Crowbah #56: Synapsen oder Saures

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🎃 Crowbah #56: Synapsen oder Saures

Zweiteiliger Halloween-Comic: Ein hungriger Zombie steuert auf Grabhold zu, während Crowbah trocken kommentiert. Im zweiten Panel zieht der Untote auf der Suche nach Gehirn enttäuscht weiter und Grabhold schaut gekränkt.

Halloween ist ja die schönste Zeit des Jahres, um sich als Monster zu verkleiden, harmlose Passanten zu erschrecken und unter Androhung fragwürdiger Konsequenzen Süßigkeiten einzufordern. Im Zwischenreich hat diese Tradition allerdings einen entscheidenden Haken: Man kann nie ganz sicher sein, ob das Monster tatsächlich eine Verkleidung trägt.

In der neuen Folge von Crowbah! Finstere Faxen… begegnen Crowbah und Grabhold einem besonders überzeugenden Halloween-Zombie. Der hat allerdings wenig Interesse an Süßigkeiten. Er bevorzugt frisches Gehirn. Dummerweise gerät er dabei ausgerechnet an Grabhold – und erlebt eine kulinarische Enttäuschung.

💬 Was passiert?

Crowbah und Grabhold schlendern durch eine herbstlich geschmückte Stadt. Über den Dächern glüht der Abendhimmel, Kürbislaternen grinsen aus den Hauseingängen und zwischen den Fachwerkhäusern treiben allerlei finstere Gestalten ihr Unwesen.

Plötzlich taucht ein reichlich verwahrloster Zombie auf. Mit leerem Blick, ausgestreckten Händen und erheblichen Problemen bei der Artikulation seines Speiseplans steuert er schnurstracks auf Grabhold zu.

„BRAUCHE GEHIRN! MUSS ESSEN!“

Grabhold fährt der Schrecken in sämtliche Knochen. Crowbah hingegen bleibt erstaunlich gelassen. Der Anblick des Untoten veranlasst ihn lediglich zu einer beiläufigen Bemerkung darüber, wie erschreckend echt manche Halloween-Kostüme inzwischen aussehen.

Doch dann geschieht etwas Bemerkenswertes.

Im zweiten Panel hat der Zombie seine Meinung geändert. Er dreht sich um und stapft davon. Sein Abschiedsgruß fällt denkbar vernichtend aus:

„BRAUCHE GEHIRN! MUSS WEITERSUCHEN!“

Crowbah erkennt sofort die unfreiwillige Beleidigung und quittiert sie mit seinem gewohnt trockenen Sarkasmus.

Und Grabhold?

Grabhold schaut, als hätte ihm gerade jemand den letzten Rest seiner persönlichen Würde aus der Tasche gezogen.

🧠 Wenn selbst der Zombie keinen Appetit bekommt

Der Witz funktioniert über eine herrlich gemeine Umkehrung. Eigentlich sollte Grabhold froh sein, dass der Zombie ihn verschont. Schließlich gehört es zu den angenehmeren Erfahrungen des Lebens, wenn ein gehirnhungriger Untoter plötzlich das Interesse verliert.

Allerdings ist die Begründung ziemlich demütigend. Der Zombie sucht Gehirn. Er untersucht seine Möglichkeiten. Er betrachtet Grabhold. Und beschließt, lieber woanders weiterzusuchen.

Deutlicher kann man jemandem kaum bescheinigen, dass im Oberstübchen nicht besonders viel zu holen ist.

Dabei zeigt sich wieder einmal, wie wunderbar die Figuren zusammenpassen. Crowbah, die notorisch schlecht gelaunte Krähe, braucht keine Gelegenheit für Sarkasmus auszulassen. Grabhold, der gutmütige Grabkobold, ist dagegen einmal mehr das Opfer einer Situation, für die er überhaupt nichts kann.

Und der Zombie? Der möchte einfach nur etwas Ordentliches essen. Dass er dabei versehentlich eine Charakterbeurteilung abgibt, dürfte ihm vollkommen gleichgültig sein.

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🖤 Unser Lieblingsmoment

Ganz eindeutig Grabholds Gesicht im zweiten Panel.

Dieser Blick ist eine Geschichte für sich. Eben noch Todesangst, jetzt die Erkenntnis, dass man offenbar sogar für einen Zombie eine intellektuelle Enttäuschung darstellt.

Man kann ihm das stille Entsetzen förmlich ansehen:

„Menno. Immer ich!“

Crowbah wird diese Geschichte vermutlich noch jahrelang bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit erzählen.

Und Grabhold kann sich nicht einmal damit trösten, dass der Zombie wenigstens satt geworden wäre.


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