British Fantasy Awards 2026: Upon a Starlit Tide und The Buffalo Hunter Hunter triumphieren

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

🏆 Meerjungfrau schlägt Magier, Vampir holt Horrorpreis.

📰 Was ist los?
Die British Fantasy Awards 2026 sind vergeben. Upon a Starlit Tide von Kell Woods gewinnt den Robert Holdstock Award für den besten Fantasyroman, Stephen Graham Jones holt mit The Buffalo Hunter Hunter den Horrorpreis und Amal El-Mohtars The River Has Roots wird beste Novelle. Annabel Campbell erhält für The Outcast Mage die Auszeichnung als beste Newcomerin.

🐛 Was denken wir?
Das Gewinnerfeld ist erfreulich breit und zeigt ziemlich gut, wie vielfältig aktuelle fantastische Literatur inzwischen aufgestellt ist. Besonders stark ist, dass neben großen Romanen auch unabhängige Verlage, Anthologien, Kurzprosa und Audioformate ordentlich Gewicht bekommen.

Meerjungfrauenmagie im Saint-Malo des 18. Jahrhunderts, vampirischer Rachehorror aus der Geschichte der Blackfeet und eine märchenhafte Novelle über zwei Schwestern am Rand von Faerie: Die British Fantasy Awards 2026 haben ihre Gewinner gefunden.

Glühendes Drachenlogo der British Fantasy Society vor einer düsteren Fantasy-Ruinenstadt
Die traditionsreichen Genrepreise kürten wieder die stärksten Fantasy-Titel des Jahres. © Logo: British Fantasy Society / Hintergrund: Fantasykosmos

Bei der Preisverleihung im Rahmen der Fantasycon in Glasgow gewann Kell Woods mit Upon a Starlit Tide den Robert Holdstock Award für den besten Fantasyroman. Der August Derleth Award für den besten Horrorroman ging an Stephen Graham Jones und The Buffalo Hunter Hunter, während Amal El-Mohtars The River Has Roots als beste Novelle ausgezeichnet wurde.

🌊 Upon a Starlit Tide gewinnt den Robert Holdstock Award

Der wichtigste reine Fantasyromanpreis des Abends ging an Kell Woods. Upon a Starlit Tide spielt 1758 im bretonischen Saint-Malo und verbindet historische Fantasy mit Motiven aus Die kleine Meerjungfrau und Aschenputtel.

Im Mittelpunkt steht Lucinde Leon, die als Tochter eines wohlhabenden Schiffseigners von einem Leben auf See träumt. Nachdem sie einen unbekannten Mann vor dem Ertrinken rettet, gerät sie zwischen gesellschaftliche Erwartungen, Feenmagie und Geheimnisse aus dem Meer – während sich zugleich ihre eigene übernatürliche Natur immer deutlicher bemerkbar macht.

Für Woods ist es bereits der zweite große Fantasyerfolg des Romans. Upon a Starlit Tide hatte zuvor schon den Aurealis Award als bester Fantasyroman gewonnen.

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🩸 Stephen Graham Jones holt den Horrorpreis

Der August Derleth Award für den besten Horrorroman geht 2026 an The Buffalo Hunter Hunter von Stephen Graham Jones. Der historische Horrorroman beginnt mit einem Manuskript aus dem Jahr 1912, in dem ein lutherischer Pastor die Beichte des Blackfeet-Mannes Good Stab festgehalten hat. Dessen Geschichte führt zurück bis zu den Massakern und Hungerjahren des 19. Jahrhunderts – und zu einer übernatürlichen Existenz, die sich über Jahrzehnte hinweg in eine Rachegeschichte verwandelt.

Jones verbindet Vampirhorror dabei mit realer Gewaltgeschichte und der Verfolgung der Blackfeet. The Buffalo Hunter Hunter hat damit inzwischen eine bemerkenswerte Awardsammlung aufgebaut und wurde zuvor bereits bei mehreren großen amerikanischen Genrepreisen ausgezeichnet.

🌳 The River Has Roots gewinnt als beste Novelle

Auch Amal El-Mohtar setzt ihren außergewöhnlichen Lauf mit The River Has Roots fort. Die Novelle gewinnt den British Fantasy Award in ihrer Kategorie und fügt ihrer bereits umfangreichen Preisliste einen weiteren Titel hinzu.

Die Geschichte führt nach Thistleford, einen kleinen Ort am Rand von Faerie. Dort pflegen die Schwestern Esther und Ysabel Hawthorn magische Weiden am Fluss Liss und erfüllen einen alten Pakt, indem sie für die Bäume singen. Als Esther einen menschlichen Verehrer zurückweist und sich einem Wesen aus Faerie zuwendet, geraten Liebe, Familie und die Grenze zwischen beiden Welten ins Wanken.

The River Has Roots hat damit inzwischen unter anderem British Fantasy, Hugo, Nebula und Locus Award gewonnen. Für eine Novelle von gerade einmal rund 140 Seiten ist das eine ziemlich eindrucksvolle Ausbeute.

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🔥 Annabel Campbell wird beste Newcomerin

Ein zweiter großer Fantasytitel des Jahres bekommt ebenfalls Aufmerksamkeit. Annabel Campbell gewinnt mit The Outcast Mage den Preis als beste Newcomerin.

Der Auftakt der Shattered Lands spielt in der gläsernen Stadt Amoria, in der Magie über gesellschaftlichen Status und persönliche Zukunft entscheidet. Hauptfigur Naila besitzt zwar enorme Kräfte, kann sie aber nicht kontrollieren und droht deshalb aus der magischen Gesellschaft ausgeschlossen zu werden.

Dass Campbell damit ausgerechnet in einem Jahr gewinnt, in dem The Outcast Mage zugleich auf der Shortlist für den Robert Holdstock Award stand, macht die Auszeichnung besonders interessant. Der Roman hat sich innerhalb weniger Monate von einem Debüt zu einem der auffälligsten neuen Epic-Fantasy-Titel entwickelt.

📚 Folk Horror, Kurzgeschichten und unabhängige Verlage

Auch außerhalb der großen Romankategorien gab es einige spannende Gewinner. Silk and Sinew, herausgegeben von Kristy Park Kulski, wurde als beste Anthologie ausgezeichnet und versammelt Folk Horror aus der asiatischen Diaspora. Christopher Caldwell gewann mit Call and Response für die beste Sammlung, während CL Hellisen mit Shadow Jack die Kategorie Kurzgeschichte für sich entschied.

Gerade die kleineren Verlage schneiden erneut stark ab. NewCon Press wurde als bester Independent-Verlag ausgezeichnet, das Magazin Remains gewann bei den Periodika. Damit bleibt ein großer Teil der British Fantasy Awards dort verankert, wo fantastische Literatur oft besonders experimentierfreudig wird.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🏅 Die weiteren Gewinner

Die vollständige Gewinnerliste umfasst in diesem Jahr zahlreiche Bereiche von Literatur bis Audio:

  • Beste Anthologie: Silk and Sinew: A Collection of Folk Horror from the Asian Diaspora – Kristy Park Kulski
  • Beste Sammlung: Call and Response – Christopher Caldwell
  • Bester Fantasyroman / Robert Holdstock Award: Upon a Starlit Tide – Kell Woods
  • Bester Horrorroman / August Derleth Award: The Buffalo Hunter Hunter – Stephen Graham Jones
  • Beste Novelle: The River Has Roots – Amal El-Mohtar
  • Beste Kurzgeschichte: Shadow Jack – CL Hellisen
  • Beste Newcomerin: Annabel Campbell für The Outcast Mage
  • Bestes Sachbuch: Nigerian Speculative Fiction: Evolution – Chukwunonso Ezeiyoke
  • Bester Independent-Verlag: NewCon Press
  • Bestes Magazin/Periodikum: Remains
  • Beste Künstlerin: Jenni Coutts
  • Bestes Audio – Fiction: The Shape of Monsters – CL Hellisen und Omari Douglas
  • Bestes Audio – Non-Fiction: The Folklore Podcast
  • Karl Edward Wagner Award: Jane Johnson
  • Legends of Fantasycon Award: Chloe Yates

🧙 Ein ziemlich breites Bild moderner Fantasy

Auffällig ist dabei, wie wenig sich das Gewinnerfeld auf eine bestimmte Spielart von Fantasy reduzieren lässt. Historische Märchenfantasy steht neben indigener Vampirgeschichte, klassischer Epic Fantasy neben Folk Horror und märchenhafter Kurzform.

Genau darin liegt weiterhin die Stärke der British Fantasy Awards. Der Begriff Fantasy wird hier traditionell weit gefasst und schließt Horror, Science-Fiction, Audioformate, Kunst und unabhängige Verlage mit ein.

Für Fantasykosmos ist deshalb vor allem die literarische Spitze spannend: Kell Woods, Stephen Graham Jones, Amal El-Mohtar und Annabel Campbell gehören spätestens nach diesem Abend zu den Namen, die man für das Fantasyjahr 2026 auf dem Zettel haben sollte.

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