Crunchyrolls Sommerkorb: 13 neue Anime, ein Opferaltar und sehr viele offene Rechnungen

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Sommer kommt mit Grimoires, Geistern und einem leeren Lehen

📰 Was ist los?
Crunchyroll erweitert sein Sommerprogramm 2026 um 13 neue Simulcasts. Für den Fantasykosmos stechen vor allem A Livid Lady’s Guide to Getting Even, Red River, Let’s Go Kaikigumi, Link Click Staffel 3 und The Frontier Lord Begins with Zero Subjects heraus. Dazu kommen weitere Serien aus Comedy, Drama, Musik, RomCom und Abenteuer.

🐛 Was denken wir?
Das ist ein ordentlich gefüllter Sommerkorb. Nicht jeder Titel schreit nach großer Fantasy-Fanfare, aber die Mischung hat genug Haken: Grimoires mit Racheauftrag, ein Mädchen als Opfer in der Vergangenheit, Geister im Alltag, Zeitreisen durch Fotos und ein Grenzland ohne Einwohner. Besonders Red River und Frontier Lord wirken nach Stoffen, die mehr können als nur Saisonlücken stopfen.

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🍱 Crunchyrolls Sommerkorb: 13 neue Anime, ein Opferaltar und sehr viele offene Rechnungen

Der Anime-Sommer wird nicht übersichtlicher, aber immerhin deutlich gefährlicher. Crunchyroll hat 13 weitere Simulcasts für die Sommer-Season 2026 angekündigt – und zwischen Bandträumen, Kochduellen und RomCom-Wahnsinn liegen gleich mehrere Stoffe, die im Fantasykosmos kräftig leuchten. Da wären magische Rache-Grimoires, hethitische Opferpolitik, übernatürliche Alltagsbesuche, Zeitreisen durch Fotos und ein Grenzlehen, das so leer ist, dass selbst ein Verwaltungsbeamter erst einmal traurig auf die Karte schauen würde.

Ein farbenreicher Anime-Sommerkorb voller magischer Bücher, Geister, Zeitfotos, antiker Paläste und einer leeren Fantasy-Grenzlandschaft.

Die Mischung wirkt wie ein Streaming-Buffet, bei dem jemand aus Versehen die Schüssel mit den Geistern neben die höfischen Intrigen gestellt hat. Nicht alles ist Fantasy. Nicht alles muss bei uns groß auf den Tisch. Aber der Korb ist stark genug, um ein paar Titel herauszufischen, bei denen die Wahrscheinlichkeit für Blutmagie, Jenseitskontakt oder sehr schlechte Thronfolgeplanung angenehm hoch ist.

📚 Sieben Grimoires und eine Dame mit sehr bedenklicher Laune

Der auffälligste Titel für Freunde gepflegter magischer Eskalation ist A Livid Lady’s Guide to Getting Even: How I Crushed My Homeland with My Mighty Grimoires. Schon der Titel klingt, als hätte jemand eine höfische Demütigung, einen Justizskandal und ein komplettes Zauberbuchregal in denselben Kessel geworfen.

Im Zentrum steht Elizabeth Leiston, die nach einer gelösten Verlobung, Verrat und Gefangenschaft alles verliert. Danach greift sie nicht zu stiller Selbstfindung, sondern zu sieben mächtigen Grimoires und dem Plan, ihr Heimatland Haldoria zur Rechenschaft zu ziehen. Das ist im Kern natürlich Rachefantasy – aber die gute Sorte, bei der höfische Fassade und magische Abrissbirne hoffentlich sauber aufeinanderprallen. Manchmal braucht ein Königreich eben keinen Reformplan, sondern eine wütende Frau mit Bibliotheksausweis für verbotene Magie.

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🏺 Red River bleibt der härteste Ausflug ohne Rückfahrkarte

Red River ist in diesem Paket der große Klassiker-Haken. Ein modernes Mädchen wird durch Wasser in eine uralte Welt gezogen und landet im antiken Nahen Osten, wo es nicht etwa ein Willkommensbankett gibt, sondern direkt die Rolle als Menschenopfer. Das ist schon als Einstieg bemerkenswert unfreundlich. Andere Heldinnen bekommen ein Statusfenster. Yuri bekommt einen Opferkult.

Gerade deshalb wirkt Red River zwischen all den saisonalen Anime-Konzepten immer noch stark. Zeitreise, Palastintrigen, historische Machtkämpfe und ein sehr reales Gefühl von Gefahr geben dem Stoff mehr Schärfe als vielen gemütlicheren Fantasy-Neustarts. Das ist kein Ausflug in eine hübsche Kulisse, sondern eine Reise in eine Welt, die Yuri erst einmal benutzen will. Romantik, Krieg, Religion und politische Gewalt hängen hier nicht dekorativ an der Wand, sondern stehen mitten im Raum.

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👻 Geister, Zeitfotos und andere Fälle für die Abteilung „Bitte nicht anfassen“

Auch Let’s Go Kaikigumi bringt einen brauchbaren übernatürlichen Dreh mit. Ein eher ängstlicher Junge trifft auf Mechako, die Anführerin einer Organisation für Geister und seltsame Wesen. Schon bald stolpert der Alltag von einer Erscheinung zur nächsten. Das klingt weniger nach purem Horror als nach paranormalem Chaos mit komischem Einschlag – also nach der Sorte Serie, in der der Spuk zwar anklopft, aber vermutlich erst einmal die Hausordnung missachtet.

Noch spannender bleibt Link Click mit seiner dritten Staffel. Die Grundidee ist weiterhin stark: Cheng Xiao-Shi und Lu Guang tauchen mithilfe übernatürlicher Fähigkeiten in Fotos ein, erleben vergangene Momente und verändern damit Schicksale, die besser nicht immer berührt werden sollten. Zeitmechanik über Bilder ist ohnehin ein dankbarer Fantasy-Haken, weil jedes Foto plötzlich zur Tür, Falle oder tickenden Bombe werden kann. Und wenn eine Serie mit Vergangenheit arbeitet, dauert es erfahrungsgemäß nicht lange, bis jemand lernt, dass „nur kurz etwas korrigieren“ selten eine gute Idee ist.

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🐐 Ein Held bekommt ein Lehen und findet: fast nichts

The Frontier Lord Begins with Zero Subjects klingt zunächst wie klassische Aufbau-Fantasy: Ein Kriegsheld erhält zur Belohnung ein eigenes Grenzland. Das Problem: Dort lebt praktisch niemand. Keine blühende Stadt, keine jubelnden Untertanen, kein freundlicher Stadtschreiber mit Willkommensrolle. Nur weite Ebenen und die unangenehme Erkenntnis, dass ein Lehen ohne Leute ungefähr so nützlich ist wie eine Krone ohne Kopf.

Der charmante Haken ist Alna, ein gehörntes Mädchen, das dem frischgebackenen Grenzherrn die verborgenen Möglichkeiten dieses Landes zeigt. Daraus kann ein angenehm bodenständiger Fantasy-Stoff werden: weniger Weltenrettung, mehr Aufbau, Begegnung und die Frage, wie man aus leerem Raum überhaupt Heimat macht. Gerade solche Grenzlandgeschichten haben oft mehr Seele, als ihr bescheidener Ausgangspunkt vermuten lässt.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🧭 Der Rest des Korbs: nicht alles Magie, aber reichlich Saisonfutter

Zu den weiteren Titeln gehören unter anderem BanG Dream! YUME∞MITA, Crowned in a Hundred Days, Draw This, Then Die!, Grand Blue Dreaming Staffel 3, Iron Wok Jan!, One Piece: Heroines, Recommendations from Iwamoto-Senpai und The 100 Girlfriends Staffel 3, für die später auch eine deutsche Synchronisation folgen soll.

Für den Fantasykosmos sind davon nicht alle gleich wichtig. Aber genau das macht solche Lizenzpakete interessant: Man bekommt keine einzelne große Fanfare, sondern einen ganzen Sommerwagen voller sehr unterschiedlicher Stoffe. Einige riechen nach Magie, andere nach Chaos, manche nach Romantik, manche nach absoluter Rezeptpflicht. Und irgendwo dazwischen steht wieder ein Anime-Titel, der so lang ist, dass man ihn vermutlich nur mit Proviant und Satzzeichenmarkern vollständig durchqueren sollte.

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