Unmögliche Schwangerschaft wird Body Horror – Carrying kommt ins Kino

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Ein Horrordebüt landet noch vor Veröffentlichung bei Hollywood

📰 Was ist los?
Samantha Josephs’ Carrying wird verfilmt. Tommy Dorfman übernimmt Regie und Produktion für Good Girl Productions, während Josephs selbst das Drehbuch schreibt. Der Roman über Martha und ihre biologisch unmögliche Schwangerschaft erscheint am 6. Oktober.

🐛 Was denken wir?
Die Kombination aus Body Horror, Familiengeschichte und einer Schwangerschaft, die eigentlich gar nicht möglich sein dürfte, besitzt sofort ein eigenes Profil. Besonders interessant ist, dass die Autorin selbst das Drehbuch übernimmt und die Adaption damit sehr nah an der ungewöhnlichen Vorlage bleiben kann.

Noch bevor Samantha Josephs’ Horrordebüt offiziell in den Buchhandlungen steht, wartet bereits Hollywood. Carrying bekommt eine Filmadaption bei Good Girl Productions, der Produktionsfirma von Tommy Dorfman. Dorfman soll den Film inszenieren und produzieren, während Josephs ihre eigene Geschichte für die Leinwand adaptiert.

Schwangere Frau steht nachts in einem dunklen Schlafzimmer vor einem gesprungenen Spiegel, während im Hintergrund ein Kinderzimmer im Mondlicht liegt.
Carrying verbindet Schwangerschaft, Identität und Body Horror zu einer düsteren Geschichte über einen Körper, der sich jeder Erklärung entzieht. © Fantasykosmos / KI-generiert / manuell nachbearbeitet

Der Roman erscheint am 6. Oktober bei G. P. Putnam’s Sons und verbindet Schwangerschaftshorror, Identität, schwarzen Humor und drastischen Body Horror. Im Mittelpunkt steht Martha, die sich ein scheinbar perfektes Leben aufgebaut hat – bis ihr Körper beginnt, etwas zu tun, das biologisch unmöglich sein sollte.

🤰 Martha hat sich ihr perfektes Leben selbst gebaut

Martha ist Ehefrau, Stiefmutter und nach außen genau die Frau, die sie immer sein wollte. Ihr Mann liebt sie, ihre Stieftochter blickt zu ihr auf und das sorgfältig geschaffene Familienleben wirkt nahezu makellos.

Doch Martha lebt vollständig stealth. Selbst ihre Familie weiß nicht, dass sie trans ist, und sie hat enorme Anstrengungen unternommen, um ihr bisheriges Leben und ihre Vergangenheit voneinander zu trennen. Dann beginnt ihr Körper, diese sorgsam aufgebaute Ordnung zu zerstören.

🧪 Eine Krankheit führt zu etwas eigentlich Unmöglichem

Zunächst leidet Martha unter einer mysteriösen chronischen Erkrankung. Die Symptome werden immer belastender, weshalb sie sich auf experimentelle Behandlungen einlässt.

Gleichzeitig entwickeln sich seltsame körperliche Veränderungen und zunehmend verstörende Gelüste. Schließlich folgt die Erkenntnis, die sämtliche bisherigen Erklärungen sprengt:

Martha ist schwanger.

Genau an diesem Punkt verwandelt Carrying eine ohnehin komplizierte Identitäts- und Familiengeschichte in kompromisslosen Körperhorror.

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🫀 Der eigene Körper wird zur Bedrohung

Die Prämisse funktioniert deshalb besonders gut, weil der Horror unmittelbar an Martha selbst gebunden ist. Es gibt kein Monster, vor dem sie einfach davonlaufen könnte. Ihr Körper verändert sich immer weiter und entzieht sich zunehmend ihrer Kontrolle.

Damit greift Carrying klassische Themen des Body Horrors auf: körperliche Autonomie, Veränderung, Krankheit und die Angst davor, dass etwas Fremdes im eigenen Körper wächst.

Die Schwangerschaft ist dabei zugleich etwas, das Martha niemals für möglich gehalten hätte, und eine existentielle Bedrohung für das Leben, das sie sich mit großer Mühe aufgebaut hat.

🎬 Tommy Dorfman übernimmt selbst die Regie

Für die Filmversion übernimmt Tommy Dorfman eine zentrale Rolle. Dorfman produziert Carrying über Good Girl Productions und soll gleichzeitig Regie führen.

Samantha Josephs bleibt ebenfalls eng mit der Adaption verbunden und schreibt das Drehbuch selbst. Damit liegt die Übertragung der Geschichte auf Film zumindest zunächst direkt bei der Autorin der Vorlage.

Josephs hat bereits deutlich gemacht, dass Dorfmans Verständnis für Martha und die extreme Tonlage des Romans entscheidend für die Zusammenarbeit gewesen sei.

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📚 Der Filmdeal kommt noch vor dem Buchstart

Bemerkenswert ist vor allem der Zeitpunkt. Carrying erscheint erst am 6. Oktober, hat also zum Zeitpunkt der Filmankündigung noch nicht einmal seinen regulären US-Verkaufsstart erreicht.

Trotzdem hat der Roman bereits Aufmerksamkeit gesammelt. Das Buch steht auf der Longlist des Center for Fiction First Novel Prize und wurde früh als ungewöhnliche Mischung aus Body Horror, schwarzer Komödie und literarischer Fiktion wahrgenommen. Für ein Debüt ist der schnelle Sprung Richtung Leinwand entsprechend bemerkenswert.

🏠 Good Girl Productions baut seine Literatursparte aus

Carrying passt zugleich ziemlich gut in die bisherige Ausrichtung von Good Girl Productions. Dorfmans 2025 gegründete Produktionsfirma entwickelt mehrere Literaturadaptionen und konzentriert sich auf Stoffe mit ausgeprägten Figuren und ungewöhnlichen Perspektiven.

Zum bisherigen Portfolio gehören unter anderem Projekte nach Torrey Peters’ Detransition, Baby und Allie Rowbottoms Aesthetica. Mit Carrying kommt nun ein deutlich stärker im Horror verankertes Projekt hinzu.

🩸 Schwangerschaftshorror bekommt einen ziemlich radikalen neuen Stoff

Filme über unheimliche Schwangerschaften gibt es seit Jahrzehnten. Carrying besitzt allerdings eine Ausgangslage, die das bekannte Motiv aus einer anderen Perspektive betrachtet.

Marthas Schwangerschaft bedroht nicht allein ihren Körper. Sie berührt praktisch jeden Teil der Identität und des Lebens, das sie sich geschaffen hat. Genau dadurch kann aus der grotesken Grundidee mehr entstehen als reine Schockwirkung.

Noch fehlen Besetzung, Drehstart und Veröffentlichungstermin. Aber mit Dorfman auf dem Regiestuhl und Josephs am Drehbuch besitzt die Adaption bereits eine ungewöhnlich klare kreative Richtung.

Und wenn ein Roman schon vier Tage vor seinem Verkaufsstart eine Filmadaption bekommt, scheint zumindest jemand sehr überzeugt davon zu sein, dass dieses Baby Beine bekommt.

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