Death Angel lassen mit „The Never Was“ die Egozentriker bluten
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🎸 Ego trifft Abrissbirne
📰 Was ist los?
Death Angel haben am 5. November 2026 ihre Single The Never Was samt offiziellem Lyric-Video veröffentlicht. Sänger Mark Osegueda rechnet mit selbstverliebten Menschen ab. Im Dezember folgen acht Deutschlandkonzerte mit Vio-Lence.
🐛 Was denken wir?
Ein herrlich bissiges Thema für eine Thrash-Metal-Single. Dass Osegueda ausgerechnet Carly Simon als Vergleich heranzieht, macht die Sache noch schöner. Pedro fühlt sich übrigens überhaupt nicht angesprochen. Er hat vorsichtshalber eine dreistündige Pressekonferenz einberufen, um von seiner Bescheidenheit zu berichten.
Manche Menschen brauchen keine Bühne. Sie machen einfach jede Unterhaltung zu ihrer eigenen. Selbst fremde Erfolge, persönliche Tragödien oder Beerdigungen werden zuverlässig zur Gelegenheit, über sich selbst zu sprechen. Death Angel haben von solchen Zeitgenossen offenbar endgültig die Schnauze voll. Mit ihrer neuen Single The Never Was rechnen die kalifornischen Thrash-Metal-Veteranen ab. Natürlich nicht mit höflichen Worten, sondern mit rasenden Gitarren und einer ordentlichen Portion Wut.
Der Song erschien am 5. November 2026 über Nuclear Blast, begleitet von einem offiziellen, aufwendig illustrierten Lyric-Video.

🔥 Carly Simon trifft die Thrash-Metal-Keule
Sänger Mark Osegueda macht keinen Hehl daraus, gegen wen sich die neue Nummer richtet: Menschen, die sich selbst für den Mittelpunkt des Universums halten und jede Gelegenheit nutzen, ihre vermeintliche Großartigkeit zu demonstrieren.
Besonders die sozialen Medien hätten solchen Charakteren eine nahezu unbegrenzte Bühne eröffnet. Ob Musik, Sport, Film oder Geschäftsleben: Überall begegnen einem Menschen, die selbst aus dem Schicksal anderer noch eine Geschichte über die eigene Person machen.
Osegueda zieht dabei einen herrlich bissigen Vergleich. The Never Was sei gewissermaßen der uneheliche Thrash-Metal-Nachkomme von Carly Simons Klassiker You’re So Vain.
Der Unterschied liegt vor allem in der musikalischen Konfliktlösung. Wo Simon ihre Eitelkeitskritik 1972 mit eleganter Popmusik servierte, greifen Death Angel lieber zur elektrischen Abrissbirne.
Die Inspiration stammt laut Osegueda von tatsächlichen Personen. Namen nennt er nicht. Die Betroffenen seien ohnehin viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um zu begreifen, dass sie gemeint sind.
Death Angel – The Never Was · Offizielles Lyric-Video · Nuclear Blast
⚔️ Bay-Area-Thrash ohne Altersmilde
Musikalisch setzt The Never Was auf das, was Death Angel seit Jahrzehnten auszeichnet: hohes Tempo, scharfkantige Gitarrenarbeit, rhythmische Präzision und Oseguidas aggressive Stimme.
Die Band aus der San Francisco Bay Area gehört seit ihrem Debüt The Ultra-Violence von 1987 zu den prägenden Vertretern des amerikanischen Thrash Metal. Anders als manche Weggefährten verband sie ihre technische Spielfreude früh mit melodischen und ungewöhnlichen Songstrukturen.
Mit der neuen Single knüpfen Death Angel an die 2025 veröffentlichten Stücke Wrath (Bring Fire) und Cult Of The Used an.
Ein Veröffentlichungstermin für ein neues Studioalbum wurde im Zusammenhang mit The Never Was noch nicht angekündigt.
🎬 Ein gezeichneter Angriff auf die Eitelkeit
Zum Song gibt es ein offizielles Lyric-Video, das den Text mit eigens angefertigten Illustrationen verbindet.
Für Zeichnungen und Videoproduktion zeichnet Tamara Llenas von Aimed & Framed verantwortlich. Das Singlecover gestaltete Mark Richards.
Damit erhält die bissige Abrechnung eine zusätzliche visuelle Ebene. Statt eines gewöhnlichen Performancevideos setzt die Band auf die Verbindung von Musik, Text und düsteren Zeichnungen.
🇩🇪 Death Angel kommen im Dezember nach Deutschland
Wer die Band lieber vor einer Bühne als auf einem Bildschirm erlebt, bekommt schon bald Gelegenheit dazu.
Im Dezember 2026 touren Death Angel gemeinsam mit den Bay-Area-Thrashern Vio-Lence durch Europa. Dabei steht ihr Klassiker Act III aus dem Jahr 1990 im Mittelpunkt, den sie vollständig aufführen wollen.
Acht Konzerte sind in Deutschland geplant:
- 2. Dezember: Berlin, Kesselhaus
- 3. Dezember: Coesfeld, Fabrik
- 4. Dezember: Geiselwind, Music Hall
- 6. Dezember: München, Backstage Werk
- 8. Dezember: Saarbrücken, Garage
- 9. Dezember: Stuttgart, LKA Longhorn
- 10. Dezember: Langen, Neue Stadthalle
- 13. Dezember: Hamburg, Fabrik
Die Tour bietet damit sowohl einen Rückblick auf ein wichtiges Kapitel der Bandgeschichte als auch die Gelegenheit, neues Material live zu erleben. Ob The Never Was tatsächlich auf jeder Setlist stehen wird, ist noch nicht bestätigt.
💀 Ein Song für die unangenehmsten Menschen im Raum
Es ist eine erfreulich direkte Idee: Anstatt über abstrakte Weltprobleme zu singen, nehmen sich Death Angel einen Menschenschlag vor, den vermutlich jeder kennt.
Die Pointe von The Never Was liegt darin, dass sich die Angesprochenen wahrscheinlich selbst für zu bedeutend halten, um die Kritik überhaupt zu verstehen.
Und vielleicht ist genau das der schönste Aspekt dieser Veröffentlichung. Während die Egos weiter um Aufmerksamkeit kämpfen, haben Death Angel längst den Verstärker aufgedreht.
Für den nächsten unangenehmen Selbstdarsteller gibt es jetzt jedenfalls einen passenden Soundtrack.
Manchmal sagt eine Thrash-Metal-Gitarre mehr als tausend höfliche Hinweise.




