Chaos in the Old World kehrt zurück, aber ohne Warhammer
🧐 Im Fantasykosmos suchen

🎲 Das Chaos sucht neue Götter
📰 Was ist los?
Games Workshop und Restoration Games bringen drei Klassiker zurück: Chaos in the Old World, Space Hulk: Death Angel und Warrior Knights. Die Neuauflagen spielen in der neuen Fantasywelt Gravemarch. Das erste Spiel startet 2027 ins Crowdfunding, die übrigen sollen 2028 folgen.
🐛 Was denken wir?
Die Rückkehr ist erfreulich, und Eric M. Langs Beteiligung macht Hoffnung. Trotzdem bleibt fraglich, ob Chaos in the Old World ohne seine vier Chaosgötter dieselbe Faszination entfalten kann. Pedro hat bereits einen Ersatzgott vorgeschlagen: sich selbst. Seine einzige Spezialfähigkeit ist es, Spielregeln nachträglich zu ändern.
Drei beinahe vergessene Brettspielklassiker stehen vor ihrer Wiedergeburt. Games Workshop und Restoration Games haben am 5. November 2026 eine mehrjährige Partnerschaft angekündigt, die Chaos in the Old World, Space Hulk: Death Angel und Warrior Knights zurückbringen soll. Doch die Freude dürfte bei manchen Warhammer-Fans einen kleinen Dämpfer erhalten: Die Neuauflagen spielen nicht mehr in den ursprünglichen Warhammer-Welten!

Stattdessen entsteht mit Gravemarch eine neue düstere Fantasywelt innerhalb des erweiterten Talisman Realm. Den Anfang macht Devastation in the Dread World, die Neuinterpretation des legendären Strategiespiels Chaos in the Old World. Die Crowdfunding-Kampagne soll bereits Anfang 2027 starten.
🩸 Chaos in the Old World bekommt ein neues Zuhause
Als Chaos in the Old World 2009 erschien, sorgte das Brettspiel von Eric M. Lang für Begeisterung unter Strategiefans. Vier Spieler übernahmen die Rollen der mächtigen Chaosgötter Khorne, Nurgle, Tzeentch und Slaanesh. Ihr Ziel war denkbar sympathisch: die Alte Welt verderben, verwüsten und möglichst vollständig ins Chaos stürzen.
Das Besondere lag in den unterschiedlichen Fähigkeiten und Siegbedingungen der vier Fraktionen. Während Khorne möglichst viele Gegner vernichten wollte, setzten die übrigen Mächte auf andere Methoden, um ihre finsteren Ziele zu erreichen.
Diese asymmetrische Spielmechanik machte Chaos in the Old World zu einem außergewöhnlichen Strategiespiel. Die unterschiedlichen Interessen sorgten für ständig wechselnde Allianzen, Konflikte und taktische Entscheidungen.
Doch nach dem Ende der Zusammenarbeit zwischen Games Workshop und Fantasy Flight Games verschwand der Titel aus dem regulären Handel. Seit 2017 ist er nicht mehr regulär erhältlich. Nun bekommt er endlich eine zweite Chance.
⚔️ Devastation in the Dread World startet 2027
Die Neuauflage trägt den Titel Devastation in the Dread World und übernimmt wichtige mechanische Grundlagen des Originals. Weiterhin stehen Gebietskontrolle, asymmetrische Fraktionen und ein erbarmungsloser Machtkampf im Mittelpunkt.
Allerdings wird das Spiel nicht einfach neu gedruckt. Restoration Games will das Regelwerk modernisieren. Eine bereits bestätigte Änderung betrifft die Ereignisse: Statt zufälliger Ereigniskarten sollen künftig stärker szenariobasierte Spielabläufe zum Einsatz kommen.
Besonders erfreulich ist die Beteiligung von Eric M. Lang. Der ursprüngliche Designer arbeitet selbst mit dem Entwicklerteam an der Neufassung. Das lässt zumindest hoffen, dass die besondere Balance zwischen den unterschiedlichen Fraktionen erhalten bleibt.
Die Finanzierung soll im ersten Quartal 2027 über Crowdfunding beginnen. Anschließend ist eine Veröffentlichung im regulären Handel geplant. Ein endgültiger Erscheinungstermin, ein Preis und Angaben zu einer deutschen Ausgabe fehlen bislang.
🐉 Gravemarch ersetzt die Warhammer-Welt
Der wohl größte Unterschied zum Original betrifft die Spielwelt. Devastation in the Dread World spielt nicht mehr in der Alten Welt von Warhammer. Stattdessen ziehen die Spieler nach Gravemarch, einer neu entwickelten Fantasywelt innerhalb des Talisman Realm.
Dort kämpfen finstere Fraktionen um die letzten verbliebenen Zufluchtsorte der Menschheit. Gewaltige Mächte streiten um die Vorherrschaft, während die Menschen versuchen, zwischen den Fronten zu überleben. Das klingt zunächst mal nach einem geeigneten Schauplatz für brutale Fantasystrategie.
Doch ohne Khorne, Nurgle, Tzeentch und Slaanesh fehlt dem ursprünglichen Chaos in the Old World ein wesentlicher Teil seiner Identität.
Denn die vier Chaosgötter waren weit mehr als austauschbare Spielfiguren. Ihre Persönlichkeiten, Machtbereiche und Rivalitäten spiegelten sich unmittelbar in den Regeln wider. Ob Gravemarch ähnlich unverwechselbare Fraktionen hervorbringen kann, ist deshalb eine der spannendsten Fragen zur Neuauflage.
🚀 Auch Space Hulk: Death Angel bekommt ein neues Gesicht
Der zweite Rückkehrer stammt aus dem Science-Fiction-Universum von Warhammer 40.000. Space Hulk: Death Angel – The Card Game erschien 2010 und gehört bis heute zu den beliebten kooperativen Kartenspielen aus dem Warhammer-Kosmos.
Die Spieler steuerten eine kleine Gruppe von Space Marines, die sich durch die engen Gänge eines verlassenen Raumschiffwracks kämpfen mussten. Überall lauerten gefährliche Genestealer, während die Überlebenschancen mit jedem Zug weiter sanken.
Die neue Version trägt den Titel Dungeons of Gravemarch: The Card Game.
Statt schwer bewaffneter Space Marines übernehmen die Spieler nun die Kontrolle über die letzten menschlichen Helden einer zerstörten Fantasywelt. Sie erkunden Ruinen und suchen mächtige Artefakte, um den dunklen Mächten Widerstand leisten zu können.
Damit wird aus dem düsteren Science-Fiction-Überlebenskampf ein Fantasyabenteuer.
Die Veröffentlichung ist vorläufig für 2028 geplant.
🏰 Warrior Knights zieht ebenfalls nach Gravemarch
Auch Warrior Knights soll wieder erscheinen. Das ursprüngliche Strategiespiel von Derek Carver wurde bereits 1985 von Games Workshop veröffentlicht. 2006 erschien eine überarbeitete Fassung bei Fantasy Flight Games.
Anders als die beiden anderen Titel war Warrior Knights allerdings nicht in einer der klassischen Warhammer-Welten angesiedelt.
Im Mittelpunkt standen mittelalterliche Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Adelshäusern. Armeen wurden aufgestellt, Städte belagert und politische Entscheidungen ausgehandelt. Die neue Fassung verlegt das Geschehen ebenfalls nach Gravemarch.
Dort haben die Menschen ihre Welt inzwischen von den dunklen Mächten zurückerobert. Doch statt gemeinsam eine friedliche Zukunft aufzubauen, beginnen sie prompt, sich gegenseitig um die Herrschaft zu bekämpfen.
Manche Dinge ändern sich offenbar selbst in neuen Fantasywelten nicht. Auch Warrior Knights ist vorläufig für 2028 vorgesehen.
🎲 Drei Klassiker und eine entscheidende Frage
Restoration Games besitzt Erfahrung darin, vergriffene Brettspiele neu aufzulegen. Zum Portfolio gehören unter anderem Return to Dark Tower, Unmatched und Thunder Road. Das Unternehmen konzentriert sich darauf, erfolgreiche ältere Spielkonzepte zu bewahren und gleichzeitig technisch wie spielerisch zu modernisieren.
Bei den drei Games-Workshop-Klassikern ist die Herausforderung allerdings größer als gewöhnlich. Hier geht es nicht nur um neue Regeln oder hübscheres Spielmaterial, sondern um den Austausch ganzer Spielwelten.
Gerade bei Chaos in the Old World stellt sich deshalb eine berechtigte Frage: Kann das Spiel ohne die vier berühmten Chaosgötter genauso faszinierend sein?
Wir finden die Neuankündigungen natürlich grundsätzlich erfreulich. Solche Brettspiele sollten definitiv nicht dauerhaft verschwinden, nur weil frühere Lizenzvereinbarungen ausgelaufen sind. Dass Eric M. Lang persönlich an der neuen Version beteiligt ist, macht uns zuversichtlich.
Trotzdem werden wir genau beobachten, ob Restoration Games lediglich bekannte Mechaniken in eine neue Verpackung steckt oder es tatsächlich schafft, den besonderen Charakter dieser Klassiker wiederzubeleben.
Denn Chaos in the Old World war nie einfach nur ein Spiel über vier Fraktionen, die sich gegenseitig die Gebiete streitig machen.
Es war ein Spiel über vier ausgesprochen unangenehme Götter mit völlig unterschiedlichen Vorstellungen vom Weltuntergang.
Und die lassen sich nicht so leicht ersetzen.






