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Buffy: Wenn Ahnungslosigkeit den Pflock hält
📰 Was ist los?
Sarah Michelle Gellar sagt, bei New Sunnydale habe ein Verantwortlicher von Anfang an gegen das Projekt gearbeitet, der nicht nur kein Fan des Originals war, sondern das auch ständig betonte. Besonders unerquicklich daran: Der Pilot war bereits gedreht, später sogar noch grundlegend überarbeitet worden, bevor Hulu das Projekt trotzdem beerdigte.
🐛 Was denken wir?
Eine Kultserie ausgerechnet in die Hände von Leuten zu legen, die demonstrativ nichts mit ihr anfangen können, ist ungefähr so klug, wie den Wächterrat von einem Vampir leiten zu lassen. Man darf sich dann nicht wundern, wenn am Ende nur Staub übrig bleibt.
🩸 Sarah Michelle Gellar packt aus: Darum wurde New Sunnydale gepfählt
Manchmal braucht es keinen Dämon, keinen Höllenschlund und nicht einmal einen besonders ambitionierten Vampirfürsten, um Buffy zu erledigen. Es reicht offenbar schon ein Entscheider, der mit ignorantem Stolz erklärt, dass ihn das Original nie interessiert hat. Genau das hat Sarah Michelle Gellar jetzt über das gescheiterte Buffy: New Sunnydale erzählt. Und damit ist der ganze Vorgang plötzlich noch absurder, als er ohnehin schon wirkte.
🧛 Ein Reboot, das erst zurechtgestutzt und dann gepfählt wurde
Der besonders schöne Irrsinn steckt im Ablauf. Nach dem ersten Piloten galt das Projekt intern wohl als zu klein, zu vorsichtig und stellenweise zu jung. Also wurde nachgebessert: ein umfangreicherer, erwachsenerer Entwurf, mehr Gewicht für Buffy selbst, mehr Wucht, mehr Format. Kurz gesagt: genau die übliche Streaming-Alchemie, bei der man ein Franchise erst umbaut, um es anschließend doch wegzuwerfen.
🎭 Das Timing hatte den Charme eines frisch ausgehobenen Familiengrabes
Noch eleganter wurde die Nummer durch den Zeitpunkt der Absage. Gellar bekam die Nachricht ausgerechnet an dem Wochenende, an dem sie ihr neues Projekt bei SXSW präsentierte, während Chloé Zhao kurz vor ihrer Oscar-Nacht stand. Wenn man eine prestigeträchtige Wiederbelebung schon absägt, dann offenbar mit maximalem Gespür für Demütigungsästhetik.
📺 Was diese Farce über Streaming wirklich erzählt
Der Fall ist deshalb so hübsch unerquicklich, weil er das Grundproblem der Branche in Reinform zeigt: Man will die Strahlkraft einer Marke, aber bitte ohne die Eigenheiten, wegen derer sie überhaupt geliebt wird. Buffy soll verfügbar, verwertbar und anschlussfähig sein, aber wehe, jemand behandelt die Serie wie etwas, das man tatsächlich verstanden haben müsste. Dann steht schnell irgendein Funktionär im Raum, der das Original nie ganz gesehen hat und trotzdem entscheidet, was daran angeblich nicht funktioniert. Mehr Spott kann sich ein System kaum selbst ausstellen.
⚰️ Und jetzt? Wahrscheinlich wieder Hoffnung auf später
Ganz tot wirkt die Marke trotzdem nicht. Im Hintergrund scheint der Wunsch zu bestehen, es in den kommenden Jahren noch einmal mit Buffy zu versuchen. Das Problem daran ist nur: Wenn dieselben Machtstrukturen weiter am Hebel sitzen, klingt das weniger nach Rettung als nach einer zweiten Einladung zur Exhumierung. Wir würden also empfehlen, die Kreide erst dann zu zücken, wenn wirklich jemand auftaucht, der die Serie nicht bloß lizenzieren, sondern auch begreifen will.
🦇 Unser Fazit: Nicht Buffy war zu klein, sondern das Denken dahinter
Je mehr über New Sunnydale ans Licht kommt, desto lächerlicher wirkt die Absage. Nicht, weil jedes Reboot automatisch ein Meisterwerk geworden wäre. Sondern weil hier alles nach dem klassischen Kunststück klingt, eine geliebte Marke erst auf Hochglanz auszurufen und sie dann an bürokratischer Ahnungslosigkeit verrecken zu lassen. Der wahre Horror dieser Geschichte ist also nicht übernatürlich. Er hat Zugang zur Chefetage, sitzt verständig starrend in Meetings und hält „nie ganz gesehen“ für eine brauchbare Grundlage, um über Buffy zu urteilen.



