DSA zündet den Metaplot: Madas Erwachen soll Aventurien apokalyptisch verändern

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Die Apokalypse ist selbstverständlich ordentlich belegt

📰 Was ist los?
Ulisses bereitet mit Madas Erwachen einen der größten Eingriffe in den DSA-Metaplot seit langer Zeit vor. Die Kampagne besteht aus Schicksalszeichen und Äonenkerker, führt mehrere frühere Handlungsstränge zusammen und soll Entscheidungen über Madas weiteres Schicksal ermöglichen. Für die Vorbereitung wurden mehr als 1.000 DSA-Publikationen nach alten Hinweisen durchsucht.

🐛 Was denken wir?
Genau so muss ein großer DSA-Metaplot aussehen: tief genug in der Weltgeschichte verankert, dass Veteranen ihre alten Regale misstrauisch anschauen, aber trotzdem spielbar für Leute, die nicht seit 1994 jedes aventurische Flugblatt gesammelt haben. Entscheidend wird jetzt nur, ob Ulisses den angekündigten Umbruch wirklich durchzieht. Wenn man schon tausend Bücher für eine Apokalypse liest, sollte hinterher wenigstens irgendetwas dauerhaft krass kaputt sein.

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🌙 DSA zündet den Metaplot: Madas Erwachen soll Aventurien apokalyptisch verändern

Bei Das Schwarze Auge genügt es offenbar nicht, eine Apokalypse anzukündigen. Vorher müssen selbstverständlich erst mehr als 1.000 Publikationen aufgeschlagen, alte Setzungen überprüft und jahrzehntelang verstreute Hinweise auf eine gefesselte Mondgöttin zusammengesucht werden. Selbst der Weltuntergang bleibt in Aventurien quellenpflichtig.

Das Schwarze-Auge-Logo steht links vor einem dunklen Sternenhimmel. Rechts ist eine blasse, langhaarige Frau frontal vor einem großen Vollmond zu sehen; vor ihr befindet sich ein rundes, ornamentales Symbol.
Mada steht im Zentrum von Madas Erwachen und damit eines Umbruchs, der Aventurien grundlegend verändern könnte.
Bildnachweis: © Ulisses Spiele / redaktionelle Collage und Bearbeitung: Fantasykosmos

Auf der RatCon in Langen hat Ulisses neue Details zu Madas Erwachen vorgestellt – und die angekündigte Kampagne könnte den DSA-Metaplot so kräftig bewegen wie seit sehr langer Zeit nicht mehr. Die Geschichte besteht aus den beiden Teilen Schicksalszeichen und Äonenkerker und soll mehrere große Handlungsfäden der vergangenen Jahre zusammenführen. Im Zentrum steht Mada, deren mögliches Erwachen Folgen haben könnte, die weit über eine einzelne Region oder Abenteuergruppe hinausreichen.

🔥 Diesmal soll der Metaplot wirklich knallen

Aventurien lebt seit Jahrzehnten davon, dass die Welt nach großen offiziellen Kampagnen nicht einfach wieder auf Ausgangsposition zurückspringt. Herrscher sterben, Reiche verändern sich, Kriege verschieben Grenzen und selbst kosmische Ereignisse hinterlassen Spuren in späteren Publikationen.

Gerade deshalb fällt der Vergleich mit der Borbarad-Kampagne so schwer ins Gewicht. Ulisses stellt keinen neuen Siebenbandkoloss dieser Größenordnung in Aussicht. Die eigentliche Kampagne von Madas Erwachen umfasst zunächst zwei Teile. Ihre Konsequenzen sollen jedoch außergewöhnlich tief in Aventurien einschlagen.

Mehrere bereits laufende Geschichten dienen dafür als Vorlauf. Brandans Pakt, Göttin der Chimären, Kaiserstern und Blutmond enthalten Handlungsfäden, die in Madas Erwachen zusammenlaufen sollen.

Wer sie gespielt hat, bringt also einiges an Vorgeschichte mit. Wer sie nicht gespielt hat, soll trotzdem mitmachen können. Ulisses möchte den Einstieg ausdrücklich so bauen, dass auch DSA-Neulinge nicht erst einen aventurischen Fernkurs über zwölf Semester absolvieren müssen.

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🌕 Mada ist für eine Gefangene erstaunlich wichtig

Dass ausgerechnet Mada zum Zentrum eines solchen Umbruchs wird, ist keine kleine Entscheidung. Nach aventurischem Mythos brachte sie die Magie nach Dere und wurde dafür gebunden. Ihre Geschichte ist untrennbar mit dem Madamal, also dem Mond, verbunden.

Sie steht für Magie, Freiheit, Selbstbestimmung, Vision und Veränderung – und damit für Dinge, die innerhalb einer jahrzehntelang gewachsenen Fantasywelt ausgesprochen explosiv werden können, sobald eine gefesselte göttliche Macht plötzlich wieder stärker ins Geschehen eingreift.

Genau darin liegt der Reiz von Madas Erwachen. Eine klassische Dämoneninvasion lässt sich irgendwann zurückschlagen. Ein Orkheer kann besiegt und ein Thron neu besetzt werden.

Wenn sich jedoch etwas an den metaphysischen Grundlagen der Magie verändert, betrifft das irgendwann jeden Zauberer, jede Akademie, jede Kirche und womöglich die Regeln, nach denen Aventurien überhaupt funktioniert. Für einen Metaplot ist das ungefähr der Unterschied zwischen einem umgestürzten Stuhl und dem Entfernen einer tragenden Wand.

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📚 Mehr als 1.000 Bücher für das Ende der Welt

Besonders herrlich DSA-typisch ist der Aufwand hinter der Kampagne. Für Madas Erwachen hat die Redaktion nach eigenen Angaben praktisch die komplette Publikationsgeschichte nach relevanten Mada-Verweisen durchsucht.

Mehr als 1.000 Bände sollen dafür noch einmal geöffnet worden sein.

Das klingt zunächst nach einer bibliothekarischen Strafarbeit, ist bei diesem Thema allerdings beinahe unvermeidlich. Mada taucht seit Jahrzehnten in Mythen, Zaubertraditionen, religiösen Texten, Regionalbeschreibungen, Abenteuern und kleinen Überlieferungsschnipseln auf. Vieles davon stammt aus unterschiedlichen DSA-Epochen und wurde zu Zeiten geschrieben, in denen vermutlich niemand damit rechnete, dass Jahrzehnte später jemand daraus eine große Metaplot-Kampagne bauen möchte.

Jetzt muss all das irgendwie zusammenpassen.

Man darf sich bildlich eine Redaktion vorstellen, die nach Buch 847 feststellt, dass 1993 irgendwo in einer drei Absätze langen Legende ausgerechnet der eine Satz steht, der einem heute die komplette Apokalypse versaut.

Willkommen bei DSA.

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⚖️ Die Spieler sollen über Madas Schicksal entscheiden

Der spannendste Punkt betrifft allerdings die Spieler selbst. Ulisses verspricht Entscheidungen mit erheblichem Gewicht – darunter ausdrücklich die Frage, was mit Mada geschehen soll.

Das ist für eine offizielle DSA-Kampagne eine bemerkenswerte Größenordnung. Hier geht es nicht darum, welchem Baron man am Ende die gestohlene Truhe übergibt. Das Schicksal einer Gestalt, die mit Magie, Mond und kosmischer Ordnung verbunden ist, könnte davon abhängen, welche Entscheidungen die Helden treffen.

Natürlich bleibt noch offen, wie Ulisses daraus später einen verbindlichen Metaplot ableitet. Eine lebendige offizielle Spielwelt benötigt irgendwann einen Zustand, auf dem kommende Regionalbände und Abenteuer aufbauen können. Die Kampagne kann am Spieltisch verschiedene Wege zulassen, während die Redaktion für die fortlaufende Publikationsgeschichte letztlich dennoch einen kanonischen Verlauf festlegen muss. Wie dieser Spagat gelöst wird, könnte fast genauso interessant werden wie Madas Schicksal selbst.

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🧙 Man muss vorher keine aventurische Doktorarbeit schreiben

Bei einer Geschichte, deren Autoren mehr als 1.000 Bücher durchsuchen mussten, liegt eine gewisse Sorge nahe: Muss der Spieler sie anschließend ebenfalls gelesen haben?

Zum Glück offenbar nicht. Die vorausgehenden Kampagnen sollen zusätzliche Zusammenhänge und Vorbereitung liefern, Madas Erwachen aber auch ohne sie funktionieren. Selbst völlige DSA-Neulinge sollen mit eigenen Helden einsteigen können.

Das ist tatsächlich wichtig. Ein großer Metaplot-Moment funktioniert nur begrenzt als Ereignis, wenn an der Eingangstür jemand zunächst die Kenntnis von drei Jahrzehnten aventurischer Quellenlage kontrolliert.

Langjährige Spieler bekommen damit hoffentlich jene Momente, bei denen ein fünfzehn Jahre alter Hinweis plötzlich Bedeutung erhält. Neue Spieler bekommen die gleiche Katastrophe, ohne vorher zu wissen, auf welcher Seite eines Regionalbandes von 1998 dieser Hinweis stand. Oh yes, so sollte es sein.

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🌒 Wenn Mada erwacht, wacht vielleicht ganz Aventurien anders auf

Was genau geschieht, hält Ulisses bislang bewusst offen. Das „Erwachen“ deutet selbstverständlich darauf hin, dass Madas bisherige Gefangenschaft beziehungsweise ihr Verhältnis zur Welt grundlegend verändert werden könnte.

Welche Folgen das für Magie, Götter, Mond oder andere kosmologische Elemente besitzt, ist derzeit Spekulation. Gerade deshalb ist die Ankündigung spannend. Ulisses greift keine lokale Krise auf, sondern eine Figur, die an sehr fundamentalen Stellen der DSA-Mythologie sitzt.

Madas Erwachen muss dabei gar nicht die längste Kampagne der DSA-Geschichte werden. Sie sollte lediglich ihre Ankündigung einlösen und Aventurien danach tatsächlich anders aussehen lassen als vorher.

Nach Jahren eher vorsichtiger Metaplot-Bewegungen wäre schon das gewaltig. Und falls die Welt dabei wirklich untergeht, kann zumindest niemand behaupten, die Redaktion hätte die Quellenlage vorher nicht sorgfältig genug geprüft.

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