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Der kleine Max mochte den alten Schrank im Flur nicht besonders. Er roch nach Staub und quietschte, wenn man die Türen aufzog. Doch seine Mutter stellte dort immer die alten Sachen hinein, die niemand mehr trug. Ganz unten, in der hintersten Ecke, standen ein Paar winzige Kinderschuhe aus Leder.
Eines Nachts wurde Max wach. Es hörte sich an, als ob etwas über die Holzdielen klapperte. Er setzte sich im Bett auf, lauschte… und da war es wieder: klapp, klapp, klapp. Vorsichtig schlich er zur Tür und spähte in den Flur.
Die kleinen Schuhe waren nicht mehr im Schrank. Sie liefen selbstständig hin und her, als hätten unsichtbare Füße sie angezogen. Max rieb sich die Augen, doch die Schuhe stolperten weiter, als übten sie das Gehen.
„Das kann nicht sein“, flüsterte er. Doch dann fiel ihm ein, dass die Schuhe seinem Großvater gehört hatten, als der noch klein gewesen war. Er hatte Max oft erzählt, wie schwer es für ihn gewesen war, das Laufen zu lernen. „Immer wieder bin ich hingefallen“, hatte er gelacht. „Aber irgendwann haben die Schuhe mich getragen. Ihnen habe ich das wirklich zu verdanken.“ Und dabei hatte sein Opa sehr überzeugt geklungen.
Max atmete tief durch. Vielleicht probten die Schuhe noch einmal die ersten Schritte ihres alten Besitzers. War soetwas tatsächlich möglich?
Vorsichtig stellte er sich neben die alten Schuhe. „Ihr müsst nicht mehr üben“, sagte er leise. „Opa kann doch längst laufen. Sehr gut sogar und viel schneller als ich.“
Die Schuhe hielten inne. Dann drehten sie sich, klapperten zurück in den Schrank und blieben still. Vor lauter Staunen stand Max‘ Mund weit offen.
Am nächsten Morgen waren sie wieder da, wo sie immer standen. Wenn man ganz genau hinsah, waren sie ein bisschen blanker, ganz so, als hätte jemand in der Nacht den Staub von ihnen geschüttelt. Max erzählte niemandem von seinem seltsamen Erlebnis, aber jedes Mal, wenn er am Schrank vorbeiging, lächelte er. Denn er wusste: Manche Dinge hören wirklich erst dann auf zu geschehen, wenn man ihnen sagt, dass es nun genug ist.

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