14 Klassen, kein Automapper: Crescent Tower: RISING holt den Dungeon zurück in die Achtziger
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Der Automapper hat heute frei
📰 Was ist los?
AMATA Games und Curry Croquette haben Crescent Tower: RISING für Steam angekündigt. Das 8-Bit-Fantasy-RPG bietet fünf miteinander verbundene Kapitel, rundenbasierte Kämpfe, 14 Klassen, ein Skill-Block-System und eigenständiges Mapping. Ein Termin fehlt noch, deutsche Texte sind bereits bestätigt.
🐛 Was denken wir?
Genau so darf Retro gerne funktionieren. Die Optik erinnert bewusst an die Achtziger, aber 14 Klassen, kombinierbare Skill Blocks und eine größere Mehrfiguren-Geschichte zeigen, dass RISING nicht einfach nur alte Beschränkungen nachspielen will. Und ein Dungeon, der uns tatsächlich wieder zum Kartieren zwingt, bekommt ohnehin Bonuspunkte.
Ein geheimnisvoller Turm erscheint nur einmal alle 50 Jahre, an seiner Spitze sollen ein Wunsch erfüllendes Juwel und ein Trank der Unsterblichkeit warten und selbstverständlich hat noch niemand herausgefunden, was dort oben tatsächlich liegt. Das ist ungefähr die Sorte Ausgangslage, für die Rollenspiele früher keine 40-minütige Einführung gebraucht hätten.

© Curry Croquette / AMATA Games
AMATA Games und Entwickler Curry Croquette haben heute Crescent Tower: RISING für den PC angekündigt. Das Fantasy-RPG erscheint über Steam und setzt ganz bewusst auf 8-Bit-Grafik, klassische rundenbasierte Kämpfe und selbstständige Dungeon-Erkundung. Einen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht, dafür steht bereits fest, dass das Spiel deutsche Texte erhalten wird.
🏰 Alle 50 Jahre öffnet sich der Turm erneut
Schauplatz ist die kaiserliche Hauptstadt Mayirdoam, in der der sogenannte Tower of the Arc Moon nur einmal in einem halben Jahrhundert erscheint. Niemand hat ihn bislang vollständig bezwungen. Trotzdem ziehen immer wieder Abenteurer los, denn über die Belohnung an seiner Spitze kursieren ausreichend verlockende Gerüchte: Ein Edelstein soll jeden Wunsch erfüllen, ein geheimnisvoller Trank sogar Unsterblichkeit verleihen.
Diesmal gibt es außerdem das Logbook of Bravery. Es stammt von jenem Mann, der der vollständigen Eroberung des Turms bisher am nächsten kam, und wird zum Ausgangspunkt einer neuen Expedition. Statt nur eine einzelne Heldengruppe in den Dungeon zu schicken, erzählt RISING seine Geschichte über fünf Kapitel mit unterschiedlichen Protagonisten. Herkunft, Volk und Klasse der Figuren unterscheiden sich, ihre Wege sollen sich jedoch zunehmend kreuzen, bis daraus schließlich eine gemeinsame Gruppe entsteht.
🗺️ Vierzehn Klassen und ein Turm voller Fragezeichen
Der offizielle Ankündigungstrailer zu Crescent Tower: RISING zeigt die bewusst klassische 8-Bit-Optik, rundenbasierte Kämpfe, verschiedene Heldengruppen und das neue Mapping-System.
⚔️ Vierzehn Klassen und Fähigkeiten zum Zusammenstecken
Beim Kampfsystem bleibt Curry Croquette grundsätzlich dem Vorgänger treu. Kämpfe laufen klassisch rundenbasiert ab und sollen schnell verständlich bleiben, aber genügend taktische Möglichkeiten über die Fähigkeiten der Figuren bieten.
Erheblich ausgebaut wird dagegen die Charakterentwicklung. Aus 14 unterschiedlichen Klassen lässt sich die Gruppe zusammenstellen. Gelernte Klassenfähigkeiten werden anschließend als sogenannte Skill Blocks angeordnet, wodurch sich individuelle Skillsets kombinieren lassen. Damit geht RISING deutlich weiter als der Vorgänger, der noch neun Klassen und drei spielbare Völker bot.
Das ist für mich einer der interessantesten Punkte. Retro-RPGs können sehr schnell darin enden, einfach alte Einschränkungen nachzuahmen. Hier scheint Curry Croquette dagegen die alte Form zu behalten und darunter ein flexibleres modernes Build-System einzubauen.
🗺️ Den Dungeon muss man tatsächlich wieder kartieren
Noch schöner ist das neue Mapping-System. Karten werden bei der Erkundung nicht einfach vollständig aufgedeckt. Der Spieler soll Oberwelt und Dungeons selbst erschließen und Stück für Stück kartieren; Informationen auf der eigenen Karte können anschließend sogar zu zusätzlichen Entdeckungen führen.
Das setzt eine Idee fort, die schon im ersten Crescent Tower zentral war. Dort bestand der Turm aus zehn Ebenen, Sichtweite musste durch Fackeln erweitert werden und die Karte entstand erst während der Erkundung. RISING macht daraus nun offenbar ein eigenständigeres System und erweitert die Reise zusätzlich über mehrere Dungeons und eine Oberwelt.
Genau solche Mechaniken machen Retro interessanter als eine bloße Ansammlung großer Pixel. Wer einen unbekannten Dungeon wirklich kartieren muss, beginnt Räume und Wege anders wahrzunehmen als in einem Spiel, das rechts oben automatisch jeden Korridor einzeichnet.
👾 Der Vorgänger erschien erst 2025
Ganz aus dem Nichts kommt das Projekt nicht. Crescent Tower erschien 2025 und setzte bereits auf 8-Bit-Pixelgrafik, seitliche Kommandokämpfe und eine absichtlich klassische Dungeon-Crawler-Struktur. AMATA Games beschreibt die Resonanz auf das kleine RPG als positiv und nennt genau diese Grundlage als Ausgangspunkt für den deutlich größeren Nachfolger.
RISING soll gegenüber dem Original vor allem erzählerisch wachsen. Wo der Vorgänger im Wesentlichen den Aufstieg durch einen einzigen Turm ins Zentrum stellte, verspricht die Fortsetzung fünf miteinander verbundene Geschichten und mehrere Protagonisten. Auch der Umfang steigt: AMATA Games nennt derzeit 15 bis 25 Stunden Spielzeit.
Technisch bleibt das Ganze erfreulich bescheiden. Steam verlangt lediglich 1 GB Speicherplatz, Windows 11 und vergleichsweise einfache integrierte Grafiklösungen als Mindestanforderung. Ein Online-Modus ist nicht vorgesehen; Crescent Tower: RISING bleibt ein reines Einzelspieler-RPG.
🇩🇪 Der Turm spricht diesmal ebenfalls Deutsch
Für uns ist außerdem bereits vor dem Release eine wichtige Frage beantwortet. AMATA Games bestätigt Japanisch, Englisch, vereinfachtes und traditionelles Chinesisch, Koreanisch, Deutsch und Französisch. Steam führt Deutsch konkret für Oberfläche und Untertitel. Eine Sprachausgabe gibt es ohnehin nicht.
Preis und Veröffentlichungstermin sind dagegen noch völlig offen. Auf Steam lässt sich das Spiel bereits auf die Wunschliste setzen, die Store-Seite nennt weiterhin lediglich „To be announced“.
Damit ist Crescent Tower: RISING natürlich keine große Herbstveröffentlichung, die plötzlich ganze Releasepläne umwirft. Aber genau deshalb gehört das Spiel in unseren Indie-Radar: Es nimmt eine sehr alte Rollenspielform ernst, erweitert sie an den richtigen Stellen und sieht nicht danach aus, als hätte jemand bloß die Pixelgröße verdoppelt und anschließend „Retro“ auf die Steam-Seite geschrieben.
Manchmal darf ein Dungeon ruhig wieder erwarten, dass wir selbst wissen, wo wir gerade sind.




