Blut statt Euro: City of Blood zeigt Berlins neue Vampirordnung

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Pedro prüft schon mal seine Blutgruppe

📰 Was ist los?
Disney+ hat den ersten Trailer zur achtteiligen deutschen Serie City of Blood veröffentlicht. In einem vom Klimawandel zerrissenen Berlin kontrollieren Vampire das organisierte Verbrechen, greifen nach politischer Macht und machen Blut zur eigentlichen Währung der Stadt. Start ist am 16. September.

🐛 Was denken wir?
Gerade die Verbindung aus Vampirmythos, sozialer Dystopie und deutscher Gegenwartskulisse macht das Ding spannend. Berlin als blutbasierte Klassengesellschaft wirkt erfreulich weit entfernt von der üblichen Kerzenleuchter-und-Gruft-Romantik.

🏙️ Blut statt Euro: City of Blood zeigt Berlins neue Vampirordnung

Wer im Berlin von City of Blood reich genug ist, bekommt eine vollklimatisierte Kuppel. Für den Rest gibt es Hitze, Kriminalität, Korruption – und ein Wirtschaftssystem, bei dem man besser nicht fragt, woher die Liquidität stammt.

Disney+ hat den ersten offiziellen Trailer zur achtteiligen deutschen Serie veröffentlicht und zeigt damit erstmals ausführlich, wie weit die Hauptstadt in dieser Zukunft bereits zerfallen ist. City of Blood startet am 16. September und verbindet Klimadystopie, Politthriller und Vampirhorror zu einer ziemlich ungemütlichen Berliner Mischung.

Zwei Frauen laufen durch eine ausgetrocknete Berliner Straßenschlucht auf den Fernsehturm zu, während sich eine rote Blutspur über den rissigen Boden zieht.
In City of Blood ist Berlin ausgetrocknet, doch an frischem Blut scheint es dagegen keinen Mangel zu geben. © Disney+ / offizielles Key Art

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Bea und Phoebe, die als Kinder voneinander getrennt wurden und unter völlig verschiedenen Bedingungen aufgewachsen sind. Als sie kurz vor einer entscheidenden Wahl wieder aufeinandertreffen, stoßen sie auf die eigentliche Machtstruktur der Stadt: Vampire kontrollieren das organisierte Verbrechen, wollen ihren Einfluss auf die Politik ausweiten und haben Blut längst zur wertvollsten Währung Berlins gemacht.

☀️ Die Zukunft hat eine Klimaanlage – allerdings nicht für alle

Das Berlin der Serie ist zum Stadtstaat am Rand des Zusammenbruchs geworden. Extreme Hitze prägt das Leben außerhalb einer abgeschirmten, vollklimatisierten Kuppel, in der sich eine privilegierte Minderheit von den Folgen des Klimawandels weitgehend fernhalten kann. Jenseits dieser Grenze bestimmen Gewalt, Korruption und Kriminalität den Alltag.

Diese Trennung zieht sich direkt durch die Familie. Bea, gespielt von Lea Drinda, ist chronisch krank und wächst geschützt bei ihrer Adoptivmutter auf. Ihre ältere Schwester Phoebe, gespielt von Soma Pysall, muss sich dagegen auf den Straßen Berlins durchschlagen.

Der Trailer macht daraus keine bloße Kulisse für ein paar nächtliche Vampirangriffe. Die gesellschaftliche Spaltung gehört sichtbar zum Kern der Geschichte: Wer besitzt Schutz, wer besitzt Macht und wer darf überhaupt noch entscheiden, wie diese Stadt funktioniert?

🎬 Berlin hat ein neues Liquiditätsproblem

Der erste Trailer zu City of Blood zeigt das gespaltene Berlin, die beiden Schwestern und die Machtstrukturen hinter dem neuen Blutgeschäft.

🧛 Die Vampire wollen nicht länger nur den Untergrund

Genau an diesem Punkt wird City of Blood interessanter als eine gewöhnliche Vampirgeschichte. Die Untoten sitzen nicht irgendwo im Keller eines Gothic-Clubs und warten auf Mitternacht. Sie haben sich in die ökonomischen und kriminellen Strukturen der Stadt hineingearbeitet. Ihr nächstes Ziel ist die politische Macht.

Für Bea und Phoebe wird ihre Wiederbegegnung dadurch schnell zu einem Kampf zwischen mehreren Fronten. Während eine wichtige Wahl bevorsteht, entdecken sie, dass Vampire hinter dem organisierten Verbrechen stehen und ihre politische Stellung ausbauen wollen, um das eigene Überleben langfristig zu sichern.

Die Idee vom Blut als eigentlicher Währung bringt diese Welt dabei ziemlich elegant auf einen Punkt. In klassischen Vampirgeschichten ist Blut Nahrung. In City of Blood wird daraus zusätzlich Ware, Machtmittel und gesellschaftliche Ressource. Damit verschiebt die Serie den Vampirmythos aus dem Schlosskeller mitten hinein in eine moderne Klassengesellschaft.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

📚 Von Berlinoir zur deutschen Vampirserie

Ganz neu ist diese Version der Hauptstadt allerdings nicht. City of Blood ist von der Graphic-Novel-Reihe Berlinoir des Zeichners Reinhard Kleist und des Autors Tobias O. Meißner inspiriert, die Berlin ebenfalls in eine von Vampiren beherrschte Zukunft versetzt.

Für die Serienfassung entwickelten Philipp Kadelbach und Elena Lyubarskaya das Konzept. Kadelbach übernimmt zugleich die Regie. Produziert wurde die achtteilige Staffel von Amusement Park Film, der Produktionsfirma hinter Im Westen nichts Neues; zu den Executive Producers gehört Daniel Brühl.

Auch die Besetzung fällt für eine deutsche Genreproduktion bemerkenswert groß aus. Neben Lea Drinda und Soma Pysall gehören unter anderem Lars Eidinger, Jördis Triebel, Franz Hartwig, David Schütter, Dagmar Manzel, Melika Foroutan, Jenny Schily und Jan Georg Schütte zum Ensemble.

Damit bekommt City of Blood eine ungewöhnliche Ausgangslage: deutsche Großstadt-Dystopie, Vampirhorror, Klimakollaps und politischer Machtkampf in einer Produktion, die offenkundig nicht versucht, ihr Genre kleinzureden.

Am 16. September öffnet Disney+ die Tore zu diesem Berlin. Geld sollte man für den Besuch vermutlich trotzdem einstecken – aber offenbar besser nicht damit rechnen, dass es dort noch die härteste Währung ist.

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