🔍 Suche im Fantasykosmos
🌘 Crowbah #47: Partielle Mondfinsternis

Manche Nächte sind für Werwölfe offenbar deutlich komplizierter, als man als Außenstehender vermuten würde. Man denkt an Heulen, Jagdtrieb und vielleicht an einen wütenden Mob mit Mistgabeln und Fackeln. Doch manchmal liegt das Problem ganz woanders. Manchmal liegt es ganz einfach am Mond, oder genauer gesagt an dessen bedauerlich unvollständiger Verfinsterung.
In der neuen Folge von Crowbah! Finstere Faxen… treffen Crowbah und Grabhold auf einen sichtbar mitgenommenen Werwolf, der mit seiner aktuellen Verfassung alles andere als zufrieden ist. Der Grund dafür ist jedoch nicht die übliche Dorfpanik, sondern eine astronomische Unannehmlichkeit mit ausgesprochen praktischen Folgen.
💬 Was passiert?
Crowbah und Grabhold stehen nachts auf dem Friedhof und begegnen einem Werwolf, der sichtlich genervt und nur teilweise verwandelt ist. Schon auf den ersten Blick wird klar, dass bei dieser lykanthropischen Erscheinung etwas nicht ganz rund läuft. Der Mann ist weder richtig Mensch noch richtig Bestie, sondern steckt irgendwo dazwischen. Crowbah vermutet daher ganz klassisch, dass Werwölfe wohl vor allem jene Nächte hassen, in denen ihnen ein aufgebrachter Mob mit Mistgabeln und Fackeln auf den Pelz rückt.
Der Werwolf weist diese Deutung jedoch empört zurück. Im zweiten Panel folgt die eigentliche Erklärung, und dort wird auch der Himmel mit einbezogen: Über der Szene hängt ein rötlich angeknabberter Mond, also eine partielle Mondfinsternis. Genau darin liegt für den Werwolf das Problem. Nicht ein Dorfmob macht ihm das Leben schwer, sondern die Tatsache, dass der Mond selbst heute nur halb liefert. Das Ergebnis ist eine entsprechend missglückte, nur teilweise geglückte Verwandlung.
Damit ist die Pointe perfekt: Ein Werwolf, dessen Gestalt vom Mond abhängt, leidet bei einer partiellen Mondfinsternis eben auch nur unter einer partiellen Werwolfwerdung.
🌕 Warum mögen wir den Gag?
Der Witz ist deshalb so stark, weil er mit einer klassischen Werwolf-Erwartung beginnt und dann in eine sehr saubere, fast schon logische Fantasy-Absurdität kippt. Man rechnet zunächst mit dem üblichen Mythologieprogramm: Angst vor Menschen, Verfolgung, Fackeln, Gewalt. Stattdessen entpuppt sich das Problem als eine Art kosmischer Betriebsfehler.
Gerade diese Verschiebung macht den Comic für uns rund. Der Werwolf leidet nicht an seiner Umgebung, sondern an der miserablen Qualität der Mondverhältnisse. Das ist zugleich albern und völlig stimmig. Wenn der Mond für die Verwandlung zuständig ist, warum sollte eine partielle Finsternis dann nicht auch nur eine partielle Bestie hervorbringen?
Dazu passen die Figuren wieder perfekt:
Crowbah denkt in der ersten Sekunde an das Offensichtliche und formuliert die klassische Außenperspektive. Grabhold bleibt wie so oft der stille Resonanzraum des Geschehens und verstärkt durch seine Haltung die Schrulligkeit der Situation. Und der Werwolf selbst trägt die Pointe mit voller Überzeugung, weil er seine missratene Teilverwandlung wie ein echtes Schicksalsunrecht behandelt.
🖤 Unser Lieblingsmoment
Der stärkste Moment ist ganz klar die Enthüllung im zweiten Panel, wenn der partielle Mond sichtbar wird und mit einem Schlag klar ist, warum der Werwolf so unfertig aussieht. Das Bild erledigt den Gag fast schon allein. Die Textzeile macht ihn nur noch schön endgültig.
Mehr düsterer Krähenhumor für dich?
Dann besuche unbedingt unsere schräge Fantasy Fun Abteilung. Und noch mehr fantastischen Stoff für Augen oder Ohren bekommst du auf der Phantastik-Couch, die wir ebenfalls sehr empfehlen können.




