Colosalist – Two Suns (Review)

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🌓 Colosalist – Two Suns: Pagan-Doom mit viel nordischem Epos

Two Suns ist das Debütalbum von Colosalist, einer tschechischen Pagan-Doom Band und klingt, als hätten sich nordische Naturmythen, Doom-Riffs und ein halb erloschener Stern zu einer gemeinsamen Grabrede verabredet. Pagan-Doom, aber nicht in der Kirmesvariante mit Trinkhörnern und Holzfällerhemden, sondern als ernst gemeinter Brocken zwischen Nebel und blendstarkem Nordlicht.

Die Band zieht ihre musikalischen Bahnen irgendwo zwischen My Dying Bride, Primordial und Swallow the Sun, aber mit einem Hauch Rammstein-Riffing wie z.B. im Track Creeping Frost. Das Ergebnis: Schwerfällige Epen, die so sehr nach Natur und Dualität schreien, dass man sich entweder einen Wolfsumhang überzieht oder einfach das Licht ausschaltet.

Hier wird nicht gefiedelt und getanzt, hier wird gelitten, gestampft und gelotst. Colosalist schreiben Songs, die sich wie Schlachten anhören, aber wie Märchen enden, allerdings ohne kitschiges Happy End.

🎧 Was erwartet dich?

  • Genre: Pagan / Doom Metal – episch, atmosphärisch, mythisch
  • Vergleichbar mit: My Dying Bride, Saturnus, Primordial, aber mit eigenem slawisch-nordischem Flair
  • Klangfarbe: Langsame Gitarren, melancholische Vocals, Viola-Klänge, massiver Rhythmus, sehr doomig, aber mit viel Lodern in der Seele

Highlights:

  • From The Others – der epische Einstieg, hymnisch und doch finster, setzt sofort den Ton.
  • Creeping Frost – stampfendes Pagan-Doom-Riff mit überraschend „Rammsteiniger“ Schlagseite.
  • Die Inside Me – die Single als finster-melodischer Höhepunkt mit Gänsehaut-Refrain, ein Video dazu gibt es auch.

🏰 Besondere Momente

  • Visuelle Doom-Weite trifft eclipse-artige Tragik – Pagan-Doom fernab von Mittelalter-Zirkus
  • Aufgenommen in Finnland bei Aksu Hanttu (Petrax & Wave Sound), gemastert von Svante Forsbäck – rohe Atmosphäre mit Hochglanz
  • Themen wie Natur, Dualität und mythologische Reisen durchziehen jede Note, keinerlei billige Folklore-Klischees

🪓 Fazit:

Two Suns ist das erste Full-Length-Album von Colosalist, die Band kommt aus Ostrava, Tschechien, aber mit norwegischem Einfluss. Das Album bietet Pagan-Doom mit Anspruch und Seele. Kein billiger Folk-Ritual-Trip, sondern klangliche Ambitionen mit Gravitationskraft. Ein wirklich starkes Debüt, wobei die Tracks teilweise noch ein wenig in ihrer eigenen, epischen Länge versinken. Das kriegt man besser hin und macht jetzt schon auf das nächste Album neugierig.

Albumcover Two Suns von Colosalist: Eine surreale Landschaft zwischen Bergen und Wasserflächen, über denen zwei leuchtende Sonnenwesen schweben – links ein Totenschädel im blauen Feuer, rechts ein weibliches Gesicht in goldenem Strahlenkranz. Darunter tanzen geisterhafte Gestalten im Kreis. Episch-mystische Pagan-Doom-Ästhetik.
Künstler:Colosalist
Albumtitel:Two Suns
Erscheinungsdatum:9. September 2025
Genre:Pagan / Doom Metal
Label:Hoggorm Music
Spielzeit:ca. 43 Minuten
  1. From the Others
  2. Creeping Frost
  3. Visdomer
  4. Dabrakar
  5. Die Inside Me
  6. Soul of Birds
  7. No Angels at Home
  8. Witnesses from Shadows
  9. Over the Sky

🎬 Offizielles Video

Offizielles Lyric Video zu „From The Others“ – Colosalist geben mit Two Suns eine düstere Pagan-Doom-Visitenkarte ab. Bereitgestellt vom offiziellen Colosalist-Channel auf YouTube:

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