Something Is Killing the Children bekommt Craig Zobel – Blumhouse startet die nächste Horrorwelle
🧐 Im Fantasykosmos suchen

🔪 Erica kriegt einen Regisseur. Amanda einen Kinosaal.
📰 Was ist los?
Blumhouse Atomic Monster hat seine nächste Horrorwelle konkretisiert. Craig Zobel inszeniert Something Is Killing the Children, während MatPat eine Live-Action-Adaption von Amanda the Adventurer produziert. Parallel stehen für 2027 unter anderem Paranormal Activity 8, Molepeople, Blair Witch und Seasons auf dem Plan.
🐛 Was denken wir?
Besonders interessant ist die Herkunft der Stoffe. Blumhouse greift gleichzeitig auf Comics, Indie-Games, Reddit-Horror und alte Filmreihen zurück. Bei Erica Slaughter macht Zobel den Unterschied: Nach Jahren des Herumreichens hat die Kinoversion endlich wieder einen konkreten kreativen Kopf.
Erica Slaughter hat endlich jemanden gefunden, der sie ins Kino bringt. Craig Zobel übernimmt für Blumhouse die Regie bei der Live-Action-Adaption von Something Is Killing the Children und gibt einem Projekt neuen Schwung, das schon mehrere Anläufe, Studios und Entwicklungsphasen hinter sich hat.

Doch beim BlumFest auf der New York Comic Con blieb es nicht bei einer Monsterjägerin. Blumhouse Atomic Monster kündigte zugleich eine Filmversion von Amanda the Adventurer mit MatPat an und rückte seine immer dichter werdende Horrorplanung für 2027 ins Licht: Paranormal Activity kehrt zurück, Blair Witch wartet wieder im Wald, Molepeople steigt unter New York hinab und Seasons macht aus einem Ranchtraum ein Ritual mit sehr schlechten Nebenwirkungen.
🔪 Erica Slaughter bekommt endlich einen Regisseur
Der größte neue Entwicklungsschritt betrifft Something Is Killing the Children. Craig Zobel wird die Kinoversion inszenieren, während Comic-Schöpfer James Tynion IV als Produzent an Bord bleibt. Zeichner und Mitschöpfer Werther Dell’Edera ist als Co-Produzent beteiligt.
Zobel passt ziemlich gut zu diesem Stoff. Er inszenierte unter anderem The Hunt, arbeitete an The Leftovers und Westworld und führte bei großen Teilen von Mare of Easttown sowie The Penguin Regie. Er kennt also sowohl harten Genre-Stoff als auch Geschichten, die ihre Figuren nicht zwischen den nächsten Schockmomenten vergessen. Das dürfte bei Erica Slaughter entscheidend sein.
🎬 Amanda the Adventurer – offizieller Game-Trailer
Eine alte Kindersendung auf VHS beginnt zurückzureden: Der offizielle DreadXP-Trailer zeigt die unheimliche Vorlage für Blumhouses neue Filmadaption.
👹 Kinder sehen, was Erwachsene nicht sehen wollen
Die Grundidee von Something Is Killing the Children bleibt schließlich unangenehm einfach. Kinder verschwinden. Einige kehren zurück und erzählen von Monstern, die Erwachsene nicht sehen können oder nicht sehen wollen.
Dann erscheint Erica. Sie gehört zum geheimen Order of St. George, wurde darauf trainiert, genau diese Kreaturen zu jagen, und trägt ihre eigenen Narben aus einer Welt mit sich herum, in der kindliche Angst buchstäblich Zähne bekommen kann.
Der Comic hat sich seit seinem Start 2019 zu einem der großen modernen Horrorstoffe entwickelt und inzwischen mehr als fünf Millionen Exemplare verkauft. Was ursprünglich wesentlich kleiner angelegt war, ist längst zum sogenannten Slaughterverse mit Nebenreihen, Romanen und weiteren Geschichten gewachsen.
🎬 Erica bekommt gleich zwei Bildschirme
Besonders auffällig ist dabei, dass Blumhouse die Marke nicht nur als Kinofilm entwickeln will. Parallel befindet sich weiterhin eine Animationsserie für Erwachsene in Arbeit, bei der Tynion selbst eng beteiligt ist. Damit entstehen zwei sehr unterschiedliche Möglichkeiten, Erica Slaughter auf den Bildschirm zu bringen.
Gerade die Animation könnte sich für die groteskeren Kreaturen und die stark stilisierte Bildsprache von Werther Dell’Edera eignen. Der Kinofilm wiederum kann den Stoff körperlicher und unmittelbarer machen. Blumhouse setzt damit ziemlich früh auf die Möglichkeit, dass aus Erica mehr werden könnte als eine einzelne Adaption.
📼 Amanda hat die VHS-Kassette eingelegt
Die zweite große Überraschung des Panels kommt aus einer völlig anderen Ecke des Horrors. Amanda the Adventurer wird als Live-Action-Film adaptiert. Blumhouse arbeitet dafür mit Matthew „MatPat“ Patrick zusammen, der das Projekt produziert und mit dem Studio eine größere Vereinbarung rund um Indie-Horrorspiele und digitale Horrormarken abgeschlossen hat.
Wer die Spiele kennt, weiß, weshalb das ziemlich gut zu Blumhouse passt. Alles beginnt mit alten VHS-Kassetten einer scheinbar billigen Kindersendung. Und dann beginnt die Sendung zurückzureden.
📺 Dora trifft auf den Videofluch
Im Zentrum der Spielreihe steht Riley Park, die nach dem Tod ihrer Tante deren Haus untersucht und auf dem Dachboden alte Kassetten findet.
Darauf läuft eine Kindersendung mit Amanda und dem Schaf Wooly. Zunächst wirkt sie wie harmlose Bildungsunterhaltung aus den frühen Zweitausendern. Dann reagieren die Figuren auf den Zuschauer, stellen Fragen und entwickeln ein zunehmend beunruhigendes Eigenleben.
Die augenzwinkernde Kurzbeschreibung für die Filmidee lautet deshalb sinngemäß: Kinderfernsehen trifft Videofluch. Das ist kein schlechter Elevator Pitch.
🧠 MatPat wechselt die Seite des Bildschirms
MatPat ist für diese Adaption eine interessante Wahl, weil ein erheblicher Teil seiner Karriere genau aus der Analyse solcher Spiele bestand. Über Jahre zerlegte er auf seinen Theory-Kanälen versteckte Hinweise, Lore und kryptische Erzählstrukturen von Games wie Five Nights at Freddy’s und zahlreichen Indie-Horrorprojekten. Jetzt sitzt er selbst auf der Produktionsseite.
Der Amanda the Adventurer-Film befindet sich allerdings noch in einer frühen Phase. Regisseur, Drehbuchautor, Cast und Starttermin stehen bislang nicht fest. Blumhouse und MatPat suchen derzeit nach den richtigen Kreativen für das Projekt.
🎮 Indie-Horror wird zum Rohstoff
Spannend ist daran vor allem die größere Strategie. Five Nights at Freddy’s hat längst gezeigt, dass Horrorspiele mit riesigen Online-Communitys auch fürs Kino funktionieren können. Mit MatPat holt Blumhouse nun jemanden ins Haus, der genau diese Szene seit Jahren kennt und weiß, welche kleinen Spiele plötzlich Millionen Menschen beschäftigen.
Amanda the Adventurer dürfte deshalb eher der Anfang als ein Einzelprojekt sein. YouTube, Steam und itch.io werden damit zunehmend zu dem, was Buchhandlungen und Comicregale für Horrorproduzenten schon lange waren: Orte, an denen der nächste Filmstoff herumliegt.
🕳️ Unter New York lebt etwas
Deutlich weiter ist Molepeople. Der Horrorfilm von Rob Savage startet in den USA am 27. August 2027 und schickt LaKeith Stanfield und Ben Mendelsohn unter die Straßen von New York.
Die Geschichte folgt einem Mann, der in die verlassenen Tunnelsysteme unter der Stadt hinabsteigt und dort eine verdrehte Gesellschaft entdeckt, die im Verborgenen lebt. Stanfield ersetzt dabei den ursprünglich vorgesehenen Anthony Ramos. Das Drehbuch stammt von Nathan Elston, produziert wird gemeinsam mit Paramount Primal.
Ein unterirdisches New York voller Menschen, die dort vielleicht aus sehr guten Gründen geblieben sind, braucht zunächst gar nicht viel mehr Erklärung.
📹 Paranormal Activity schaltet die Kamera wieder ein
Auch Paranormal Activity kehrt 2027 zurück. Der achte Film der Reihe wird von Ian Tuason inszeniert, der zugleich das Drehbuch schreibt. Chase Yi, Sonia Mena und Maya da Costa gehören zur Besetzung. Der US-Kinostart ist für den 21. Mai 2027 geplant; für Deutschland wird derzeit der 20. Mai geführt.
Zur Handlung hält sich das Projekt weiterhin zurück. Das passt zumindest zur Tradition einer Reihe, die am besten funktioniert, wenn man vor dem ersten merkwürdigen Geräusch möglichst wenig weiß. Und inzwischen dürfte das Wort „Überwachungskamera“ bei Blumhouse ohnehin als vollwertiges Produktionsmittel durchgehen.
🌲 Blair Witch wartet bereits im Wald
Auch The Blair Witch Project bekommt 2027 eine neue Inkarnation. Regie führt Dylan Clark, der sich ursprünglich mit Horror-Kurzfilmen auf YouTube einen Namen machte. Der Film soll am 24. September 2027 in den US-Kinos starten.
Die Handlung bleibt geheim, doch mehrere Köpfe des Originals sind beteiligt. Die ursprünglichen Schöpfer Eduardo Sánchez, Daniel Myrick und Gregg Hale fungieren als Executive Producer, ebenso die damaligen Darsteller Joshua Leonard und Michael C. Williams.
Blumhouse Atomic Monster versucht hier also nicht, sämtliche Wurzeln abzuschneiden. Es geht eher darum, herauszufinden, ob sich die Hexe von Blair auch in einer Welt noch verstecken kann, in der praktisch jeder Wanderer drei Kameras und GPS in der Hosentasche trägt.
🌾 Seasons macht das Traumhaus lebendig
Dann wäre da noch Seasons. Das Projekt basiert auf der viralen Reddit-Geschichte My Wife and I Bought a Ranch von Matt und Harrison Query und startet am 12. November 2027 in den US-Kinos.
Drew Hancock führt Regie, nachdem er mit Companion bereits bewiesen hat, dass vermeintlich vertraute Beziehungskonstruktionen ziemlich schnell in etwas deutlich Verstörenderes kippen können.
Lily James und Jack Reynor spielen ein Paar, das günstig eine Ranch in Idaho erwirbt. Bald stellt sich heraus, weshalb das Grundstück möglicherweise kein besonders hart umkämpftes Immobilienobjekt war.
🕯️ Jede Jahreszeit verlangt ihr eigenes Ritual
Das Land ist von alten Geistern bewohnt. Um dort zu überleben, müssen die Bewohner mit jeder Jahreszeit bestimmte Rituale durchführen – und diese Rituale werden zunehmend unangenehm.
Zum weiteren Cast gehören Ron Perlman, Elizabeth McGovern, Wes Studi und Dane DiLiegro. Gerade die Struktur nach Jahreszeiten könnte dem Stoff eine schöne eigene Identität geben. Ein Spukhaus kann man verlassen. Ein Stück Land, das alle paar Monate andere Regeln fordert, ist wesentlich schwieriger loszuwerden.
🧟 Blumhouse sucht Horror inzwischen überall
Das eigentlich Interessante am BlumFest ist deshalb weniger ein einzelner Titel als die Herkunft all dieser Stoffe.
Something Is Killing the Children kommt aus Comics.
Amanda the Adventurer aus Indie-Games und Internetkultur.
Seasons begann als virale Reddit-Geschichte.
Blair Witch und Paranormal Activity gehören längst zur Filmgeschichte des modernen Horrors.
Und Molepeople greift den Mythos der verborgenen Welt unter einer realen Großstadt auf.
Blumhouse Atomic Monster setzt damit nicht auf eine einzige Formel. Das Studio sucht schlicht überall dort nach Horror, wo bereits eine starke Idee oder ein Publikum existiert.
🔥 Das Horrojahr 2027 wird ziemlich voll
Dazu kommen noch weitere große Projekte im Umfeld des Studios. Mike Flanagans The Exorcist: Martyrs startet bereits im März, neue Franchisefilme und Originalstoffe verteilen sich anschließend über praktisch das gesamte Jahr. Die spannendste Personalie dieses BlumFest bleibt für mich trotzdem Craig Zobel.
Something Is Killing the Children hatte schon lange genug Stoff für einen starken Film. Was dem Projekt fehlte, war ein neuer klarer kreativer Schritt.
Den gibt es jetzt. Und Erica Slaughter hat schon deutlich schlimmere Dinge überlebt als ein paar Entwicklungshellen.








