Crowbah #42: Enkeltricks

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📢 Crowbah #42: Enkeltricks

Zweiteiliger sepiafarbener Crowbah-Comic: Crowbah und Grabhold stehen vor dem heruntergekommenen Stand des Smiley-Orakels, aus dessen Lautsprecher eine Stimme mit einem erfundenen Enkelnotfall zum Kauf eines Orakels auffordert.

Auch die Zwischenreiche bleiben von wirtschaftlicher Schwäche nicht verschont. Wenn Kundschaft ausbleibt, Umsätze einbrechen und selbst große Prophezeiungen nur noch mit Rabatt über den Ladentisch gehen, braucht es angeblich komplett neue Ideen.

Beim Smiley-Orakel bedeutet das allerdings nicht besseren Service, günstigere Preise oder wenigstens eine halbwegs glaubwürdige Zukunftsschau. Es bedeutet: Lautsprecher aufs Dach, Grabhold in Hörweite und dann einfach den ältesten Betrug der Welt in ein Fantasykostüm stecken.

💬 Was passiert?

Crowbah und Grabhold besuchen wieder mal den kleinen Stand des Smiley-Orakels. Schon auf den ersten Blick ist klar, dass die aktuelle Wirtschaftsflaute auch vor dem Geschäft mit der Zukunft nicht haltgemacht hat. Der Stand wirkt heruntergekommen, die Kundschaft fehlt, und das Orakel sitzt mit seinem unverändert freundlichen Gesicht hinter dem Tresen.

Crowbah spricht die Lage direkt an. Das Smiley-Orakel widerspricht natürlich sofort. Von schlechten Geschäften könne keine Rede sein. Man setze lediglich auf innovative Vertriebskonzepte.

Diese Erklärung klingt bereits verdächtig. Im zweiten Panel zeigt sich, wie innovativ das neue Konzept tatsächlich ist.

Aus einem alten Lautsprecher über dem Stand dröhnt plötzlich eine verzweifelte Stimme:

„Hier spricht dein Enkel! Kauf ein Orakel, sonst sperren sie mich in den Turm!“

Crowbah versteht sofort, womit sie es zu tun haben, und fasst sich fassungslos an den Kopf. Grabhold dagegen reagiert wie er reagieren muss: Er glaubt jedes Wort, erschrickt zutiefst und würde vermutlich sofort drei Orakel kaufen, wenn dadurch irgendein unbekannter Verwandter aus dem Turm freikommt.

Das Smiley-Orakel lächelt währenddessen ungerührt weiter. Geschäft ist Geschäft.

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🪦 Warum funktioniert der Gag?

Die Pointe überträgt den bekannten Enkeltrick sehr sauber in die Zwischenreiche. Statt Geld, Schmuck oder einer hastigen Überweisung verlangt die Stimme den Kauf eines Orakels. Statt Polizeigewahrsam oder einer angeblichen Notlage droht natürlich der Turm.

Das funktioniert deshalb so gut, weil die Mechanik des Betrugs unverändert bleibt, während alle Details perfekt an die Fantasywelt angepasst werden.

Dazu kommt die klare Rollenverteilung:

  • Crowbah erkennt den Schwindel augenblicklich.
  • Grabhold fällt ebenso augenblicklich darauf herein.
  • Das Smiley-Orakel verkauft den Betrugsversuch als moderne Marketingidee.

Gerade das dauerhafte Lächeln des Orakels macht die Szene besonders schön. Es wirkt gleichzeitig freundlich, harmlos und vollkommen gewissenlos. Während Grabhold um das Leben eines vermeintlichen Enkels bangt, sieht das Orakel aus, als habe es gerade eine erfolgreiche Werbekampagne gestartet.

🖤 Unser Lieblingsmoment

Der beste Moment gehört einmal mehr Grabhold.

Sein entsetztes „Oh nein! Wie schrecklich!“ ist klein, ehrlich und vollkommen naiv. Während Crowbah den Betrug erkennt und das Orakel bereits innerlich verurteilt, sorgt sich Grabhold tatsächlich um einen Enkel, der vermutlich überhaupt nicht existiert.

Genau deshalb funktioniert die Folge: Der Trick ist dreist, das Orakel schamlos und Grabhold viel zu gutgläubig für diese Welt.


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