🔍 Suche im Fantasykosmos
Spüre verborgene Pfade auf, entdecke neue Werke oder durchstöbere das Archiv uralter Artikel. Ein Wort genügt – und der Kosmos öffnet sich.

Aventurien bekommt eine digitale Kommandozentrale
📰 Was ist los?
Ulisses hat auf der RatCon DSA Unbound vorgestellt. Die Plattform verbindet einen offiziellen DSA-5-Charaktergenerator mit Kompendium, Aventurienkarte, Weltwissen und Werkzeugen für Spielrunden. Die Beta läuft bereits und endet am 1. November.
🐛 Was denken wir?
Vor allem der kostenlose Charakterbau mit den Optionen aus allen Regelbüchern ist eine Ansage. DSA brauchte längst einen Ort, an dem man einen Helden erstellen kann, ohne vorher selbst eine Sonderfertigkeit namens Regalverwaltung III zu erwerben. Jetzt muss die Beta nur noch die Kinderkrankheiten loswerden.
🎲 Das Schwarze Auge entwirrt sein eigenes Regelknäuel: DSA Unbound ist jetzt als Beta da
Wer bei Das Schwarze Auge einen neuen Helden bauen wollte, absolvierte bislang gelegentlich schon vor dem ersten Würfelwurf eine kleine Abenteuerkampagne: Profession suchen, Vorteile prüfen, Sonderfertigkeiten vergleichen, Voraussetzungen nachschlagen und irgendwann herausfinden, in welchem Buch eigentlich jene Regel stand, an die sich am Tisch alle ungefähr erinnern. Ulisses Spiele möchte dieses sehr aventurische Verwaltungsritual nun deutlich verkürzen.

© Ulisses Spiele / DSA Unbound
Auf der RatCon wurde DSA Unbound vorgestellt. Die neue offizielle Plattform ist ab sofort als Beta verfügbar und soll langfristig weit mehr sein als ein Charaktergenerator. Heldenbau, Regelwissen, Aventurien-Lore, interaktive Karte, Gruppenverwaltung und Werkzeuge für laufende Spielrunden wandern in eine gemeinsame digitale Umgebung. Technische Grundlage ist das bisherige Fanprojekt Der smarte Held, das zusammen mit Ulisses offiziell weiterentwickelt wird.
🧙 Heldenbau ohne Expedition durch den Regelstapel
Das stärkste Argument zum Start ist die Heldenschmiede. DSA 5 besitzt inzwischen Hunderte Professionen, Vorteile, Nachteile und Sonderfertigkeiten. Unbound versucht diese Masse über Filter, Empfehlungen, Suchfunktionen und erklärende Infoboxen beherrschbar zu machen. Fähigkeiten lassen sich etwa nach Verfügbarkeit oder thematischer Eignung eingrenzen, während ein Tutorial durch die Charaktererschaffung führt.
Bemerkenswert großzügig fällt dabei der kostenlose Zugang aus: Für die Charaktererstellung stehen laut aktueller Vorstellung die Inhalte aller DSA-5-Regelbücher zur Verfügung. Man muss also nicht erst jedes digitale Quellenbuch erneut kaufen, um dessen Charakteroptionen im Generator freizuschalten. Gerade im Vergleich mit anderen offiziellen Rollenspielplattformen ist das ein ziemlich gewichtiger Punkt.
Das Grundregelwerk lesen kann Unbound einem trotzdem nicht vollständig abnehmen. Der Generator erklärt Fähigkeiten und führt durch den Bau, ersetzt aber keine Einführung in Proben, Kampf und die grundlegenden Mechaniken. Hesinde hilft schließlich gern, erledigt aber auch 2026 noch nicht sämtliche Hausaufgaben.
🎬 Ulisses zeigt die digitale Zukunft von Aventurien
Im offiziellen RatCon-Panel stellt Ulisses Spiele DSA Unbound ausführlich vor: von der Heldenschmiede über Weltwissen bis zu den Werkzeugen für laufende Runden. Wer bislang für einen neuen Helden erst einen kleinen Bücherwagen brauchte, darf besonders aufmerksam werden.
🗺️ Ganz Aventurien steckt jetzt hinter demselben Login
Der Charaktergenerator ist nur ein Teil des Plans. DSA Unbound soll zur zentralen digitalen Anlaufstelle für die Spielwelt werden. Eine interaktive Aventurienkarte führt durch Regionen und Orte, daneben gibt es Informationen über Kulturen, Völker, Götter und weitere Bestandteile der Welt. Die Plattform selbst präsentiert ihre Bereiche entsprechend als Heldenschmiede, Kompendium, Aventurien und Homebrew.
Das ist für DSA beinahe wichtiger als ein besonders schicker Heldenbogen. Aventurien besitzt nach Jahrzehnten Rollenspielgeschichte eine enorme Menge an Lore, regionalen Besonderheiten und Regelmaterial. Unbound versucht, diese Dinge miteinander zu verzahnen, statt sie nur als digitale Bücherregale nebeneinanderzustellen.
Wer also wissen möchte, wo sein Held herkommt, welche Gottheit dort besonders verehrt wird und welche Profession zu diesem Hintergrund passt, soll künftig weniger zwischen Wiki, PDF, Regionalspielhilfe und Charakterprogramm springen müssen. Das ist keine spektakuläre Magie. Für DSA-Spieler könnte es trotzdem ungefähr denselben praktischen Nutzen besitzen wie ein Transversalis direkt zum richtigen Regelabsatz.
🎲 Kein virtuelles Schlachtfeld – eher ein digitaler Spieltischgehilfe
Unbound will ausdrücklich kein Ersatz für Foundry, Roll20 oder andere vollständige Virtual Tabletops sein. Auf taktische Bodenpläne, Tokenverschieberei und animierte Feuerbälle verzichtet die Plattform. Stattdessen konzentriert sie sich auf jene Dinge, die auch bei einer klassischen Tischrunde ständig benötigt werden.
Die Spielleitung kann Proben anfordern und Erschwernisse festlegen, Effekte verwalten und automatische Buffs oder Debuffs berücksichtigen. NPCs, Abenteuerinformationen und Kämpfe lassen sich ebenfalls innerhalb der Plattform organisieren. Unbound ist zudem ausdrücklich für mobile Browser gedacht und soll dadurch hybride Runden unterstützen, die mal online und mal gemeinsam am Tisch spielen. Eine eigene App ist derzeit nicht vorgesehen.
Das Konzept trifft einen ziemlich sinnvollen Mittelweg. Der Ork kann weiterhin als Miniatur auf dem Tisch stehen. Nur die Frage, welche Modifikatoren gerade auf den Angriff wirken, muss künftig hoffentlich niemand mehr aus drei geöffneten PDFs und einer sieben Jahre alten Forenantwort rekonstruieren.
💰 Kostenlos anfangen, für die Gruppe drauflegen
Das Preismodell trennt Charakterbau und umfangreichere Spielverwaltung. Die Grundversion kann kostenlos genutzt werden. Wer unbegrenzt viele Helden erstellen und eine Gruppe leiten möchte, benötigt die sogenannte Heldenstufe ab 3 Euro pro Monat.
Die Meisterstufe ab 6 Euro monatlich richtet sich stärker an Spielleiter. Sie ermöglicht mehrere Gruppen und schaltet die Homebrew-Funktion frei, über die eigene Regeln und Inhalte angelegt werden können.
Damit setzt Ulisses die Bezahlschranke an einer nachvollziehbaren Stelle. Ein Spieler kann das wichtigste Werkzeug erst einmal ausprobieren und Charaktere mit offiziellen Optionen bauen. Wer Unbound als dauerhafte Infrastruktur für mehrere Runden verwenden möchte, finanziert den erweiterten Funktionsumfang mit.
🪲 Die Beta trägt ihren Namen derzeit noch zu Recht
Unbound sieht bereits erstaunlich fertig aus, ist technisch aber weiterhin eine Beta. Beim ausführlichen Vorabtest von GameStar fielen unter anderem noch unvollständige Such-Tags im Kompendium, fehlende Gegenstandsbilder, Tippfehler und einzelne merkwürdige automatische Zuordnungen auf. Besonders schön: Der Landwehrsoldat wurde zeitweise als wissenschaftliche Profession kategorisiert. Aventurien besitzt offensichtlich außergewöhnlich akademische Milizen.
Auch die Ausrüstungsverwaltung ist noch nicht vollständig ausgereift. Der Test bemängelte beispielsweise, dass ein Gegenstand nur einmal gekauft werden konnte – zwei gleiche Dolche waren damit schwieriger zu beschaffen als mancher magische Artefaktfund. Solche Fehler sind genau der Stoff, für den eine öffentliche Betaphase existiert.
Bis zum 1. November 2026 soll die Beta laufen. Danach ist der reguläre Start geplant. Die nächsten Wochen werden deshalb entscheidend dafür sein, wie schnell Ulisses und das Entwicklerteam Suchfunktionen, Datenbestand und Bedienung sauberziehen können.
🐉 Aventurien bekommt endlich ein digitales Zuhause
DSA hatte schon vorher gute Charakterprogramme, Regelwiki, Fanprojekte und virtuelle Spielmöglichkeiten. Was bislang fehlte, war eine zentrale offizielle Plattform, die möglichst viele dieser Bedürfnisse miteinander verbindet. Genau dort setzt Unbound an.
Der kostenlose Zugriff auf die Charakteroptionen ist dabei ein starkes Fundament. Noch spannender wird langfristig die Verzahnung aus Regelwissen, Weltbeschreibung und laufender Runde. Wenn sie funktioniert, könnte Unbound insbesondere neuen Spielern eine der größten Einstiegshürden von DSA nehmen: die schiere Menge an Informationen.
Denn Aventurien war eigentlich schon immer groß genug. Man musste nur bisher erstaunlich viele Browser-Tabs öffnen, um es zu bereisen.







