich mit einem besseren Vertrag rechnen kann, als alle Menschen im Buch.
Die deutsche Ausgabe kommt genau im richtigen Moment:
Während der Markt mit austauschbaren „Game-Elemente-im-Roman“-Versuchen kämpft, liefert Dinniman eine Reihe, die sich wie ein böses, cleveres Anti-Let’s-Play liest und trotzdem eine Menge Herz hat.
Wenn du 2026 nur ein LitRPG testen willst, dann nimm das mit der Katze, die mehr Follower hat als du jemals haben wirst.



