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⚡ Blitzermarathon startet: Diese Strecken sind jetzt ganz besonders gefährlich
Ab heute beginnt in Deutschland wieder der Blitzermarathon. Bis zum 9. August wollen Polizei und Kommunen verstärkt gegen Raser vorgehen. Kontrolliert wird auf Autobahnen und Bundesstraßen, in Städten sowie vor Schulen, Krankenhäusern und Baustellen. Die meisten Messstellen bleiben geheim, mobile Blitzer kommen zusätzlich dazu. Bayern verzichtet vollständig auf die offizielle Kampagne.
Klar, kann man so machen. Man kann es aber auch wie die Koboldrepublik Knattermoor lösen. Dort hält man wenig von Kästen am Straßenrand, von Radarfallen und von freundlichen Erinnerungsschreiben mit abstrakten Punkten in Flensburg. In Knattermoor beginnt stattdessen einmal im Jahr die Große Himmelszornwoche. Dann ziehen staatlich lizenzierte Elementarmagier los und lassen auf besonders unbeliebten Strecken echte Blitze auf jene niederfahren, die Tempolimits für unverbindliche Lyrik halten.
Natürlich, das Verfahren wirkt etwas hart. Es ist jedoch auch überraschend lernwirksam.

🚗 Rasen ist in Knattermoor eine Wetterlage
Das Knatterstedter Amt für beschleunigten Durchgangsverkehr begründet die Aktion mit den üblichen Formeln: mehr Sicherheit, besserer Schutz für Schwächere, klare Regeln für alle.
Auf Koboldisch übersetzt heißt das: Wer in einer Baustelle mit 87 Sachen an einem Zebrastreifen vorbeiballert, soll wenigstens kurz das Gefühl haben, persönlich von den Himmelsgöttern sanktioniert worden zu sein. Der Unterschied zur deutschen Speedweek ist dabei rein technischer Natur. Während hierzulande ein Blitzerfoto droht, arbeitet Knattermoor mit der direkten atmosphärischen Rückmeldung.
Sie ist heller. Und sie ist endgültiger.
⚡ Diese Strecken sind jetzt besonders gefährdet
Der Arkane Moosverhetzer hat erfahren, wo die Magier ihre Gewitterfronten in diesem Jahr bevorzugt zusammenziehen.
Die Raserkamm-Schnellstraße bei Knatterstedt
Diese Strecke ist schnurgerade, zweispurig und seit Jahrzehnten der natürliche Lebensraum übermotorisierter Vollidioten. Wer hier ein Schild mit „70“ sieht, versteht es gewöhnlich als freundliche Empfehlung für Anfänger. Deshalb postiert Knattermoor an beiden Enden je einen Wolkenbeschwörer. Sobald ein Fahrer die erlaubte Geschwindigkeit deutlich überschreitet, verdunkelt sich der Himmel, es riecht nach Ozon, und aus den Lautsprechern am Straßenrand ertönt eine amtliche Warnung:
„Bitte lächeln. Der Himmel merkt sich Gesichter.“
Die Orken-Gemeinschaftsschule von Unterknatter
Vor Schulen versteht auch Knattermoor keinen Spaß. Schon gar nicht morgens, wenn kleine Kobolde, Orkkinder und ein verwirrter Sumpfgnom gleichzeitig über die Straße wackeln. Raser, die dort beschleunigen, werden nicht geblitzt; sie werden kurzzeitig in eine leuchtende Kugel aus elektrischer Reue eingeschlossen und dürfen anschließend vor versammelter Elternschaft erklären, warum sie drei Sekunden Zeitgewinn für wertvoller hielten als die Existenz von anderer Leute Kinder. Bisher verlief kein einziger Vortrag überzeugend.
Die Baustelle an der Blechhammerbrücke
Baustellen gehören auch in Deutschland zu den Schwerpunktzonen. In Knattermoor geht man noch einen Schritt weiter und betrachtet zu schnelles Fahren im Baustellenbereich als Angriff auf die arbeitende Bevölkerung, was in der Koboldrepublik ungefähr denselben Rang hat wie Tempelschändung. Deshalb sitzen dort in diesem Jahr zwei Elementarmagier, ein Schreiber und ein arbeitsloser Wetterdämon in einem Gerüstkorb.
Wer das Tempolimit ignoriert, bekommt einen Blitz in den Motorraum und anschließend ein Bußgeld, dessen Höhe sich nach Geschwindigkeit, Dummheit und Fahrzeuglautstärke richtet. SUV-Fahrer zahlen Aufschlag. Einfach schon mal aus Prinzip.
Der Krankenhausring von Knatterstedt
Auch vor Krankenhäusern wird in Deutschland besonders scharf kontrolliert. In Knattermoor hält man es für unhöflich, an einem Ort vorbeizurasen, an dem andere Leute gerade um Gesundheit, Ruhe oder wenigstens um fünf Minuten Schlaf kämpfen. Darum wurde der gesamte Ring um das Zentralkrankenhaus in eine statische Gewitterzone umgewandelt.
Wer zu schnell fährt, erlebt ein seltenes Naturphänomen: einen punktgenauen Seitenblitz, der ausschließlich Hupe und Entertainment System verschmort. Die Betroffenen müssen den Rest in größter Ruhe fahren. Viele berichten später von der schlimmsten Strafe ihres Lebens.
Die Ausweichroute durch den Nebelpass
Der Nebelpass ist jene Strecke, die alle Einheimischen meiden, die aber trotzdem jedes Jahr von ortsfremden Helden benutzt wird, weil irgendein Kristallnavi behauptet, man spare dort sieben Minuten. Man spart dort gar nichts. Vielmehr verfährt man sich zumeist, gerät in Moorlöcher, wird von Wegkobolden ausgebremst und landet am Ende wieder dort, wo man losgefahren ist.
In der Himmelszornwoche lassen die Magier hier absichtlich besonders auffällige Blitze niedergehen. Natürlich nicht aus Sicherheitsgründen, sondern aus reiner Boshaftigkeit.
🌩️ Bayern wäre in Knattermoor natürlich auch Bayern
Auffällig ist, dass sich auch in Deutschland nicht alle an der Aktion beteiligen. Bayern verzichtet auf die offizielle Kampagne. Das passt. Irgendein Land oder Königreich muss bei solchen Aktionen immer den Eindruck erwecken, dass seine ganz eigene Vernunft irgendwo oberhalb allgemeiner Regeln wohnt.
In Knattermoor gibt es dafür eine einfache Lösung. Wer sich nicht am Blitzermarathon beteiligt, bekommt im Folgejahr die gesamte Gewittermenge allein zugeteilt. Seitdem beteiligt sich dort ausnahmslos jede Region mehr oder weniger freiwillig.
🧾 Der Himmel ist oft das bessere Messgerät
Natürlich geht es beim realen Blitzermarathon um Sicherheit. Zu hohe Geschwindigkeit bleibt ein Risiko, besonders dort, wo Menschen geschützt werden müssen: vor Schulen, an Baustellen, in Städten, vor Krankenhäusern. Das ist der ernste Kern.
Aber vielleicht wäre etwas mehr Knattermoor trotzdem hilfreich. Nicht bei jedem Tempoverstoß, sondern nur bei jenen Spezialisten, die sich nach 30 Jahren Führerschein noch immer für Freiheitskämpfer halten, sobald irgendwo ein Schild mit 50 steht. Denen könnte man einmal jährlich zeigen, dass Regeln nicht der Unterdrückung dienen.
Sondern dem einfachen Ziel, andere Leute nicht umzubringen. In Deutschland bleibt es diese Woche beim Foto.
In Knattermoor natürlich nicht.
Dort ist der Himmel maximal geladen.






