Ruhestand war offenbar keine Option: Caleb und Beau jagen in Children of Empire wieder Ludinus’ Schatten

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Ruhestand? War wohl ein Missverständnis

📰 Was ist los?
Nibedita Sen schreibt mit Critical Role: The Mighty Nein – Children of Empire den ersten offiziellen Fortsetzungsroman zur Mighty-Nein-Kampagne. Caleb Widogast und Beauregard Lionett kehren ins Dwendalian Empire zurück und geraten erneut an die Cerberus Assembly und Ludinus Da’leth.

🐛 Was denken wir?
Caleb gegen seine Vergangenheit und Beau gegen häusliche Langeweile ist eine ziemlich überzeugende Ausgangslage. Wenn Ludinus irgendwo auftaucht, hält sich der Erholungswert allerdings erfahrungsgemäß in Grenzen.

Die Mighty Nein haben eigentlich genug erlebt, um sich irgendwo ein Haus zu kaufen, die Füße hochzulegen und endlich einmal eine Woche ohne kosmische Katastrophe zu verbringen. Für Caleb Widogast und Beauregard Lionett scheint dieses Konzept allerdings weiterhin eher theoretischer Natur zu sein.

Offizielles Buchcover von Critical Role: The Mighty Nein – Children of Empire von Nibedita Sen.
Caleb und Beau kehren zurück ins Empire – und alte Feinde warten offenbar geduldig auf ihre zweite Runde. © Random House Worlds / Critical Role

Mit Critical Role: The Mighty Nein – Children of Empire schickt Random House Worlds die beiden am 10. November 2026 zurück ins Dwendalian Empire. Geschrieben wird der Roman von Nibedita Sen, die für Hugo, Nebula und Ignyte nominiert wurde. Der Verlag bezeichnet das Buch ausdrücklich als ersten offiziellen Fortsetzungsroman zur ursprünglichen Mighty-Nein-Kampagne.

Im Mittelpunkt stehen alte Machtstrukturen, alte Rechnungen und ein Gegner, dessen Name inzwischen ungefähr so zuverlässig Ärger ankündigt wie ein schlecht versiegeltes Portal: Ludinus Da’leth.

🧪 Das Empire hat seine Altlasten behalten

Die eigentlichen Abenteuer der Mighty Nein mögen vorbei sein, doch Wildemount hat seine Probleme deshalb nicht ordentlich weggeräumt. Die Cerberus Assembly existiert weiter, und mit Ludinus lebt ausgerechnet ihr einzig verbliebener Gründer noch immer.

Caleb erhält von einem alten Freund die Gelegenheit, Ludinus näher zu untersuchen. Für jemanden, dessen Vergangenheit ohnehin eng mit dem Machtapparat des Empire verknüpft ist, ist das ungefähr die Art Einladung, die man vernünftigerweise ablehnt und deshalb natürlich sofort annimmt.

Beau wiederum versucht sich an häuslicher Normalität. Dass eine Infiltration für sie plötzlich wie eine angenehme Ablenkung klingt, sagt vermutlich ausreichend über das bisherige Niveau dieser Normalität.

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📚 Campaign Two trifft Campaign Three

Besonders spannend ist, dass Children of Empire ausdrücklich Geschichten aus Campaign Two und Campaign Three miteinander verbindet. Damit bleibt der Roman nicht bei nostalgischem Wiedersehen stehen, sondern schiebt ältere Konflikte in die spätere Entwicklung Exandrias hinein.

Das passt vor allem bei Ludinus. Seine Rolle wächst weit über die Ereignisse der Mighty-Nein-Kampagne hinaus, sodass Caleb und Beau automatisch an einer Stelle ansetzen, an der persönliche Vergangenheit und größere Weltgeschichte ineinandergreifen.

Genau darin dürfte der Reiz des Romans liegen. Für Leser, die Campaign Two kennen, ist es eine Fortsetzung bekannter Figuren. Für Kenner von Campaign Three wird daraus zugleich ein Blick zurück auf Wurzeln, die später sehr viel größer geworden sind.

🥊 Intrigen können auch eine Faust abbekommen

Der Verlag kündigt ausdrücklich Intrigen, Machtspiele und gelegentliche Faustkämpfe an. Das klingt ziemlich exakt nach Beau, während Caleb vermutlich weiterhin versucht, politische Katastrophen zunächst mit Worten, Magie und erst danach mit etwas deutlich Brennbarerem zu lösen.

Die Cerberus Assembly eignet sich dafür hervorragend. Sie ist tief in der Geschichte des Empire verankert und funktioniert deshalb weniger wie ein einzelner Bösewicht als wie ein System, das seine Tentakel längst überall hineingesteckt hat.

Das macht die Rückkehr von Caleb besonders interessant. Er hat diesen Apparat nicht aus sicherer Entfernung kennengelernt, sondern wurde von ihm geprägt. Wenn er sich nun wieder damit beschäftigt, ist das keine gewöhnliche Ermittlungsmission, sondern eine Reise zurück in genau die Struktur, die einen großen Teil seines Lebens zerstört hat.

📖 Mehr als ein weiterer Exandria-Ableger

Children of Empire umfasst 336 Seiten und erscheint als Hardcover, E-Book und Hörbuch. Damit folgt der Roman auf weitere literarische Ausflüge nach Exandria, darunter The Nine Eyes of Lucien und die erst im August erschienene Anthologie The Mighty Nein – Stories Untold.

Der entscheidende Unterschied liegt diesmal im Fortsetzungscharakter. Hier wird keine Lücke innerhalb der alten Kampagne gefüllt und keine Nebenfigur beleuchtet. Caleb und Beau gehen nach dem Ende der ursprünglichen Geschichte weiter, und ihre Vergangenheit stößt direkt auf Entwicklungen, die später Campaign Three geprägt haben.

Der Ruhestand der Mighty Nein bleibt damit offiziell ausgesprochen schlecht organisiert. Wahrscheinlich hätte jemand Beau einfach sagen müssen, dass man häusliche Ruhe auch ohne Infiltration ausprobieren kann.

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