Kein Zuschauen mehr: Blood City Zero wirft Besucher mitten in den Zombie-Horror

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Der Freizeitpark hat jetzt Nebenquests

📰 Was ist los?
Everland betreibt seit dem 12. September Blood City Zero: Hell Gate. Die diesjährige Ausgabe verwandelt fünf Themenbereiche in eine große immersive Horrorinszenierung mit Zombies, Missionen, Live-Performances und direkter Interaktion. Das Event läuft bis 22. November.

🐛 Was denken wir?
Wir mögen vor allem, wie konsequent die Grenze zwischen Freizeitpark und Erzählung aufgehoben wird. Besucher bekommen Rollen, Entscheidungen und Aufgaben, statt nur durch eine Kulisse geschoben zu werden. Damit wird Horror tatsächlich zu einer begehbaren Form von Phantastik.

Ein Freizeitpark voller Zombies ist zunächst keine besonders ungewöhnliche Idee. Everland geht mit Blood City Zero: Hell Gate allerdings einen Schritt weiter und macht aus dem Publikum gleich einen Teil des Horrorfilms.

Offizielles Blood-City-Zero-Motiv mit mehreren grotesken Horrorfiguren vor einer grell rot-schwarzen Freizeitpark-Kulisse.
Blood City Zero: Hell Gate verwandelt Everland in eine immersive Horrorwelt, in der Besucher zwischen Zombies, Missionen und Live-Darstellern selbst Teil der Inszenierung werden.
© Everland / Samsung C&T Resort Group

Die neue Ausgabe der seit 2017 laufenden Attraktion ist am 12. September gestartet und verwandelt einen kompletten Themenbereich des südkoreanischen Parks in eine große interaktive Bühne. Besucher werden zu sogenannten White-Z-Agenten, bewegen sich frei zwischen fünf Horrorbereichen, bekommen Missionen und werden von Zombies und anderen Figuren direkt in die Handlung hineingezogen. Der Horror läuft dabei parallel in alle Richtungen, statt auf einer klar abgegrenzten Bühne stattzufinden.

🎭 Der komplette Bereich wird zur Bühne

Everland bezeichnet das Konzept ausdrücklich als Koreas erste groß angelegte immersive Outdoor-Horroraufführung. Der entscheidende Unterschied liegt in der fehlenden Grenze zwischen Darstellern und Publikum. Die Besucher stehen mitten in der Inszenierung, können selbst entscheiden, welchen Figuren sie folgen und welche der fünf Zonen sie zuerst erkunden.

Diese Bereiche heißen Hell Gate, Laboratory Out of Control, Circus of Madness, Bloodstained Schoolyard und Platform of Doom. Schon bevor es richtig losgeht, läuft hinter dem Hell Gate ein von Lee Seok-hoon inszeniertes Pre-Show-Video, das wie ein Kinotrailer die Geschichte einführt.

Schmaler Crowbah Banner mit Crowbah und Grabhold vor dunkler Comic Stadt.

🧟 Zwei Meter große Zombies verteilen Missionen

Innerhalb der Zonen tauchen laut Everland Dutzende Figuren ohne Vorwarnung auf. Dazu gehören Zombies mit mehr als zwei Metern Körpergröße, Schulaufseher, Agenten und weitere Charaktere, die Besucher ansprechen, Spiele starten oder ihnen Aufgaben geben.

Wer eine Mission abschließt, bekommt einen Stempel auf seine Agentenkarte. Werden alle Aufgaben erledigt, gibt es sogar bevorzugten Zugang zu MONIMO RUSH, das für die Saison in die Platform of Doom verwandelt wurde.

Damit bekommt das Ganze fast schon Rollenspielcharakter. Man schaut sich keine zehnminütige Show an, sondern bewegt sich durch eine laufende Geschichte und entscheidet selbst, wie tief man hineingeht.

🎬 Ein Filmregisseur baut den Horrorpark um

Für die diesjährige Ausgabe arbeitet Everland mit Lee Seok-hoon zusammen, der unter anderem The Pirates und Confidential Assignment 2: International inszeniert hat. Seine Aufgabe bestand darin, Bildsprache und Inszenierung stärker an einen großen Horrorfilm anzulehnen.

Das merkt man auch an der Gestaltung. Licht, Bühnenbilder und Figuren sollen weniger nach klassischem Halloween-Event und stärker nach zusammenhängender Filmwelt wirken. Everland spricht selbst davon, den gesamten Bereich wie eine große Horrorproduktion aufzubauen.

💃 Irgendwann tanzen die Zombies auch noch

Zwischen den einzelnen Begegnungen sammeln sich Zombies und White-Z-Agenten zu größeren Flashmobs. Dadurch wechselt Blood City ständig zwischen persönlichem Horror, Gruppenperformance und großen Showmomenten.

Die immersive Aufführung läuft täglich von 16 bis 21 Uhr und ist für reguläre Everland-Besucher ohne zusätzlichen Eintritt zugänglich. Das ist durchaus bemerkenswert, weil vergleichbare Halloween-Horrorangebote in Freizeitparks oft als separates Premium-Erlebnis verkauft werden.

Düsterer Fantasy-Werbebanner für den fiktiven Energydrink „BLACK RUNE“. Rechts sitzt ein muskulöser Orkkrieger in abgenutzter Leder- und Metallrüstung in einem rauchigen Kriegslager, hält eine schwarze Getränkedose mit Runenzeichen und stützt sich neben einer großen Streitaxt ab. Links steht in großer schwarzer und roter Serifenschrift der Slogan: „BLACK RUNE verleiht Schädel.“

🧪 Wer will, kann selbst zum Zombie werden

Die Inszenierung endet auch nicht bei den Shows. Everland hat für die Saison 38 neue Merchandise-Produkte, spezielles Horror-Essen und einen eigenen Zombie Makeup Salon eingerichtet. Besucher können sich dort mit Spezialeffekt-Make-up selbst in Figuren der Blood-City-Welt verwandeln.

Dazu kommen thematische Speisen wie schwarzes Curry und sogenannte Labortränke. Der gesamte Bereich funktioniert damit weniger wie eine einzelne Attraktion und mehr wie eine temporäre Horrorwelt innerhalb des Parks.

🩸 Zehn Millionen Besucher seit 2017

Blood City gibt es bereits seit 2017. Die aktuelle Ausgabe ist die zehnte Saison, und Everland spricht inzwischen von mehr als zehn Millionen Besuchern, die das Horrorformat seit seinem Start erlebt haben.

Gerade deshalb ist der Umbau interessant. Statt die bekannte Zombiezone einfach jedes Jahr mit ein paar neuen Masken weiterlaufen zu lassen, verschiebt Everland das Konzept zunehmend vom klassischen Freizeitpark-Horror zu immersiver Erzählung.

Die Besucher sollen nicht mehr nur erschreckt werden. Sie sollen Teil der Geschichte sein.

🌙 Reale Phantastik zum Durchlaufen

Für uns ist genau das der spannendste Aspekt. Phantastik bleibt hier nicht auf Leinwand, Buchseite oder Bildschirm. Eine fiktive Zombiegesellschaft bekommt für mehrere Wochen einen realen Ort, Regeln, Figuren und Aufgaben, in denen Besucher selbst Rollen übernehmen.

Das liegt irgendwo zwischen Freizeitpark, Theater, LARP und Horrorfilm. Und wenn einem plötzlich ein zwei Meter großer Zombie einen Auftrag erteilt, dürfte die Trennung ohnehin ziemlich schnell nebensächlich werden.

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