Black Label Society – Engines Of Demolition (Review)

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Grabhaold checkt das. Die Kurzzusammenfassung der Review. Mit Grabhod dem Kobold, der einen Zeigefinger in die Luft streckt.

Black Label Society – Engines Of Demolition

🧿 Kurzfazit
Engines Of Demolition ist kein Stilbruch, sondern eine kräftig aufgeladene Selbstvergewisserung. Black Label Society liefern eine Platte, die genau weiß, was sie ist: Riffmaschine, Groovewalze und Trauerarbeit mit Lederweste.

🎯 Für wen?
Für Hörer, die Black Label Society, späte Ozzy-Härte, etwas Southern-Groove und Zakk-Wylde-Soli in Größenwahn-Dosierung mögen. Wer sterile Moderne und kalkulierten Trend-Metal sucht, ist hier in der falschen Werkstatt.

🎧 Wie klingt das?
Dicke Gitarren, röhrende Leads, kernige Midtempo-Wucht, dazu immer wieder melodische und balladeske Auflockerungen. Die Platte lebt von diesem Wechsel aus Brechstange und Herzschlag. Nicht hochglanzpoliert, sondern robust, warm und direkt.

💿 Highlights
Name In Blood, Better Days & Wiser Times, Ozzy’s Song

⚠️ Nichts für dich, wenn…
du bei klassischem Biker-Groove, endlosen Wylde-Soli und ehrlicher Pathoskante sofort nervös nach moderner Metal-Mechanik suchst.


‪‪🖤 Black Label Society – Engines Of Demolition: Die triumphale Rückkehr der Demoliermaschine

Black Label Society melden sich mit Engines Of Demolition nicht einfach nur zurück, sie rollen mit einer Maschine an, die seit Jahren unter Volldruck stand. Es ist das zwölfte Studioalbum der Band, das erste seit Doom Crew Inc. von 2021, und es entstand über eine ungewöhnlich lange Phase parallel zu Zakks Pantera-Verpflichtungen, den laufenden BLS-Touren und den letzten schweren Kapiteln rund um Ozzy Osbourne. Genau deshalb wirkt diese Platte schon im Ansatz nicht wie Routineware, sondern wie ein Werk, das Riffkraft, Verschleißspuren und Trauerarbeit in denselben Motorblock schraubt.

Black Label Society waren nie die Band für feingliedrige Neuerfindung. Ihr ganzes Modell beruht darauf, ein paar Grundzutaten immer wieder so lange durch Whiskey, Röhrenwärme und Sägemehl zu ziehen, bis daraus etwas entsteht, das nur nach ihnen klingt. Auf Engines Of Demolition funktioniert dieses Prinzip erstaunlich gut, weil Zakk Wylde und seine Mitstreiter nicht versuchen, aus den letzten Jahren eine kunstvolle Konzeptoper zu schnitzen. Sie machen, was BLS am besten können: schwere Riffs, große Refrains, dreckige Grooves, Blues im Blut und Balladen, die nicht peinlich werden. Diesmal hängt daran nur mehr Gewicht als sonst.

🎧 Was erwartet dich?

Genre(s): Hard Rock, Heavy Metal, Southern-Groove-Metal mit balladesken Seitenarmen
Vergleichbar mit: Black Label Society selbst in Bestform latürnich, Ozzy mit mehr Straßendreck, Pride & Glory auf schwerem Gerät
Klangfarbe: Eine Platte wie eine ölverschmierte Werkhalle bei Sonnenuntergang. Überall fliegen Funken, irgendwo steht ein Piano im Staub, und mitten durch den Raum stapft Zakk Wylde mit einem Riff, das aussieht, als hätte es schon drei Kriege, vier Tresen und fünf Gitarrenhälse überlebt. Engines Of Demolition lebt von dicken Hauptthemen, schweren Groove-Rutschen und genau jener Mischung aus Härte und Sentimentalität, die BLS seit Jahren von bloßen Riff-Lieferanten unterscheidet.

Highlights

Name In Blood
Der Opener macht fast alles richtig, was ein BLS-Einstieg richtig machen kann. Das Hauptmotiv ist sofort da, der Refrain hängt sich fest, und Zakk klingt dabei nicht wie ein Mann, der bloß noch sein Denkmal abstaubt, sondern wie einer, der immer noch weiß, wie man eine Platte mit breiter Brust aus der Garage schiebt. Das ist kein exotischer Kunstgriff, sondern pure Handwerksgewalt. Genau deshalb sitzt es so gut. Die Single erschien vorab samt offiziellem Video und eröffnete zugleich die Albumkampagne.

Better Days & Wiser Times
Hier öffnet das Album das Fenster. Plötzlich ist da weniger Abriss als Atmosphäre, weniger Stahlplatte als Abendlicht. Black Label Society waren immer dann am stärksten, wenn Zakk seiner rauen Schale einen melancholischen Kern gegenüberstellt. Genau das passiert hier. Der Song bringt Southern-Flair, Luft und Nachdenklichkeit in die Sache, ohne deshalb weich zu werden. Das ist keine Pflichtballade, sondern ein kluger Kontrast, der die Platte größer wirken lässt.

Ozzy’s Song
Natürlich steht dieser Titel unter besonderer Beobachtung. Und das zu Recht. Der Closer ist keine plumpe Denkmalhymne, sondern eine ruhige, persönliche Abschiedsgeste. Er beginnt mit Akustikgitarre und Piano, wächst langsam an und entlädt sich am Ende in ein Solo, das nicht nach Pose klingt, sondern nach echter Verbundenheit. Gerade deshalb funktioniert der Song: nicht als große öffentliche Geste, sondern als spürbarer Nachhall einer langen gemeinsamen Geschichte.

Zakk hat selbst erklärt, dass der Titel auf eine private Formulierung in seinem Umfeld zurückgeht, während der Text erst nach Ozzys Tod vollendet wurde. Genau dadurch bekommt das Stück sein Gewicht. Ozzy’s Song ist keine Pflichtwidmung zum Schluss, sondern der emotionale Mittelpunkt der Platte – ein leiser, würdiger Abspann unter all den schweren Riffs.


🎨 Artwork

Das Cover ist wunderbar stumpf und gerade deshalb wirksam: ein kupferfarben glühender Totenschädel, halb Maschine, halb Turbine, vor einem schwarz wirbelnden Hintergrund, als hätte jemand einen Motorradclub in einen Hypnosekeller gesetzt. Das Motiv sagt im Grunde alles über die Platte. Kein verkopftes Symbolspiel, keine Kunsthochschule im Endstadium, sondern Mechanik, Tod, Hitze, Rotation. Ein BLS-Cover muss nicht subtil sein. Es muss aussehen, als könne es dir den Unterarm brechen. Dieses hier kann das.


🪦 Besondere Momente

Auffällig ist vor allem, wie lange diese Platte unterwegs war, bevor sie überhaupt angekündigt wurde. Laut offiziellem Umfeld schrieb Wylde ab 2022 an dem Material, während parallel die Pantera-Celebration lief. Dazu kamen Vorabstücke aus mehreren Jahren, nämlich The Gallows aus 2024, Lord Humungus und Broken and Blind aus 2025 sowie Name In Blood Anfang 2026. Das Album wirkt dadurch nicht hastig zusammengezimmert, sondern eher wie eine Sammlung dessen, was in dieser Phase wirklich hängenblieb.

Bemerkenswert ist auch der Spannungsbogen zwischen Kampfrhetorik und Verletzlichkeit. Der Titel Engines Of Demolition trägt laut Zakk ein ganzes Selbstverständnis von Härte, Durchhalten und Vorwärtsgehen in sich. Gleichzeitig endet dieselbe Platte mit einem Stück, das aus Verlust und echter Zuneigung gespeist ist. Gerade dieses Nebeneinander macht das Album stärker. Es ist nicht nur ein Höllenritt für Kuttenromantiker, sondern auch eine Platte über den Versuch, nach schweren Einschlägen weiterzulaufen.

📜 Hintergrund

Dass Black Label Society 2026 immer noch so stabil wirken, liegt auch an der Bandstruktur. Mit John “J.D.” DeServio, Jeff Fabb und Dario Lorina steht hinter Wylde inzwischen ein seit Jahren eingespielter Kern, der diese Musik nicht nur begleiten, sondern tragen kann. Gerade bei einer Band, die so stark über Riffgefühl, Groove und Bühnenwucht funktioniert, ist das keine Nebensache. Man hört diesem Material an, dass hier keine zusammengewürfelte Session-Truppe werkelt, sondern ein Apparat mit langer gemeinsamer Betriebszeit.

Inhaltlich passt die Platte gut in die Spätphase von BLS. Nach Doom Crew Inc. und all den Nebenschauplätzen hätte eine bloße Wiederholung nicht gepasst. Stattdessen entscheidet sich die Band für den besseren Weg: bekannte Tugenden, aber mit spürbar mehr biografischem Gewicht. Zakk selbst beschreibt das Album als Fahrt durch die Höhen und Tiefen der letzten vier Jahre. Diese Beschreibung klingt nach PR, trifft hier aber ausnahmsweise ziemlich genau. Engines Of Demolition hat Wucht, aber eben auch Nachhall.

🪓 Fazit: Die alte Demoliermaschine lebt und beißt noch immer

Black Label Society erfinden sich auf Engines Of Demolition nicht neu. Zum Glück. Diese Band musste keine Modernisierungsmaßnahme beantragen und keinen Trendbericht lesen. Sie musste nur zeigen, dass unter all dem Leder, Bart, Bierdunst und Solowahnsinn noch Substanz steckt. Und genau das gelingt hier geradezu vorbildlich.

Die Platte hat ihre kleinen Unebenheiten. Nicht jeder Song springt mit derselben Selbstverständlichkeit in die Jahresbestenliste, und manches läuft eher über solide Wucht als über ganz große Eingebung. Aber der Kern sitzt. Die Riffs tragen, die Balladen haben Gewicht, und der Schlusspunkt trifft. Vor allem aber klingt dieses Album nicht nach Pflichterfüllung, sondern nach einer Band, die ihren eigenen Sound noch immer ernst nimmt.

Wir würden es so sagen: Black Label Society liefern hier kein spätes Museumsstück, sondern ein bärenstarkes Langeisen mit Herz, Bart und Stahlkappe. Wer mit Zakk Wylde je etwas anfangen konnte, bekommt genau das, worauf diese Band seit Jahrzehnten ihr Reich gebaut hat. Nur diesmal mit einem leider sehr traurigen Schatten im Rückspiegel.

Albumcover von Black Label Society – Engines Of Demolition: kupferfarbener Totenschädel mit Turbinen- und Motorteilen vor schwarzem Spiralhintergrund
Künstler:Black Label Society
Albumtitel:Engines Of Demolition
Erscheinungsdatum:27. März 2026
Genre:Hard Rock, Heavy Metal, Southern-Groove-Metal
Label:MNRK Heavy / Spinefarm Records
Spielzeit:ca. 51 Minuten

Trackliste:

Name In Blood
Gatherer Of Souls
The Hand Of Tomorrows Grave
Better Days & Wiser Times
Broken And Blind
The Gallows
Above & Below
Back To Me
Lord Humungus
Pedal To The Floor
Broken Pieces
The Stranger
Ozzy’s Song

🎬 Offizielles Video

Offizieller Clip zu „Name In Blood“ – die erste große Riffansage von Black Label Society aus Engines Of Demolition. Bereitgestellt auf dem offiziellen Zakk-Wylde-YouTube-Kanal.

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