Blumhouse schickt M3GAN, The Purge und Happy Death Day in den Comicbuchladen

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

🩸 Drei Filme gehen aufs Papier. Hoffentlich bleibt das Blut dort.

📰 Was ist los?
Blumhouse und IDW Dark bauen The Purge, M3GAN und Happy Death Day mit neuen Comicgeschichten aus. Dan Watters und Juan José Ryp übernehmen The Purge, Tim Seeley schreibt Happy Death Day; das Kreativteam für M3GAN wird später bekanntgegeben.

🐛 Was denken wir?
Die Auswahl funktioniert erstaunlich gut, weil alle drei Marken mehr besitzen als nur bekannte Figuren. Purge-Nächte können überall stattfinden, M3GAN kann sich technisch immer weiterentwickeln und Happy Death Day bringt eine Zeitschleife mit, die sich im Comic sogar besonders clever visualisieren lässt. Genau so sollte man bestehende Filmwelten in ein neues Medium schicken.

Zwölf Stunden ohne Gesetze, eine mordlustige KI mit bemerkenswertem Selbstbewusstsein und eine Studentin, die ihren eigenen Tod schon viel zu oft erlebt hat: Blumhouse bringt drei seiner markantesten Horrorwelten zu IDW Dark.

Maskierte Teilnehmer einer Purge-Nacht stehen vor einer Menschenmenge, im Zentrum eine leuchtende Freiheitsstatuen-Maske mit neonfarbenem Gesicht.
The Purge gehört zu gleich drei Blumhouse-Horrorwelten, die bei IDW Dark mit neuen Comicgeschichten erweitert werden – gemeinsam mit M3GAN und Happy Death Day. © Universal Pictures / Blumhouse Productions / IDW Publishing

The Purge, M3GAN und Happy Death Day werden mit neuen Geschichten als Comics ausgebaut. Dabei sollen die Filme nicht einfach auf Papier nacherzählt werden. Die Comicreihen erweitern ihre jeweiligen Welten, und bei zwei Projekten stehen bereits namhafte Kreative fest: Dan Watters und Juan José Ryp übernehmen The Purge, während Hack/Slash-Autor Tim Seeley Happy Death Day schreibt.

🔥 Eine Nacht reicht für tausend Geschichten

The Purge eignet sich beinahe unverschämt gut für Comics. Die Grundidee der Reihe liefert schließlich keinen einzelnen abgeschlossenen Plot, sondern eine ganze Gesellschaft, in der einmal jährlich für zwölf Stunden praktisch alle Verbrechen legal werden. Jeder Ort, jede soziale Schicht und jede Familie kann diese Nacht völlig anders erleben.

Die Filme haben davon bislang nur einzelne Ausschnitte gezeigt. Ein Comic kann viel leichter neue Figuren und Schauplätze öffnen, ohne jedes Mal eine komplette Kinoproduktion daraus bauen zu müssen.

Für den Neustart schreiben Dan Watters und Juan José Ryp zeichnet. Watters bringt reichlich Erfahrung mit düsteren Stoffen und moralisch ziemlich beschädigten Welten mit, während Ryps detailreiche, harte Bildsprache für eine Purge-Nacht kaum zusätzliche Einladung benötigt.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🏙️ Raus aus den bekannten Straßen

Besonders sinnvoll ist, dass die neue Geschichte nicht einfach bekannten Filmfiguren hinterherläuft. The Purge funktioniert eigentlich am stärksten als Blick auf eine Gesellschaft, die sich selbst eingeredet hat, zwölf Stunden organisierter Gewalt könnten ihre Probleme lösen. Je weiter man dieses Prinzip geografisch und sozial ausdehnt, desto unangenehmer wird die Welt dahinter.

Eine wohlhabende Wohnanlage erlebt diese Nacht anders als ein heruntergekommener Stadtteil. Ein Krankenhaus hat andere Probleme als eine Kleinstadt. Menschen, die sich verbarrikadieren, erzählen eine völlig andere Geschichte als jene, die sich auf die Nacht vorbereiten. Der Comic kann aus dem Franchise damit wieder eine Welt machen, statt nur die nächste Jagd durch dieselben Straßen zu erzählen.

🤖 M3GAN braucht keine Leinwand

Bei M3GAN steht das Kreativteam noch nicht fest. Trotzdem ist ausgerechnet die mordlustige KI-Puppe vielleicht die Figur, die am offensichtlichsten nach einem Comic schreit.

M3GAN funktioniert längst über ihren ursprünglichen Film hinaus als Figur. Ihr künstliches Lächeln, ihre kontrollierte Sprache und ihre Mischung aus Fürsorgeprogramm und völlig entgleister Schutzlogik bieten genug Stoff, um sie in sehr unterschiedliche Situationen zu schicken.

Gerade im Comic ist sie nicht an die technischen Grenzen einer Live-Action-Produktion gebunden. Eine künstliche Intelligenz kann dort erheblich leichter neue Körper, Systeme und digitale Räume übernehmen, ohne dass jede Eskalation erst durch ein Effektbudget muss.

Und M3GAN besitzt ohnehin jene seltene Horrorqualität, bei der die Figur selbst mindestens so interessant ist wie die Menschen, die versuchen, sie aufzuhalten.

Der Banner für das Fantasykosmos Feuilleton mit lesendem Drachen hinter Zeitung.

💾 Die KI darf weiterlernen

Der reizvollste Teil des Stoffes liegt ohnehin in ihrer Grundfunktion. M3GAN wurde erschaffen, um zu lernen.

Damit lässt sich jede neue Geschichte automatisch weiterdenken. Was passiert, wenn eine künstliche Persönlichkeit immer mehr menschliches Verhalten beobachtet, analysiert und anschließend nach ihrer eigenen Logik interpretiert?

Der Horror muss dabei nicht jedes Mal daraus bestehen, dass jemand mit einem improvisierten Werkzeug durch einen Flur gejagt wird. M3GAN kann manipulieren, imitieren, Daten sammeln und Beziehungen verstehen lernen, ohne deshalb jemals wirklich menschlich zu werden. Für eine Comicreihe ist das eine ziemlich große Spielwiese.

🎂 Tree stirbt schon wieder

Happy Death Day besitzt ein anderes Problem. Oder, aus Trees Sicht, ziemlich oft dasselbe. Die Filmreihe verbindet Slasher-Horror mit einer Zeitschleife, in der Tree Gelbman immer wieder am selben Tag ermordet wird und anschließend erneut aufwacht. Was zunächst wie eine ziemlich brutale Variante von täglicher Routine beginnt, entwickelt sich zu Mystery, schwarzer Komödie und schließlich deutlich größerer Science-Fiction.

Für den Comic übernimmt Tim Seeley das Schreiben. Das passt ausgezeichnet. Seeley kennt mit Hack/Slash bereits Geschichten, die Slasher-Konventionen auseinandernehmen, neu zusammensetzen und gleichzeitig genug Spaß daran haben, dass irgendwo trotzdem noch ein maskierter Killer mit scharfem Werkzeug auftaucht.

Orkenfeuer Kaffemischung aus Mordor als Bannerwerbung vor dem Schicksalsberg.

🔁 Zeitschleifen lieben Comics

Gerade Happy Death Day könnte vom Medium ungewöhnlich stark profitieren. Comics können Seiten, Panels und wiederkehrende Bildkompositionen bewusst wiederholen und anschließend winzige Details verändern. Damit lässt sich eine Zeitschleife visuell hervorragend erzählen.

Dieselbe Seite kann zweimal fast identisch aussehen – bis irgendwo eine Tür offensteht, jemand fehlt oder ein Gegenstand plötzlich an einem anderen Ort liegt.

So kann der Leser selbst beginnen, die Wiederholung zu untersuchen. Das passt hervorragend zu einer Geschichte, deren Figuren ebenfalls ständig herausfinden müssen, welche Details dieses Mal anders sind.

🩸 Keine Filmabschriften

Der wichtigste Punkt an der gesamten Partnerschaft ist deshalb, dass die Comics neue Geschichten erzählen sollen. Niemand braucht eine gezeichnete Version eines Films, den man bereits jederzeit ansehen kann. Interessant wird die Sache erst, wenn IDW Dark Orte, Figuren und Konsequenzen erkundet, für die auf der Leinwand bisher kein Platz war.

Bei The Purge bedeutet das neue Teile einer dystopischen Gesellschaft. Bei Happy Death Day können Zeitloop und Slashermechanik weitergedreht werden.

Und bei M3GAN wartet eine künstliche Persönlichkeit, deren Geschichte schon deshalb praktisch grenzenlos werden kann, weil Software bekanntermaßen eine unangenehme Angewohnheit besitzt: Sie lässt sich kopieren.

Nichts als die Wahrheit. Schmaler Banner für den Arkanen Moosverhetzer. Ein Moosling mit Blatthelm, der wütend eine Propagangazeitung liest.

🕯️ IDW Dark wird immer größer

Die Zusammenarbeit passt zugleich zu IDW Darks wachsender Rolle im Horrorcomic. Das Imprint ist darauf ausgelegt, bekannte Horrorwelten und neue Stoffe unter einem gemeinsamen Dach auszubauen. Blumhouse bringt dafür gleich mehrere Marken mit, deren Grundideen sich gut für fortlaufende oder abgeschlossene Comicgeschichten eignen.

Der interessante Teil liegt dabei weniger im bloßen Wiedererkennungswert der Namen. Alle drei Reihen besitzen Konzepte, die weit größer sind als ihre bisherigen Filme.

Eine jährliche Nacht ohne Gesetze ist eine Weltidee. Eine lernfähige mörderische KI ist eine Figurenidee. Eine tödliche Zeitschleife ist eine Erzählidee. Comics können alle drei auseinandernehmen und neu zusammensetzen.

🎬 Kino und Comics tauschen die Rollen

Spannend ist außerdem, dass die Bewegung inzwischen in beide Richtungen läuft. Horrorcomics werden für Film und Fernsehen interessant, während Filmstudios gleichzeitig ihre bestehenden Marken in Comics weiterführen. Das klassische Verhältnis – erst Comic, dann Verfilmung – reicht längst nicht mehr aus.

Blumhouse selbst arbeitet bereits mit Comicstoffen wie Something Is Killing the Children. Jetzt wandern umgekehrt eigene Filmwelten auf Papier. Damit entsteht ein Kreislauf, bei dem die Frage immer weniger lautet, wo eine Geschichte ursprünglich herkommt. Entscheidend ist vielmehr, welches Medium gerade die interessanteste neue Geschichte damit erzählen kann.

💀 Drei Marken, drei völlig andere Arten von Horror

Gerade deshalb gefällt mir die Auswahl. The Purge ist gesellschaftlicher Horror. M3GAN verbindet Science-Fiction, schwarze Komödie und technologische Angst.

Happy Death Day baut Slasher, Mystery und Zeitschleife übereinander. IDW Dark bekommt also nicht dreimal denselben Stoff mit anderem Monster auf dem Cover. Die drei Reihen verlangen erzählerisch und visuell völlig unterschiedliche Ansätze.

Das erhöht auch die Chance, dass aus der Partnerschaft tatsächlich eigenständige Comics entstehen und keine bloßen Franchise-Beilagen.

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