Kostenloses Steam-MMO „Dreadmyst“: Geheimtipp oder Datensumpf im Dungeon?
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🐍 Dreadmyst: Gratis ja, harmlos wohl nicht
📰 Was ist los?
Dreadmyst ist ein kostenloses Retro-MMORPG, das auf Steam seit dem 9. Januar für volle Server und überwiegend positive Bewertungen sorgt. Gleichzeitig werden fehlende Rechtstexte, Security-Warnungen und mutmaßlich geklaute Assets diskutiert, inklusive einer eher unschönen Vorgeschichte des Entwicklers.
🐛 Was denken wir?
Spielerisch hat Dreadmyst genau den Sog eines ehrlichen Oldschool-MMOs, rechtlich und organisatorisch wirkt es aber wie ein Dungeon ohne Geländer. Wer reinschauen will, sollte das höchstens sehr vorsichtig tun und auf keinen Fall so sorglos wie bei einem schnuckeligen Indie-Singleplayer.
🐉 Kostenloses Steam-MMO „Dreadmyst“: Geheimtipp oder Datensumpf im Dungeon?
Das neue Retro-MMO Dreadmyst wirkt auf Steam wie ein unschuldiger Gratis-Geheimtipp, der nebenbei aber so viele Alarme schrillen lässt, dass man beim Zocken Gehörschutz braucht.
🎭 Nostalgie-Grind mit Solo-Entwickler
Dreadmyst ist am 9. Januar 2026 auf Steam erschienen, läuft nur auf PC und stammt offiziell von einem einzelnen Entwickler. Geboten wird ein isometrisches Online-Fantasy-Rollenspiel mit eigener Engine, vier Klassen, Tab-Target-Kämpfen, Dungeons, Arenen und offenem PvP. Das Ganze ist „truly free to play“, ohne Shop, ohne Battle Pass, ohne Kaufpreis.
Der Start war erstaunlich stark: Laut Steam und Auswertungen von Notebookcheck kommt Dreadmyst auf rund 5.900 gleichzeitige Spieler und gut 70 Prozent überwiegend positive Reviews. In Foren und auf Twitch wird der Mix aus Oldschool-Optik, Schlachtzug-Loops und PvP-Gefechten als angenehme Rückkehr zu simplerem MMO-Design beschrieben. Wer Runescape und frühe Private-Server-Nächte im Blut hat, versteht sofort, warum hier viele hängenbleiben.
🕳️ Fehlende Rechtstexte, Malware-Hinweise, Asset-Ärger
Je genauer man hinsieht, desto stärker kippt die Stimmung. Auf der offiziellen Webseite werden zwar Privacy Policy und Terms aufgeführt, die Links führen laut Spielern aber nur zurück an den Seitenanfang, eine echte Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen sind nicht sichtbar. Parallel warnen Threads auf Steam, Reddit und in MMO-Foren vor genau diesem „Rechtstext-Vakuum“ und melden, dass der Client inzwischen von Sicherheitssoftware als potenziell schädlich markiert wird.
Dazu kommen Vorwürfe zu geklauten Assets. Nutzer dokumentieren Icons, Sounds und Grafiken, die praktisch identisch zu Aion und anderen Spielen wirken; ResetEra sammelt Beispiele, bei denen sogar Kartenkunst aus Magic: The Gathering und Artworks aus Lords of the Fallen und Gwent wiederzuerkennen sind. In den Steam-Diskussionen ist von möglichem Ärger mit Rechteinhabern die Rede.
Die Person hinter Dreadmyst sorgt zusätzlich für Misstrauen. Mehrere Beiträge zeichnen Verbindungen in die WoW-Privatserver-Szene nach, wo der Entwickler bereits durch abrupte Server-Schließungen und harte Moderation aufgefallen sein soll. Aktuell berichten Spieler von Banns nach kritischen Nachfragen im Umfeld von Dreadmyst. Notebookcheck und andere Portale greifen diese Vorgeschichte bereits auf und warnen vor blindem Vertrauen.
🎥 Gameplay-Trailer zu Dreadmyst
So sieht der isometrische Retro-Grind von Dreadmyst im offiziellen Gameplay-Trailer aus:
🎯 Unser Fazit: Verlockender Dungeon mit wackligem Boden
Dreadmyst ist vermutlich besser, als es auf den ersten Screenshots aussieht. Der Loop aus Leveln, Looten, Dungeons und PvP sitzt, die optische Zurückhaltung passt zur Idee eines kleinen, fokussierten MMOs ohne aggressive Monetarisierung. Wenn man nur auf das Spielgefühl schaut, wäre das hier ein entspannter Wochenend-Suchtkandidat.
Genau das macht die Lage so heikel. Ein Online-Spiel, das persönliche Daten verwaltet, ohne klar formulierte Nutzungsbedingungen, ohne sichtbare Datenschutzregeln, flankiert von Asset-Vorwürfen und Malware-Hinweisen, ist kein harmloser Geheimtipp, sondern eine tiefgehendere Vertrauensfrage. Wer Dreadmyst ausprobiert, sollte das eher auf einem Zweitsystem oder einer virtuellen Maschine tun, Daten sparsam einsetzen und jederzeit damit rechnen, dass das Projekt schnell wieder von der Bildfläche verschwinden könnte, sei es wegen Rechteproblemen oder aus reiner Lustlosigkeit des Entwicklers.
Kurz gesagt: Dreadmyst ist der Dungeon, dessen Eingangstor aussieht wie ein Geschenk, während im Hintergrund schon die Juristen vermutlich schon die Initiative würfeln.



