Die TARDIS sucht ein neues Zuhause: BBC schreibt die nächste Doctor Who-Ära aus
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🌀 Die nächste Regeneration findet erst einmal im Büro statt
📰 Was ist los?
Die BBC hat die Produktion der nächsten Doctor Who-Serie offiziell ausgeschrieben. Geplant ist eine mehrteilige Staffel inklusive Specials für 2028/29, mit Option auf eine zweite Serie und einem neuen Produktionspartner.
🐛 Was denken wir?
Spannend ist vor allem, wie viel kreative Freiheit die BBC ausdrücklich einräumt: neue Perspektive, flexible Serienstruktur und weniger Abhängigkeit von alter Lore. Die TARDIS bleibt dieselbe. Wer künftig die Bedienungsanleitung falsch liest, wird gerade erst gesucht.
Die TARDIS kann bekanntlich überall landen. Für ihre nächste Produktionsära muss sie vorher allerdings ein Bewerbungsverfahren überstehen.

Die BBC hat die angekündigte Ausschreibung für die Zukunft von Doctor Who offiziell eröffnet. Gesucht wird ein neuer Produzent für eine mehrteilige Serie einschließlich Specials, die 2028 oder 2029 ausgestrahlt werden soll. Zusätzlich hält sich der Sender die Option offen, denselben Partner mit einer weiteren Staffel zu beauftragen.
Damit wird aus der bislang recht abstrakten Zusage, Doctor Who langfristig fortzuführen, ein konkreter Produktionsplan. Und die BBC sucht ausdrücklich keinen Betrieb, der lediglich den alten Schlüssel übernimmt und die TARDIS dort abstellt, wo sie vorher stand.
🌀 Eine neue Perspektive soll ausdrücklich dazugehören
Die Ausschreibung beschreibt die kommende Staffel als neue Flaggschiff-Serie von Doctor Who. Sie soll zeitgemäß und kreativ ambitioniert wirken, gleichzeitig aber jene Eigenschaften bewahren, die die Reihe über mehr als sechs Jahrzehnte getragen haben.
Besonders interessant ist die Aufforderung, zu überraschen. Die BBC erlaubt ausdrücklich bekannte Gegner und Elemente aus der Seriengeschichte, warnt jedoch davor, sich zu stark auf bestehende Lore zu verlassen. Gesucht wird eine neue Perspektive, die sowohl langjährige Zuschauer als auch Menschen erreicht, deren Wohnzimmer bislang erfreulich frei von Daleks geblieben ist.
Auch strukturell lässt der Sender ungewöhnlich viel offen. Die Serie kann stärker fortlaufend erzählt werden oder wieder stärker auf einzelne Wochenabenteuer setzen. Selbst die genaue Episodenzahl schreibt die Ausschreibung derzeit nicht fest.
Das ist weniger fertiger Bauplan als Aufforderung, einen überzeugenden neuen Raum in der TARDIS zu entwerfen.
👥 Auch der nächste Companion steht zur Disposition
Zum neuen Konzept gehört mindestens ein Companion, den die künftige Produktionsfirma entwickeln soll. Die BBC verlangt dabei ausdrücklich eine eigenständige Figur mit eigenen Beziehungen, Ambitionen und persönlicher Entwicklung.
Das klingt zunächst selbstverständlich, sagt aber einiges über die Richtung aus. Der Companion soll nicht bloß neben dem Doctor stehen und regelmäßig fragen, was gerade explodiert. Er soll Zugangspunkt für das Publikum sein und zugleich Einfluss auf den Doctor selbst nehmen.
Damit rückt die Ausschreibung genau jene Beziehung wieder ins Zentrum, die viele der stärksten Doctor Who-Phasen getragen hat: zwei Figuren, die sich gegenseitig verändern, während um sie herum regelmäßig Raumzeit, Regierungen und gelegentlich ganze Planeten beschädigt werden.
Wer dieser Doctor sein wird, sagt die Ausschreibung natürlich noch nicht. Der eigentliche Besetzungszirkus darf also zu einem späteren Zeitpunkt seine Zelte aufschlagen.
🏴 Die nächste TARDIS dürfte wieder in Wales landen
Auch hinter den Kulissen zeichnet sich eine klare Richtung ab. Die Produktion muss als regionale britische Produktion qualifizieren und mindestens zwei der drei entsprechenden Ofcom-Kriterien erfüllen. Die erfolgreiche Firma soll dafür einen wesentlichen Produktionsstandort außerhalb Londons aufbauen.
Die BBC nennt dabei ausdrücklich eine Präferenz für Wales.
Das passt zur jüngeren Geschichte der Serie. Cardiff und Umgebung waren seit der Wiederbelebung von Doctor Who 2005 über viele Jahre eng mit der Produktion verbunden. Eine Rückkehr beziehungsweise stärkere Festigung dieses Standorts wäre deshalb weniger revolutionär als eine Reise zurück zu einem sehr vertrauten Parkplatz für die TARDIS.
Interessant ist allerdings, dass die BBC diese regionale Verankerung bereits im Ausschreibungsprozess so deutlich festschreibt. Es geht also nicht nur darum, wer die nächste Staffel kreativ führt, sondern auch darum, wo künftig ein erheblicher Teil der Produktionsmaschine steht.
💼 Die BBC behält diesmal sämtliche Schlüssel
Der Vertrag wird als Work-for-hire-Modell ausgeschrieben. Die BBC bleibt Eigentümerin von Doctor Who und behält auch die Rechte an neuen Elementen, die der ausgewählte Produzent für die Serie entwickelt.
Auch internationale Vertriebsinvestitionen sollen offenbar weiterhin eine Rolle spielen. Die Ausschreibungsunterlagen weisen darauf hin, dass Doctor Who in der Vergangenheit von entsprechender Vorabfinanzierung profitiert hat und die BBC damit auch künftig rechnet. Details dazu erhalten erst die Firmen auf der engeren Auswahlliste.
Damit bleibt eine der interessantesten Fragen vorerst offen: Wer hilft künftig international bei Finanzierung und Vertrieb? Die Disney-Phase ist damit jedenfalls kein automatisch fortgeschriebenes Modell.
Die BBC macht stattdessen deutlich, dass sie die Kontrolle über die Marke selbst behält und den nächsten Produktionspartner auf Zeit verpflichtet. Die Schlüssel zur TARDIS werden verliehen. Eigentumswohnung wird sie deshalb noch lange nicht.
📅 Frühestens 2028 öffnet sich die Tür wieder
Interessierte Produktionsfirmen müssen ihre ersten Unterlagen bis zum 2. Oktober 2026 um 14 Uhr einreichen. Danach folgt die Auswahlphase; eine endgültige Entscheidung wird im Frühjahr 2027 erwartet.
Erst danach können kreative Entwicklung, Besetzung und eigentliche Produktion vollständig anlaufen. Das erklärt auch das vergleichsweise weit entfernte Sendefenster 2028/29.
Der bereits angekündigte Weihnachts-Special für Ende 2026 wurde im Juni gestrichen, Russell T Davies und Bad Wolf verlassen die Hauptserie. Damals kündigte die BBC lediglich an, Doctor Who neu auszuschreiben und langfristig fortzuführen. Jetzt wissen wir erstmals, wie konkret dieses Versprechen tatsächlich aussieht.
Die nächste Regeneration beginnt damit diesmal nicht auf einem explodierenden Raumschiff. Sie beginnt mit einer Ausschreibung und einer Abgabefrist.





